BVB: Youssoufa Moukoko mit mehr Einsatzchancen unter Terzic als unter Rose?

Neue Hoffnung für Moukoko beim BVB nach Wechsel von Rose zu Terzic?

Von Robert Gherda

Sky Info: Edin Terzic wird Nachfolger von Marco Rose als Trainer bei Borussia Dortmund.

Dortmunds einstiger Wunderknabe Youssoufa Moukoko hat eine Saison zum Vergessen hinter sich. Unter Marco Rose kam der 17-Jährige meist nur zu Kurzeinsätzen. Sogar ein Abgang stand im Raum. Doch der Trainer musste gehen - neue Hoffnung für Moukoko? Sky Sport beleuchtet die Situation.

Als die insgesamt enttäuschende Saison von Borussia Dortmund und Youssoufa Moukoko fast zu Ende war, sorgte das Supertalent noch einmal für ein echtes Highlight. Beim Stand von 1:1 gegen Kellerkind Hertha BSC erkennt der Youngster in der 84. Minute die Situation, setzt wenige Sekunden nach seiner Einwechslung zum Sprint in die Spitze an und trifft nach starkem Zuspiel von Jude Bellingham sehenswert mit seinem ersten Ballkontakt ins lange Eck zum Siegtreffer für den BVB. Berlins Torhüter Marcel Lotka ist beim Linksschuss Moukokos trotz spitzen Winkels machtlos - der junge Angreifer zielte einfach zu genau und der Ball ging vom Innenpfosten ins Tor.

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Moukoko nur mit zwei Saisontreffern

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Es war erst Moukokos zweiter Saisontreffer. Zuvor hatte er noch beim 6:0-Schützenfest gegen Borussia Mönchengladbach den Treffer zum zwischenzeitlichen 4:0 erzielt. Zu wenig für die Ansprüche des jüngsten Angreifers, der vergangene Saison im Alter von gerade einmal 16 Jahren und 28 Tagen der jüngste Torschütze der Bundesliga-Historie wurde und in dieser Saison eigentlich durchstarten sollte.

Hinzu kommen in der Bundesliga noch zwei Assists in seinen nur 16 Einsätzen in der höchsten deutschen Spielklasse. Die meisten davon bestritt Moukoko als Joker - in 15 der 16 Partien stand er keine halbe Stunde auf dem Platz, nur im Hinspiel gegen die Fohlen fand er sich in der Startformation wieder, wurde bei der 0:1-Pleite seinerzeit aber nach 57 Minuten ausgewechselt.

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Weniger Einsatzminuten als unter Terzic

Insgesamt gönnte ihm Trainer Marco Rose mit "nur" 210 Einsatzminuten fast genau halb so viele wie in seiner Premierenspielzeit, als Moukoko unter Lucien Favre und vor allem Edin Terzic immerhin 410 Minuten Bundesligaluft schnuppern durfte. Und das, obwohl der junge Angreifer ab dem 27. Spieltag wegen einer schweren Bänderverletzung bis Saisonende ausfiel.

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Auch in der gerade abgelaufenen Spielzeit wurde das einstige Wunderkind zweimal von Verletzungen zurückgeworfen. In der Hinrunde musste er zwischen Oktober und Dezember acht Spiele wegen eines Muskelfaserrisses aussetzen, in der Rückrunde verpasste er im März drei weitere Begegnungen mit der gleichen Blessur. Doch die Verletzungen sind nur ein Grund, warum der erhoffte Durchbruch diese Saison ausblieb. Moukoko fand unter Rose im neuen System des Übungsleiters nie seinen Rhythmus und so setzte der Coach auch in Abwesenheit einer Erling Haaland im Sturmzentrum auf andere Spieler.

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Gerüchte über vorzeitigen Abgang

Es wurden sogar Gerüchte laut, dass Moukoko seinen 2023 auslaufenden Vertrag beim BVB nicht verlängern wird und stattdessen schon im Sommer wechseln möchte. Sky Sport weiß aber: Das Sturmjuwel plant nach der Sommerpause zum Trainingsauftakt Ende Juni wieder beim BVB aufzuschlagen. Gespräche seinen bis 2023 laufenden Vertrag zu verlängern, gab es bislang aber tatsächlich noch keine. Aus Spanien heißt es aktuell, dass Real Madrid angeblich bereit sei 20 Millionen Euro für den 17-Jährigen zu bezahlen. In Dortmund weiß man von so einem Angebot allerdings nichts.

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Rose ließ sich von den Spekulationen ohnehin nicht beeinflussen und erklärte, als er Mitte April auf das Thema Moukoko angesprochen wurde, folgendes: "Teil der Wahrheit ist, dass Moukoko diese Saison einfach zu oft verletzt ist". Dadurch brauche der Youngster immer aufs Neue viel Zeit, um wieder Anschluss zu finden. "Ich würde nichts lieber tun, als ihn immer wieder reinzuschmeißen", so Rose, um aber sofort hinterher zu schieben, dass Moukoko sich im Training anbieten müsse. Gleichzeitig zeigte sich Rose aber auch selbstkritisch: "Möglicherweise gab es das ein oder andere Spiel, wo er in guter Verfassung war und ich ihn dann doch nicht gebracht habe. Den Schuh ziehe ich mir gerne an."

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Moukoko kommt unter Rose nur zu Kurzeinsätzen

Doch auch im Saisonendspurt, als es für den BVB sportlich im Grunde um nichts mehr ging und Moukoko körperlich fit war, kam der Stürmer in den letzten vier Partien nur zu Kurzeinsätzen. Gegen die Bayern und Bochum durfte er drei Minuten ran, in Fürth am vorletzten Spieltag dann vier Minuten, ehe er gegen sich die Hertha immerhin noch sieben Minuten zeigen konnte und schließlich auch Eigenwerbung betreiben konnte. Nach dem Spiel lieferte Rose eine Erklärung, warum Moukoko nicht länger randurfte:

"Ich glaube, dass Youssoufa mit den Einsatzzeiten nicht zufrieden ist. Dafür gibt es ein paar Gründe und ich habe immer gesagt, dass ich in ihm das Riesentalent sehe, das er ist. Dennoch muss er sich in Teilbereichen weiterentwickeln", so der gebürtige Leipziger: "Man hat seine Dynamik gesehen, er ist im richtigen Moment losgelaufen". Rose wolle in der kommenden Saison an Moukokos "taktischer Disziplin, der Arbeit gegen den Ball" arbeiten und wiederholte zugleich, dass sich der Youngster seine Einsatzchancen "verdienen" müsse.

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Youngster schwärmt von Terzic

Das muss Moukoko tatsächlich, aber nicht mehr unter Rose, der seit Freitag überraschenderweise nicht mehr Trainer beim BVB ist. Stattdessen übernimmt mit Terzic ein alter Bekannter. Das hat Borussia Dortmund am Montag offiziell bestätigt. Unter dem 39-Jährigen erzielte Moukoko sein erstes Bundesligator und war bis zu seiner Verletzung im Saisonendspurt eine echte Alternative im BVB-Kader.

Der charismatische Trainer hat beim Jungspund auf jeden Fall Eindruck hinterlassen: "Er war zwar im Training in Dortmund immer sehr streng mit mir, hat mich auf jeden noch so kleinen Fehler hingewiesen und ist mir kaum von der Seite gewichen. Aber er hat mich nicht nur sehr gefordert, sondern auch gefördert. Das war einfach überragend von ihm. Terzic hat einmal zu mir gesagt: 'Du bist gut, aber ich will dich noch besser machen.' Dieser Satz hat mir unglaublich viel Auftrieb gegeben", schwärmte der Stürmer in einem Interview mit ran.de im vergangenen November über seinen ehemaligen und zukünftigen Coach und bezeichnete ihn als "prägendsten Trainer meiner Karriere", bei dem er auch immer die nötige Rückendeckung spürte.

Besondere Beziehung zu zukünftigem Co-Trainer Geppert

Moukoko könnte also einer der großen Profiteure des Trainerwechsels sein, zumal Terzic dafür bekannt ist, jungen Spielern Chancen zu geben. Hinzu kommt, dass Terzic neben Oldie Peter Hermann seinen Vertrauten und BVB-U17-Trainer Sebastian Geppert als Assistenten installieren wird. Geppert trainierte Moukoko im Nachwuchs des BVB - hat eine besondere und innige Beziehung zu Moukoko. Doch eine Sonderbehandlung wird es für den Teenager nicht geben.

Peter Hermann soll Co-Trainer bei Borussia Dortmund werden.

Im Gegenteil: Die Konkurrenzsituation in der Offensive dürfte sich im Vergleich zu dieser Spielzeit noch verschärfen. Mit Karim Adeyemi von Red Bull Salzburg und einem noch zu verpflichtenden Top-Stürmer wie möglicherweise Sebastien Haller von Ajax, werden sich zwei Neuzugänge mit Spieler wie Donyell Malen, Marco Reus, Giovanni Reyna, Thorgan Hazard, Julian Brandt oder eben Moukoko um die Plätze in der Offensive streiten. Im Umkehrschluss hat mit Erling Haaland nur ein Konkurrent den BVB verlassen.

Moukoko muss liefern, sonst...

Egal ob im 4-2-3-1, 4-3-3 oder im 4-4-2: Terzic hat die Qual der Wahl und es liegt an Moukoko, den Trainer von sich zu überzeugen. Einfach wird das im Dortmunder Luxuskader sicherlich nicht, doch falls der Youngster verletzungsfrei bleibt und sein volles Potenzial endlich komplett ausschöpfen kann, wird der BVB sicherlich versuchen, den Vertrag mit dem Eigengewächs zu verlängern.

Doch dafür muss Moukoko nun liefern und mehr solche Highlights liefern wie zuletzt gegen die Hertha, sonst könnte das einstige Wunderkind der Dortmunder trotz des Trainerwechsels von Rose zu Terzic ab 2023 in anderen Farben auflaufen...

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