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2. Bundesliga News: HSV empfängt St. Pauli zum Derby

Schlacht um die Macht: Wer regiert Hamburg?

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Der Hamburger SV und St. Pauli treten das Derby mit Rückenwind aus dem DFB-Pokal an. (Videolänge: 1:07 Minuten)

Eines ist mal sicher: Es wird mal wieder Zeit für einen HSV-Heimsieg gegen St. Pauli - außerordentlich dringend sogar. Natürlich vollkommen neutral und rein statistisch betrachtet.

Als Gerhard Schröder Bundeskanzler war und Rudi Völler Bundestrainer, als die HSV-Hoffnungsträger Anssi Suhonen und Faride Alidou gerade geboren wurden und Anthony Quinn und Jack Lemmon gestorben sind, haben Bernardo Romeo (2), Martin Groth und Nico Hoogma am 19. April des Jahres 2002 sichergestellt, dass die Statistiker einen 4:0-Erfolg im Stadtduell in den Annalen notieren durften. Und genau genommen war es noch nicht mal ein Heimspiel - es wurde nur aus logistischen Gründen in der damaligen Imtech-Arena ausgetragen. Seitdem gab's keinen Dreier mehr im Volkspark. Der wäre diesmal übrigens wichtiger denn je.

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Hamburger SV und St. Pauli vor Stadt-Duell. (Videolänge: 1:05 Minuten)

HSV möchte die Trendwende

Okay, okay - von den vergangenen 20 Jahren haben der HSV und St. Pauli nur viereinhalb in derselben Spielklasse verbracht. Vor allem deshalb, weil St. Pauli nur 2010/2011 nochmal für ein Jahr im Oberhaus vorbeigeschaut hatte. Bevor das Team von Holger Stanislawski seinerzeit wieder runtermarschiert ist, haben sie im Volkspark nochmal die volle Punktzahl abgeräumt. Seitdem die Derbys in der 2. Liga stattfinden, stehen zwei Remis und ein 2:0-Sieg in der Gastspiel-Bilanz der Braun-weißen. Es besteht also Optimierungsbedarf beim HSV - und der Zeitpunkt für die Trendwende wäre vor allem aus Tim Walters Sicht gut und günstig.

Sechs Punkte liegen zwischen dem Spitzenreiter und dem ungeliebten Nachbarn. Neun Punkte Abstand wären ein Brett, sechs immer noch unangenehm, drei hingegen der Sprung in die Schlagdistanz. Kalte Rechnungen, heiße Effekte. "Unsere Bilanz ist super. Wir würden uns freuen, wenn wir die ausbauen können", lautet die wenig überraschende Idealvorstellung von Schultz. Tim Walter hat was dagegen: "Wir wollen so auftreten, dass wir brutal viel Energie drin haben. Weil wir uns so freuen und so heiß sind." An der notwendigen Derby-Schärfe mangelt es den Trainern also ganz sicher nicht. Beide Teams kommen zudem mit einem äußerst stabilen Ego-Booster aus dem Pokal zum Grande Finale der Englischen Hamburg-Woche.

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Historische Konstellation?

Es ist viel von verschobenen Kräfteverhältnissen die Rede in diesen Tagen. Und die aktuellen Fakten belegen ja tatsächlich, dass der FC St. Pauli erstmals seit Beginn der Derby-Geschichte am 7. Dezember 1919 (9:0-Sieg für den HSV) den Takt in der Stadt bestimmt. Sollte der Tabellenführer durchmarschieren, während der HSV seiner Zweitliga-Tradition treu bliebe und zum vierten Mal auf Platz vier einliefe, würde auf dem Kiez erstmals in der Fußballgeschichte klassenhöher gekickt werden als im Volkspark. Und einiges würde dann dafür sprechen, dass sich die neue Macht-Konstellation langfristig manifestieren könnte.

Die finanziellen Begleiterscheinungen der Beletage eröffnen zukunftsorientierte Möglichkeiten, während der HSV seinen Etat als Zweitligist jedes Jahr ein Stück weiter herunterschrauben musste - und weiterhin müssen würde. Ein Absatz geprägt von Konjunktiven. Denn so weit ist es schließlich noch lange nicht. Mindestens sieben andere Klubs können den Hamburger Vereinen noch einen fetten Strich durch die Aufstiegsrechnung machen. Weitere Konfrontationen in der 2. Liga sind also genauso wenig ausgeschlossen, wie die gemeinsame Vorfreude auf Stadtduelle in der Bundesliga. Das aktuelle Derby ist zweifellos richtungsweisend, aber nicht saisonentscheidend.

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HSV-Sportvorstand Jonas Boldt vor dem Stadtderby gegen den FC St. Pauli. (Videolänge: 46 Sekunden)

Duell der Torjäger

Erwischt Liga-Top-Torjäger Burgstaller (seit drei Partien ohne Treffer) den besseren Tag als Robert Glatzel (fünf Tore in den letzten vier Pflichtspielen)? Ist Heuer Fernandes griffiger im Tor als sein Gegenüber Vasilj? Gelingt dem formstarken Marcel Hartel ein entscheidender Geistesblitz oder möglicherweise dem wankelmütig begnadeten Sonny Kittel? Kleinigkeiten, enge Momente, vielleicht sogar Zufälle können diese immer wieder aufs Neue besondere Begegnung entscheiden. Und auch der Einfluss von den Rängen kann zum Faktor werden. Nur 2000 Fans haben Zutritt - ein vieldiskutiertes Ärgernis in beiden Lagern. 200 St. Pauli-Anhänger werden dabei sein.

Numerisch eindeutige Kräfteverhältnisse - wie sich das akustisch auswirkt, wird allerdings abzuwarten sein. Der erste Heimsieg nach mehr als 20 Jahren oder ein weiterer Kiez-Kicker-Coup an der Stellinger Sylvester Allee? Beide Varianten dürften deutlich vernehmbare Jubelstürme zur Folge haben. Und zum 107. Mal unterhaltsamen Diskussionsstoff liefern. Ob und - falls ja - in welcher Klasse die 108. Auflage im Spielplan der kommenden Saison auftaucht, wird wohl erst nach 34 Spielen, vielleicht sogar erst nach der Relegation feststehen. Bis dahin sind erstmal nur Hamburger Duelle in Pokal möglich. Im Viertelfinale. Oder im Halbfinale. Oder in Berlin!

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