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Wolfsburg fährt eine Strategie, die Risiken birgt

VfL Wolfsburg im Fokus

Sven Töllner

05.07.2019 | 21:58 Uhr

Oliver Glasner tritt in die Fußstapfen von Bruno Labbadia und plant großes mit dem VfL-Team.
Image: Oliver Glasner tritt in die Fußstapfen von Bruno Labbadia und plant großes mit den Wölfen. © Getty

Nach dem Abgang von Bruno Labbadia soll nun Oliver Glasner die erfolgreiche Arbeit beim VfL Wolfsburg fortsetzen. Eine Strategie, die Risiken birgt.

Dringender Handlungsbedarf bestand nun wirklich nicht. Nach zwei chaotischen Spielzeiten, die jeweils in der Relegation gipfelten, hatte Bruno Labbadia den Klub nicht nur stabilisiert.

Der 6. Platz war angesichts der Vorgeschichte eine der positiven Überraschungen der Vorsaison - den nächsten Schritt gehen die Wölfe dennoch ohne den Erfolgstrainer an. Eine Strategie, die Risiken birgt.

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Labbadias Fußstapfen sind groß

Oliver Glasner tritt ein kompliziertes Erbe an. Der in Österreich exzellent beleumundete Ex-Linzer muss nachweisen, dass er eine deutlich größere Bühne bespielen kann. Labbadias Fußstapfen sind groß - belastend für Glasner? Möglicherweise.

Aber der 44-jährige Salzburger hat natürlich die Chance, die sehr guten Voraussetzungen zu seinem Vorteil nutzen. Glasner übernimmt eine intakte Mannschaft, die keine Stützen verliert und in der abgelaufenen Saison eine stabile Gewinnermentalität entwickelt hat.

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Hundertprozentige Unterstützung des Sportvorstands

Mit Xaver Schlager (21, Salzburg), Kevin Mbabu (24, Bern) sowie den beiden Brasilianern Joao Victor (25, Linz) und Paulo Otavio (24, Ingolstadt) kommen frische Kräfte, die den Konkurrenzdruck verschärfen und die Breite im Kader auf hohem Niveau erweitern.

Zudem kann sich Glasner der hundertprozentigen Unterstützung des Sportvorstands gewiss sein. Jörg Schmadtke hat mit Bruno Labbadia bekanntermaßen nicht zu einem belastbaren Binnenverhältnis gefunden. Beide kamen überein, dass eine Trennung die für alle Beteiligten sinnvollste Maßnahme ist. Kann man machen - bringt aber erhöhten Leistungsdruck mit sich.

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Gemeinsam nach ganz oben?

Den Vorwurf, aus persönlichen Motiven den Vereinserfolg gefährdet zu haben, wird Schmadtke sich auf keinen Fall machen lassen wollen. Dementsprechend wichtig ist, dass Glasner den Beweis antritt, dass er mindestens genauso viel, möglichst aber sogar aus dem Kader herausholt als sein erfolgreicher Vorgänger. Glasners Auftreten definiert auch Schmadtkes Zukunft bei den Wölfen.

Der Sportvorstand hat einen erheblichen Teil dazu beigetragen, dass die Chaostage an der Aller der Vergangenheit angehören. Gemeinsam mit SEINEM Trainer muss er nun belegen, dass das gute Abschneiden in der Vorsaison kein Ausreißer nach oben, sondern der Beginn einer Entwicklung war, die dort hinführen soll, wo der VfL sich zuletzt unter Dieter Heckings Leitung tummelte: nach ganz oben.

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Glasner bastelt an bestmöglichem Kader

Um die Wahrscheinlichkeit noch weiter zu erhöhen, feilt Schmadtke weiter am Kader. Er muss dafür zunächst ein bisschen Spielraum schaffen - auf dem Platz und auf der Payroll. Bruma, Bazoer oder Ntep, vielleicht sogar Brooks sind Verkaufskandidaten. Maximilian Philip soll aus Dortmund kommen und nicht der letzte Sommerzugang bleiben.

Schmadtke wird bis zum Ende der Transferperiode alle Möglichkeiten ausreizen, um mit dem bestmöglichen Kader in eine sehr wichtige Saison zu starten. Für Glasner. Und für sich selbst.

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