Kimi Antonelli auf Titelkurs! Wird das Mercedes-Update in Malaysia zur letzten WM-Hürde?
Kimi Antonelli marschiert mit großen Schritten Richtung Formel-1-Weltmeisterschaft. Nach seinem achten Saisonsieg baute der Mercedes-Pilot seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter aus.
13.09.2026 | 21:21 Uhr
Während die Konkurrenz patzt oder mit Problemen kämpft, scheint Antonelli aktuell nur noch wenig aufhalten zu können. Ausgerechnet das große Mercedes-Update in Malaysia könnte sich jedoch als letzte echte Bewährungsprobe auf dem Weg zum Titel erweisen.
Der Sieg in Madrid war durchaus glücklich. Nach seiner Fabelrunde im Qualifying, der damit erkämpften Pole Position und dem gewonnen Start schien Weltmeister Lando Norris auf dem Weg zum Erfolg, ehe das Virtual Safety Car die Karten neu mischte und Mercedes in die Hände spielte. Das weiß auch Kimi Antonelli selbst.
"Es war nicht ganz einfach, vor allem im Hinblick auf das Reifen-Management. Es ist gut zu gewinnen, aber es fühlt sich nicht so super an, weil der Sieg eigentlich Lando gehört hätte. Aber wir nehmen es", erklärte der Mercedes-Pilot nach Rennende.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff ordnete den Erfolg am Sky Sport Mikrofon ähnlich ein. "Heute ist es gegen McLaren gelaufen mit dem VSC. Wir haben das ganze Jahr über überhaupt kein Glück mit VSCs und Safety Cars gehabt, die sind immer ungelegen gekommen. Heute haben wir davon unheimlich profitiert und dieses Rennen gewonnen."
Dennoch wollte Wolff die Leistung seines Schützlings nicht schmälern: "Wir haben aber nicht zuletzt auch wegen des Speeds von Kimi gewonnen. Er war fehlerfrei - fast fehlerfrei. Am Ende hat er noch die Wand geküsst, das geht immer ein bisschen auf meine Nerven, aber es ist okay."
Antonelli drückt der Konkurrenz seinen Stempel auf
Fakt ist: Antonelli liefert konstant ab. Seit der Sommerpause sammelte der Mercedes-Pilot an drei Rennwochenenden mit drei Grands Prix und einem Sprint starke 73 Punkte. Teamkollege George Russell kommt im selben Zeitraum auf 51 Zähler, Lewis Hamilton sogar nur auf 22.
Die Zahlen verdeutlichen die Dominanz des 19-Jährigen auch im Titelkampf. Vor der Sommerpause hatte Antonelli 50 Punkte Vorsprung auf Hamilton und 59 auf Russell. Mittlerweile sind daraus komfortable 101 Zähler auf Hamilton und 81 auf Russell geworden.
Vom WM-Kampf selbst möchte der WM-Leader allerdings nichts wissen. "Genau daran will ich nicht denken. Ich will jedes Rennen für sich nehmen, in jedem Rennen voll und ganz liefern und zugleich natürlich auch Spaß haben. Ich gebe in jedem Rennen mein Bestes und dann schauen wir mal, was am Schluss dabei herauskommt."
Hamilton erlebt Saison-Premiere zur Unzeit
Während Antonelli seinen Status als Titelkandidat Nummer eins immer mehr festigt, erlebt Hamilton bei Ferrari schwierige Wochen. Der siebenmalige Weltmeister galt lange als größter Herausforderer des Mercedes-Piloten, verlor zuletzt jedoch massiv an Boden.
Zunächst sorgten interne Spannungen bei Ferrari für Schlagzeilen. Beim Heimrennen in Monza kam es zu Reibereien mit Teamkollege Charles Leclerc. In Madrid folgte nun der nächste Rückschlag: Hamilton musste sein Rennen aufgrund technischer Probleme vorzeitig beenden. Hamilton war bis zu diesem Zeitpunkt der einzige Fahrer im gesamten Feld, der in dieser Saison alle Runden eines jeden Rennens und eines jeden Sprints absolviert hatte. Nun kam die Saison-Premiere für den siebenfachen Champion zur absoluten Unzeit.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur erklärte die Situation gegenüber Sky Sport: "Wir wissen es noch nicht. Das Bremspedal war zu lang. Wir haben versucht, das von der Boxenmauer aus zu beheben. Dann war es besser, das Rennen zu beenden. Es hatte keinen Sinn mehr."
Zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kassierte Hamilton damit seinen nächsten Rückschlag im Titelrennen. Statt Druck auf Antonelli auszuüben, wächst der Rückstand von Rennen zu Rennen weiter an.
Norris bleibt gefährlich - aber der Rückstand ist gewaltig
Als aktuell stärkster Gegner im direkten Duell um Rennsiege präsentiert sich ohnehin McLaren. Mit Weltmeister Norris verfügt das Team derzeit über das wohl schnellste Gesamtpaket.
"Gestern war das eine phänomenale Runde, um die Pole zu holen. Ich denke, dass ich heute eigentlich ein perfektes Rennen gefahren bin, aber das Glück war nicht auf meiner Seite", sagte Norris nach dem Rennen. Der Brite sieht sein Team dennoch auf dem richtigen Weg: "Das Team arbeitet toll und hart. Es ist einfach eng ganz oben an der Spitze. Wir werden es weiter versuchen und weitere Siege sind möglich."
Im Kampf um die WM könnte das Formhoch jedoch zu spät kommen. Norris liegt bereits 106 Punkte hinter Antonelli zurück. Bei nur noch neun ausstehenden Rennen und einem Sprint wirkt dieser Rückstand enorm.
Ralf Schumacher sieht nur noch eine "Gefahr"
Auch Sky Sport Experte Ralf Schumacher glaubt, dass Antonelli der Titel kaum noch zu nehmen ist. "Es können immer noch Ausfälle passieren, das haben wir dieses Jahr schon gesehen. Wir hoffen natürlich und klopfen auf Holz, dass es kein Unfall ist. Ansonsten kann ihn eigentlich nicht viel stoppen."
Allerdings warnt Schumacher davor, den Konkurrenzvergleich falsch einzuordnen. "Heute war es das Safety Car, McLaren war schneller, das darf man nicht vergessen. Und das Update muss funktionieren, das darf nicht nach hinten losgehen."
Genau darin könnte die letzte große WM-Hürde liegen. In Malaysia (Anfang Oktober) plant Mercedes ein umfangreiches Update-Paket. Schlägt die Weiterentwicklung an, dürfte Antonelli der Titel nicht mehr zu nehmen sein. Geht das Upgrade jedoch nach hinten los, könnte die Konkurrenz nochmal neue Hoffnung schöpfen.
Noch aber spricht nahezu alles für den Mercedes-Star. Die Konkurrenz kämpft mit Technikproblemen, internen Baustellen oder einem zu großen Punkterückstand. Antonelli dagegen sammelt Siege, fährt konstant vorneweg und hat sein WM-Polster auf eine komfortable Größe ausgebaut.
Wenn jetzt noch der letzte Prüfstein mit dem Malaysia-Update übersprungen wird, dürfte der kommende Weltmeister Kimi Antonelli heißen.
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