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Asien-Trip: Fluch oder Segen für FC Bayern und Co.?

Schwitzen für das große Geld

von Marcus Friedrich

24.07.2017 | 09:48 Uhr

Auf der Asien-Reise des BVB posiert Torwart Roman Bürki mit chinesischen Fans. 3:19
Asien-Reise der Bundesligisten: Pro und Contra

Trips nach China, Japan oder Singapur dürfen in keinem Sommerfahrplan der europäischen Topklubs mehr fehlen. Den Spielern gehen die PR-Reisen an die Substanz.

David Alaba und James Rodriguez sitzen nach dem Test gegen den AC Mailand völlig ausgelaugt auf der Bank. 40 Grad in China und bis zu 80 Prozent Luftfeuchtigkeit zehren an den Kräften der Stars des FC Bayern. Dazu kommt eine ständige Hatz zwischen Trainingsplatz, Flughafen und PR-Terminen.

Dazwischen wird noch kurz gegen Arsenal und Mailand gespielt. Daher spielte die 0:4-Pleite des FC Bayern am Samstag in China gegen die Italiener nur eine untergeordnete Rolle.

Für die Spieler ist dieser PR-Stress nicht immer einfach: "Natürlich ist es anstrengend. Es gibt sicher angenehmere Bedingungen", sagt Thomas Müller.

PR-Faktoren wichtiger als Sport

Andere Faktoren dürften für die FCB-Bosse in diesen Tagen jedoch deutlich wichtiger sein.

Der deutsche Rekordmeister hat seine Zahl der Fans in Asien auf rund 130 Millionen erhöht. Damit werden die Münchner für Werbepartner auf dem asiatischen Markt noch attraktiver.

Die Baustellen des FC Bayern

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Der FC Bayern München zeigt bei der deutlichen 0:4-Testspielklatsche gegen den AC Mailand ungewohnte Schwächen.

Dazu kommt: Neben zehn Millionen Euro Antrittsprämie in Asien dürften die Bayern auch im Merchandising-Bereich ordentlich Kasse gemacht haben.

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Die Münchner Stars wird die PR-Hatz auch in Zukunft weiter begleiten: "Wir wollen nicht nur kurzfristig Geld verdienen, sondern eine langfristige Partnerschaft aufbauen," erklärt Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge am Mikro von Sky Sport News HD.

Entwicklung für Hasenhüttl problematisch

Neben den Bayern waren auch Borussia Dortmund und Schalke 04 auf PR-Reise in Asien.

Denn auch Hans-Joachim Watzke und Co. haben die Vorteile erkannt. Die Dortmunder wurden zum Beispiel am Flughafen von Tokio frenetisch empfangen. Hunderte japanische Fans eingedeckt mit Trikots und Fanartikeln jubelten den Borussen-Stars zu.

Die BVB-Spieler wurden von den japanischen Fans begeistert empfangen. (Quelle: Twitter@BVB)
Image: Die BVB-Spieler wurden von den japanischen Fans begeistert empfangen. (Quelle: Twitter@BVB) © Privat

Klimatische Extrembedingungen und eine abgehackte Vorbereitung sind das notwendige Übel, wenn der BVB im Konzert der ganz Großen mithalten und seine Marke auf der ganzen Welt stärken will.

"Als wir uns warm gemacht haben, ist mir schon ein bisschen der Atem gestockt. Aber so ist es in den Ländern und so ist es in der Vorbereitung", sagt BVB-Angreifer Andre Schürrle auf Nachfrage von Sky Sport News HD.

RB-Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl, der mit seinem Team im österreichischen Seefeld im Trainingslager weilt, "beneidet" die anderen Bundesligisten nicht: "Ich halte es für problematisch Spieler, über den halben Erdball zu jagen bei komplett anderen klimatischen Verhältnissen."

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Vorbereitungszeit heißt auch Reisezeit - Borussia Dortmund, Schalke 04 und der FC Bayern repräsentieren die Bundesliga in Asien.

Fast 25.000 Kilometer in einer Woche

Schalke 04 spulte in einer Woche während ihrer Reise von Gelsenkirchen nach China und zurück fast 25.000 Kilometer ab. "Ich komme damit gut klar, aber der eine oder andere wird das schon spüren. Körperlich sind wir platt", sagte Daniel Caliguri nach dem Trip.

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S04 hat seinen ersten Härtetest in der Saisonvorbereitung erfolgreich bestanden.

Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst sagte dazu der WAZ: "Klimatisch war die Reise grenzwertig, aber es sind letztlich nur sieben Tage von sechs Wochen Vorbereitung."

Wenn es ums Geld und die PR geht, müssen die Profis eben auf die Zähne beißen.

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