Zusammenhalt zwischen Fans und Mannschaft beim FC Schalke als großer Vorteil
Schalke kann auch zu Hause noch gewinnen. Im dritten Heimspiel des Jahres 2026 feierten die Knappen endlich den ersten Sieg in der Veltins Arena.
23.02.2026 | 19:20 Uhr
Gegen Magdeburg zauberte Schalke über weite Strecken und schoss fünf Tore. Anschließend durften alle Spieler in die Nordkurve und feierten. Der Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Anhängern ist so stark wie lange nicht - wird das zum entscheidenden Vorteil im Aufstiegskampf?
"Deswegen bin ich hierher gekommen, weil ich wusste, was Schalke ist. Ich wusste, was für Fans Schalke hat. Was für ein großartiger Verein das ist", sagte Edin Dzeko nach dem 5:3-Spektaktel gegen Magdeburg und der Party in der Kurve nach Schlusspfiff am Mikrofon von Sky Sport: "Schalke darf nicht in der zweiten Liga spielen."
Keine Frage, das waren genau die Emotionen, von denen ihm sein Landsmann Sead Kolasinac erzählt haben dürfte, als Dzeko ihn zu Schalke befragt hat. Es waren tollen Bilder in der Nordkurve. Die Ultras riefen die gesamte Mannschaft, einschließlich verletzter oder angeschlagener Spieler wie Loris Karius zu sich. Die Profis folgten und waren durchaus beeindruckt.
"Das kann etwas ausmachen"
"Das Band, das jetzt entsteht und in den letzten Wochen noch viel intensiver geworden ist, kann sicherlich noch etwas ausmachen. Gegen Magdeburg war es ein Höhepunkt und das siehst du wenn du in die Gesichter der Spieler geschaut hast", erklärt Sky Sport Reporter Dirk große Schlarmann in Schalker Markt, der S04-Podcast von Sky Sport.
Als Einheit mit den Fans also zurück in die Bundesliga? Dabei war die vollgepackte Arena in der vergangenen Saison eher ein Rucksack, den die Mannschaft rumschleppen musste. Die Fans quittierten schwache Vorstellungen mit Pfiffen, Buhrufen oder wendeten sich gar komplett von den Spielern ab.
Davon ist mittlerweile nichts mehr zu sehen: "Ein Dzeko hatte die ganze Zeit ein Lächeln im Gesicht und hat sich umgekuckt. Selbst Timo Becker, der die Perspektive gewohnt ist, weil er schon bereits selbst in der Kurve stand, sagt, dass es so viel lauter und so intensiv war. Ich glaube, das gibt den Spielern auch noch einmal was. Im Team stimmt es - das wissen wir - aber so eine Situation kann das Ganze nochmal hochpacken", berichtet große Schlarmann und ergänzt:
"Ich weiß, dass da mal ein paar oben waren, aber dass die ganze Mannschaft oben war - selbst die Verletzten wie Loris Karius - das ist schon ein Zeichen. Der Capo der Ultras hat es auch klar gesagt: Jeder reißt sich für den anderen den Allerwertesten auf und es ist egal, ob nochmal Phasen kommen, wo man ein, zwei oder drei Spiele nicht gewinnen wird: Dieses Band wird nicht zerstört."
"Cheatcode" Dzeko
Die Fans sind sichtlich zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft. Gewann Schalke in der Hinrunde vor allem dank einer herausragenden Defensive, so gibt mittlerweile die Offensive den Ton an. In drei Heimspielen in der Rückrunde bekamen die Fans schon neun Tore zu sehen.
Vier davon erzielte Dzeko, den Sky Sport Experte Simon Terodde am Samstag als "Cheatcode" bezeichnete - auch, weil der Bosnier weit mehr ist als nur ein Vollstrecker. In Kiel bereitere er beide Treffer vor und auch gegen Magdeburg legte er den Treffer von Dejan Ljubicic zum zwischenzeitlichen 4:2 mustergültig auf. Wäre das 1:0 durch Adil Aouchiche nicht als Eigentor gewertet worden, hätte Dzeko sogar einen weiteren Assist bekommen.
Karaman blüht auf
Neben Dzeko blüht auch Kenan Karaman auf und dominiert wieder Spiele. Wie der 39-Jährige kommt Karaman nach seinem Doppelpack gegen Magdeburg in der Rückrunde bereits auf vier Tore. Der ehemalige türkische Nationalspieler profitiert ungemein von der zusätzlichen Qualität und dem offensiveren System von Trainer Miron Muslic, der mit Dzeko, Karaman, Aouchiche und Ljubicic vier Unterschiedsspieler vorne wirbeln lässt.
"Er hat nun ganz andere Räume, Möglichkeiten und Anspielstationen, weil die neuen auch antizipieren können, wenn du mal einen geilen Pass spielst", lobt auch große Schlarmann in Schalker Markt.
Einzig die Defensive macht derzeit noch ein wenig Sorgen - und alle Verantwortlichen betonten nach dem Dreier, dass die Abwehr im Verbund mit Mittelfeld und Angriff in Zukunft wieder besser stehen muss. Gegen Magdeburg ließ Schalke zwar nicht allzu viel zu, kassierte jedoch drei Buden. Hier wird Muslic weiter ansetzen, aber derzeit gibt es auf Schalke sonst fast nur Positives. Auf dem Platz - und auch auf den Rängen...
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