WM 2026: Diese neuen Regeln verändern den Fußball
Die WM 2026 wird nicht nur größer als je zuvor – sie wird sich auch spürbar anders anfühlen. Neue Regeln sollen das Spiel schneller machen, Zeitspiel konsequent bestrafen und dem VAR mehr Einfluss geben.
11.06.2026 | 13:19 Uhr
Für Spieler, Trainer und Fans bedeutet das: Die WM in den USA, Kanada und Mexiko wird in vielerlei Hinsicht ein Wendepunkt. Sky Sport zeigt dir alle neuen Regeln der WM 2026 im Überblick – kompakt und verständlich erklärt.
Mehr Teams, mehr Spiele: So funktioniert die neue WM 2026
- Die WM wird größer denn je: Statt bislang 32 nehmen erstmals 48 Teams teil. Dadurch steigt die Zahl der Spiele von 64 auf 104. Von den zwölf Vierergruppen erreichen jeweils die zwei besten Mannschaften sowie die acht besten Gruppendritten die K.o.-Runde. Dadurch gibt es erstmals ein Sechzehntelfinale, für die Finalisten steigt die maximale Zahl der Spiele somit von sieben auf acht. Außerdem wird das Turnier erstmals in drei Ländern gespielt: den USA, Mexiko und Kanada.
- WM 2026: Spielplan, Übertragung, Tickets, Stadien
VAR mit mehr Macht: So greift der Video-Schiedsrichter künftig ein
- Der Video Assistant Referee erhält die Befugnis, eine Ecke, aus der ein Tor resultiert ist, zu überprüfen. Bislang wurde lediglich das Tor selbst auf mögliche Regelverstöße kontrolliert.
- Außerdem darf der Videoschiedsrichter nun auch zweite Gelbe Karten - und damit verbundene Gelb-Rote Platzverweise - überprüfen. Erste Gelbe Karten werden weiterhin nur dann kontrolliert, wenn sie dem falschen Spieler oder sogar dem falschen Team zugeordnet wurden. Vergehen, die eigentlich eine Gelb-Rote Karte nach sich ziehen müssten, vom Schiedsrichter jedoch nicht geahndet werden, dürfen auch künftig nicht nachträglich durch den VAR geahndet werden.
Das bedeutet: Der Video-Schiedsrichter wird künftig deutlich häufiger Einfluss auf Spiele nehmen als bisher.
Neue Strafen gegen Zeitspiel: FIFA greift härter durch
- Auch beim Thema Zeitspiel wird stärker durchgegriffen. Ein ausgewechselter Spieler hat künftig zehn Sekunden Zeit, das Spielfeld zu verlassen. Überschreitet er diese Zeit, muss der eingewechselte Spieler mindestens eine Minute warten, bevor er das Feld betreten darf.
- Fordert ein Spieler eine medizinische Behandlung auf dem Spielfeld an, muss er dieses anschließend für mindestens eine Minute verlassen. In bestimmten Fällen kann es jedoch Ausnahmen geben.
- Zudem soll gezieltes Zeitspiel bei Einwürfen und Abstößen konsequenter bestraft werden. Erkennt der Schiedsrichter eine Verzögerung, startet er einen Fünf-Sekunden-Countdown. Wird der Ball in dieser Zeit nicht wieder ins Spiel gebracht, erhält bei einem Einwurf das gegnerische Team den Ball. Ein verzögerter Abstoß wird mit einer Ecke für den Gegner bestraft.
Ziel ist es, das Spieltempo spürbar zu erhöhen und Verzögerungen konsequent zu reduzieren.
Härtere Strafen & Disziplin
- Spieler, die in Konfrontationen absichtlich etwas hinter vorgehaltener Hand sagen, sollen künftig mit einer Roten Karte bestraft werden können. Dies sei eine Maßnahme "die wir ergreifen müssen, wenn wir es mit unserem Kampf gegen Rassismus ernst meinen", erklärte FIFA-Präsident Gianni Infantino.
- Verlassen Spieler aus Protest den Platz oder werden von Offiziellen aufgefordert den Platz zu verlassen, so gibt es ebenfalls Rote Karten.
Für Spieler und Teams steigt damit das Risiko deutlich, durch unsportliches Verhalten entscheidende Nachteile zu erleiden.
Neue Regeln bei Gelben Karten
Gelbe Karten werden bereits nach der Gruppenphase gestrichen. Bislang erfolgte die Streichung erst nach dem Viertelfinale, um zu verhindern, dass Spieler aufgrund einer Gelbsperre das Finale verpassen. Nun wird eine frühere Bereinigung der Verwarnungen eingeführt. Der Grund: Die FIFA erhofft sich davon eine "fairere Lösung", die die Balance zwischen Disziplin und sportlicher Gerechtigkeit wahrt. Gerade bei einem deutlich größeren Teilnehmerfeld sollen Sperren nicht mehr über mehrere Turnierabschnitte hinweg kumuliert werden.
Eine Sperre von einem Spiel erfolgt nach zwei Gelben Karten. Ab der K.o.-Runde beginnt nun eine neue Zählung und nach dem Viertelfinale werden die Gelben Karten dann wieder gelöscht. Eine Sperre würde demnach nur greifen, wenn ein Spieler entweder in zwei der drei Gruppenspiele oder zweimal zwischen Sechzehntelfinale und Viertelfinale verwarnt wird.
Neue Trinkpausen während des Spiels
- Zusätzlich führt die FIFA pro Halbzeit eine dreiminütige Trinkpause ein. Diese soll jeweils nach rund 22 Minuten Spielzeit stattfinden.
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