Adrian Newey wird Rolle als Aston-Martin-Teamchef wohl wieder abgeben
Adrian Newey übernahm Ende 2025 ziemlich überraschend die Rolle als Teamchef bei Aston Martin. Nun wird bereits über sein Aus berichtet. Was ist an der Geschichte dran?
20.03.2026 | 10:41 Uhr
Große Aufregung in der Welt der Formel 1!
Neue Medienberichte über das schwer angeschlagene Aston-Martin-Team machten die Runde.
Adrian Newey, Star-Designer und etwas überraschend seit Ende 2025 auch Teamchef des Rennstalls aus Silverstone, stehe vor dem Aus. Nach nur zwei Rennen sei der 67-jährige Ingenieur schon wieder seine Rolle los. Die Liste möglichen Ersatzpersonals: Lang und breit gespickt - auch mit dem Namen des jetzigen Audi-Teamchefs Jonathan Wheatley.
Doch die Aufregung ist (noch) nicht angemessen. In Anbetracht der sportlichen Situation des britischen Teams liegt es nahe, dass hinter den meisten Entscheidungen eine erdrutschartige Tragweite vermutet wird. Doch die größtenteils von einem unzuverlässigen und schwachbrüstigen Honda-Motor verursachten Probleme bei Aston Martin können nicht auf den Teamchef abgewälzt werde. Und die Gerüchte über seinen Abgang als Teamchef sind ebenfalls anderer Natur.
Aston Martin plante mit fixer Lösung
So war die Nachfolge am Steuerrad des Teams für Newey wohl von Anfang an eine Übergangslösung. Der Ingenieur übernahm nach der vergangenen Saison das Ruder von Andy Cowell. Dieser bekam die neue Aufgabe, die Zusammenarbeit mit Honda zu leiten - möglicherweise, weil damals bereits erste Sorgen über das Antriebsaggregat aus Sakura aufkamen.
Der eher reservierte und aufmerksamkeitsscheue Newey übernahm nicht unbedingt enthusiastisch die erweiterte Rolle an der Spitze des Teams. Nach zwei misslungenen Vorsaison-Tests und ebenso ernüchternden Rennwochenenden, die vom schwerwiegenden AMR26‑Problempaket geprägt waren, musste der Stardesigner bereits einiges wegstecken. Dabei fungierte Newey als erste Ansprechpartner für die Presse, musste auf Konferenzen Rede und Antwort stehen und rückte immer weiter ins Rampenlicht. Eine Position, die ihm ganz offenbar nicht liegt.
Aus diesen Umständen entspringen auch die neuerlichen Gerüchte. Doch dabei gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit gar kein Personaldrama bei Aston Martin. Vielmehr kamen Informationen über einen Prozess ans Licht, der bereits seit Wochen oder sogar Monaten läuft. Eine Anfrage von Sky Sport kommentierte Aston Martin entsprechend knapp: "Diese Berichte sind Gerüchte und Spekulationen. Das Aston Martin Aramco F1 Team steht weiterhin voll und ganz hinter Adrian Newey als technischem Leiter und Teamchef."
Newey will zurück ans Reißbrett - doch wer übernimmt?
Star-Designer Newey will sich auf das fokussieren können, was schon immer sein Arbeitsbereich war. Wieder zurück gerückt aus dem Rampenlicht möchte er die Probleme am Chassis des grünen Renners beheben und das Auto weiterentwickeln. Sein Turnus als Teamchef sollte wohl von Anfang an nur eine Übergangslösung sein. Das Team evaluiert schon seit geraumer Zeit mögliche Kandidaten, die langfristig diese Rolle übernehmen sollen.
Dabei scheint - unter anderem - auch Audi-Teamchef und Ex-Newey-Kollege Jonathan Wheatley im Gespräch gewesen zu sein. Sehr wahrscheinlich wirkte das Szenario aus diversen Gründen zuerst nicht, vor allem, da der Kontrakt des Briten ihm einen direkten Wechsel von den Ingolstädtern zu einem Rivalen verbieten würde. Zuerst müsste der 58-Jährige eine längere Zeit pausieren. Dennoch: Wheatley soll in seiner neuen Heimat Hinwill, wo er für Audi arbeitet, nicht glücklich sein. Ein Wechsel zu Aston Martin würde ihn zurück nach England bringen.
Doch der Audi-Boss ist bei Weitem nicht der einzige Name, der durch die Medien geht. Auch der von Andreas Seidl war immer wieder zu lesen. Der Deutsche war zuletzt bis 2024 Geschäftsführer bei Sauber, zuvor führte er das McLaren-Team. Seidl hat aktuell keine Rolle in der Königsklasse, jedoch einen großen Schatz an Erfahrung. Nach Informationen von Sky Sports ist der Passauer jedoch keine Option.
Bis zu einer Entscheidung könnte es noch einige Wochen dauern. Die Zwangspause durch die Absagen der Rennen in Bahrain und Saudi Arabien verschafft auch Aston Martin mehr Zeit, einen geeigneten Nachfolger zu finden.
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