Ein Kommentar zur Freistellung von Sven Mislintat beim BVB
Borussia Dortmund hat auf die internen Machtkämpfe reagiert und den Technischen Direktor Sven Mislintat mit sofortiger Wirkung freigestellt. Dabei gerät vor allem CEO Lars Ricken in den Blickpunkt.
07.02.2025 | 09:59 Uhr
Sebastian Kehl oder Sven Mislintat: Für einen musste sich BVB-Boss Lars Ricken entscheiden. Letztendlich fiel die Wahl gegen Mislintat, obwohl beide ein enges Verhältnis haben. Die Grabenkämpfe waren Ricken am Ende eine Stufe zu viel, weshalb die Trennung die logische Konsequenz ist. Ein Kommentar.
Ricken greift durch!
Zuletzt hat man sich beim BVB immer wieder die Frage gestellt, ob der frühere Nachwuchschef der großen Aufgabe als Boss von Borussia Dortmund gewachsen ist und ob er knallharte Entscheidungen treffen kann. Dass er das kann, hat die unpopuläre Entscheidung, Sven Mislintat vor die Tür zu setzen, gezeigt. Ricken kann also auch einen Vertrauten vor die Tür setzen - zum Wohle des Vereins. Die internen Macht- und Grabenkämpfe waren für den Geschäftsführer Sport zu viel.
Ricken greift durch!
Ähnlich hart hat er bereits bei der Freistellung von Nuri Sahin gehandelt. Nach dem Spiel in Bologna informierte er den Trainer, immerhin ein ehemaliger Mitspieler und Kumpel, direkt noch in der Kabine über die Entlassung. Ein überraschender Alleingang, wie Hans-Joachim Watzke zuletzt auf der Spobis unterstrich.
Darüber hinaus wählte er Niko Kovac als neuen Trainer aus und teilte demnach Mike Tullberg trotz zweier Siege und einem Unentschieden mit, dass er erstmal keine Zukunft als Cheftrainer von Borussia Dortmund hat. Hinzu kommt die deutliche Ansage an Chefberater Matthias Sammer, seine Aufgabe als TV-Experte während BVB-Spielen zu beenden.
Ricken greift durch - und schärft sein Profil! Das haben die jüngsten Entscheidungen gezeigt.
Ricken schreckt vor großen Entscheidungen nicht zurück
Zuletzt wurde immer wieder erzählt und gemunkelt, dass der 48 Jahre alte Ex-Profi im Sommer von Watzke installiert wurde, damit der langjährige BVB-Boss weiter die Hand draufhat und quasi durch Ricken entscheiden kann. Gewiss wird Watzke dem noch unerfahrenen Chef seine Ratschläge mitgegeben haben. Entschieden hat Ricken aber alleine.
Jetzt wird deutlich, dass sich Ricken immer mehr emanzipiert, freischwimmt und auch vor großen Entscheidungen nicht zurückschreckt. Eine Mega-Aufgabe, die der noch unerfahrene CEO Sport in einer solchen Krisensituation erst einmal meistern muss.
Die nächsten Wochen und Monate werden aber auch für Ricken entscheidend sein. Kann er die Kräfte im Verein wieder bündeln, die nötige Ruhe reinbekommen und den kriselnden Klub mit Kehl, Kovac und Co. wieder zu alter Stärke führen? Ricken muss nun gemeinsam mit Kehl auch Ober-Boss Watzke von seinen Fähigkeiten überzeugen.
Die Zweifel, dass er es nicht kann, dürften etwas weniger geworden sein …
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