Atalan mahnt: Junge Trainer müssen emotional bleiben

Vereine müssen Mut haben

Ismail Atalan warnt vor der "Entemotionalisierung" des Fußballs.
Image: Ismail Atalan warnt vor der "Entemotionalisierung" des Fußballs.  © DPA pa

Bochums Ismail Atalan hat in einem Interview über den Trend zu jungen Trainern gesprochen und vor der künstlichen Überhöhung der Arbeitsweise unerfahrenerer Coaches gewarnt.

Im Gespräch mit der FAZ sagte der Trainer des VfL Bochum: "Es ist gut, dass wir den Fußball weiterentwickeln, um das Maximum herauszuholen. Aber wir müssen aufpassen, dass wir den Fußball nicht entemotionalisieren. Der Fan muss uns noch verstehen können - bewusst irgendwelche Begriffe rein werfen, um als Erfinder einer neuen Fußballvokabel zu gelten, ist Quatsch."

Den Trend zu jungen Trainer sieht Atalan als Nutznießer hingegen positiv. "Früher gab es einen Kreis mit bestimmten Vorgaben. Es gab deshalb auch nur eine bestimmte Anzahl an Ideen. Wenn es einen fähigen, erfolgshungrigen Menschen gibt, sollte ein Verein den Mut haben, den Kreis zu verlassen."

Generation "europaweit einmalig"

Die Generation junger Trainer um Hoffenheims Julian Nagelsmann (30) hält der 37-Jährige für "europaweit einmalig". Atalan zufolge sei die aktuelle Situation das Resultat von verstärkten Investitionen im deutschen Fußball in die Ausbildung von Spielern und Trainern: "Davon werden wir sehr lange profitieren". Atalan war vor einigen Wochen von den Sportfreunden Lotte zum VfL Bochum gewechselt und soll den Traditionsklub zurück in die erste Liga führen.

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Bochum eröffnet die Zweitliga-Saison am Freitagabend mit einem Heimspiel gegen den FC St. Pauli (ab 20 Uhr live auf Sky).