Abstieg von Fortuna Düsseldorf rettet Regionalligist SC Wiedenbrück
Die Ostwestfalen profitieren vom doppelten Abstieg der Fortuna und sichern sich dadurch überraschend doch noch den Klassenerhalt. Die Rettung feiert das Team auf Mallorca.
18.05.2026 | 20:40 Uhr
Das Fürther Kleeblatt wurde am 34. Spieltag der 2. Bundesliga zum unverhofften Glückssymbol für den Regionalligisten SC Wiedenbrück.
Von Leon Düngefeld
Es ist eine dieser kuriosen Geschichten, die der Fußball manchmal schreibt.
Der SC Wiedenbrück war sportlich bereits abgestiegen und bleibt trotzdem in der Regionalliga West. Der Absturz von Fortuna Düsseldorf in die 3. Liga setzt eine Kettenreaktion in Gang, von der der SCW unverhofft profitiert.
Den Nicht-Abstieg feiert das Team des SC Wiedenbrück unterdes im Mega Park auf Mallorca - die Mannschaft war schon vor dem entscheidenden Spiel am Sonntag auf die Insel gereist und lag mit ihrem Gespür goldrichtig.
SC Wiedermalglück
Der SCW beendete am vergangenen Samstag die Saison auf Rang 16 - eigentlich ein Abstiegsplatz. Doch durch den Düsseldorfer Abstieg reicht es plötzlich doch zum Klassenerhalt, da die DFB-Statuten vorschreiben, dass zwischen Profis und Zweitvertretung mindestens zwei Ligen Abstand liegen müssen. Dadurch muss die U23 der Fortuna, die auf Platz zwölf ins Ziel einlief, aus der Regionalliga West absteigen - und Wiedenbrück darf bleiben.
Beim entscheidenden 3:0-Erfolg gegen Düsseldorf entpuppten sich die Fürther Kleeblätter als unverhoffter Glücksbringer für den SCW.
"Man weiß nicht, ob es ein Wunder oder ein stabiler Riss in der Fußballmatrix ist", heißt es in einer Mitteilung auf der Vereinswebseite des SC Wiedenbrück - eine glückliche Fügung ist es allemal. Augenzwinkernd wird dort jetzt über eine Umbenennung in "SC Wiedermalglück" sinniert.
Des einen Freud ist des anderen Leid
Wiedenbrücks Sportchef Oliver Zech verfolgte den Zweitliga-Abstiegskrimi nervös, am Ende stand die Rettung. "Ein fettes Dankeschön nach Fürth an die Mannschaft und Trainer Heiko Vogel. Für Düsseldorf tut es mir natürlich ein bisschen leid. Aber die Freude ist größer: Wir bleiben in der Regionalliga", sagte Zech gegenüber RevierSport am Sonntagabend.
Auch die besondere Situation rund um die Feier ließ er nicht unerwähnt: "Die Jungs sind seit Samstagabend noch bis Mittwoch auf Malle. Sie haben geahnt, dass es ab Sonntag so richtig was zu feiern gibt. Viel Spaß, Männer!"
Wiedenbrück lag in der Tabelle lange Zeit abgeschlagen auf dem letzten Platz. Durch einen starken Schlussspurt mit drei Siegen in Serie an den letzten drei Spieltagen schob die das Team aber noch von Rang 18 auf Platz 16 vor.
Mölders-Comeback kein Thema
Der Klassenerhalt hat auch personelle Folgen: Der Vertrag von Ex-Trainer Sascha Mölders, der noch bis vor wenigen Wochen an der Seitenlinie des SCW stand, verlängert sich automatisch bis 2027.
Auf die Frage, ob nun vielleicht sogar ein Mölders-Comeback beim SC Wiedenbrück möglich sei, antwortete Sportchef Zech gegenüber RevierSport: "Wir sind in Wiedenbrück eigentlich nicht dafür bekannt, dass wir verrückte Sachen machen."
Für eine verrückte Geschichte aber allemal.
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