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Gladbach News: Fohlen nach Hinrunde nahe an der Abstiegszone

Viele Baustellen, Ungewissheit & harter Jahresbeginn: Fohlen unter Druck

Hinter Borussia Mönchengladbach liegt eine schwache Hinrunde in der Bundesliga.
Image: Hinter Borussia Mönchengladbach liegt eine schwache Hinrunde in der Bundesliga.  © Imago

Borussia Mönchengladbach befindet sich rund um den Jahreswechsel in unruhigen Fahrwassern. Bis zum Re-Start nach der kurzen Winterpause gilt es zahlreiche Baustellen und Ungewissheiten zu beseitigen, um den Turnaround zu schaffen.

5:0 gegen den FC Bayern: Borussia Mönchengladbach feierte in der 2. DFB-Pokal-Runde im Oktober einen sensationellen Erfolg gegen den Rekordmeister. Nach einem wechselhaften Saisonstart unter dem neuen Coach Adi Hütter, der im Sommer für 7,5 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt geholt wurde, durften viele Fans nun auf gute und erfolgreiche Wochen hoffen.

Das Bild gut acht Wochen später ist jedoch verheerend. Seit dem Sieg gegen die Bayern gewannen die Fohlen lediglich ihre zwei Duelle gegen die beiden Aufsteiger VfL Bochum (2:1) und SpVgg Greuther Fürth (4:0). Ansonsten setzte es bei zwei Remis gegen Hoffenheim (1:1) und Mainz (1:1) gleich vier teils deftige Niederlagen, wodurch die Borussia nach der Hinrunde bis auf Rang 14 durchgereicht wurde - drei Punkte von einem direkten Abstiegsplatz entfernt.

Gegentor-Flut für Gladbach

Allein die tabellarische Situation dürfte bei den Verantwortlichen für wenig heitere Stimmung rund um die Feiertage sorgen. Ein Blick auf die Details und das Zustandekommen der angesprochenen Niederlagen zeigt jedoch das eigentliche Ausmaß der aktuellen sportlichen Krise.

In den Duellen gegen Köln, Freiburg, Leipzig und Frankfurt kassierten die Fohlen 17(!) Gegentore - also im Schnitt mehr als vier pro Partie. Mit 32 Gegentoren nach 17 Spielen stellt die Borussia nach Schlusslicht Fürth (49) die zweitschlechteste Abwehr der Bundesliga. Nüchtern betrachtet sind dies Zahlen eines Abstiegskandidaten, der Gladbach zumindest im Hinblick auf die Tabelle derzeit auch ist.

Funkel: "Dafür findet keiner eine Erklärung"

Während man in Gladbach über die kurze Winterpause die Probleme sicherlich tiefgehend analysieren und aus Fohlen-Sicht hoffentlich eine Lösung finden wird, versucht auch Bundesliga-Trainerlegende Friedhelm Funkel gegenüber Sky Sport auf Ursachenforschung zu gehen - allerdings zunächst ohne Erfolg.

"Bei Gladbach gegen Freiburg habe ich auch keine richtige Erklärung. Nach 37 Minuten 0:6 zurückzulegen, so etwas habe ich noch nie erlebt. Auch ich habe mit meinen Mannschaften schon mal 0:7 oder 0:8 verloren, aber nicht nach 37 Minuten. Was da passiert ist, dafür findet keiner eine Erklärung."

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Für Funkel sei die Misere und die offensichtliche Inkonstanz der Fohlen jedoch nicht zwingend an Coach Hütter festzumachen. "Das ist schwierig zu erklären. Die Spieler haben einfach nicht so verteidigt, wie man es tun muss, haben viele Standard-Gegentore bekommen und das ist einfach zu viel. Das kann man keinem Trainer ankreiden, da haben die Spieler ihre Körperlichkeit einfach nicht ins Spiel gebracht und sind nicht richtig in die Kopfballduelle gegangen."

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Verletzungssorgen in der Offensive begleiten die Fohlen

Der 68-Jährige schiebt einen Lösungsansatz hinterher, der zumindest Standard-Gegentore reduzieren könnte: "Sie haben im Raum verteidigt, vielleicht sollten sie wieder zur Manndeckung übergehen, dann haben die Spieler auch eine persönliche Verantwortung einem Gegenspieler gegenüber. Das wäre dann eine Maßnahme, um auch wieder besser zu verteidigen."

Doch nicht nur defensiv hat die Hütter-Truppe Probleme zu verzeichnen. Auch offensiv läuft es alles andere als rund. Erst 22 Treffer stehen auf der Habenseite - bedeutet in dieser Statistik Rang elf in der Bundesliga. Während in der Defensive vieles selbstverschuldet war, schlug in der Offensive bei den Fohlen jedoch häufig das Verletzungspech zu. Darin sieht Funkel auch den Hauptgrund für die teils schwachen Offensivleistungen. "Ich glaube, dass einfach zu viele wichtige Offensivspieler für einen längeren Zeitraum ausgefallen sind. Thuram ist ausgefallen, Embolo, Plea - genau das sind die Spieler, die in den vergangenen Jahren viele Tore geschossen haben. Auch Stindl trifft nicht mehr so oft wie früher. Der Einzige, der da noch positiv heraussticht, ist Hofmann mit seinen sieben Toren. Sie schießen aber zu wenig Tore, um Spiele zu gewinnen."

Allerdings wird der deutsche Nationalspieler zumindest den Auftakt in die Rückrunde verpassen. Hofmann wird erst Anfang des Jahres nach einer Knie-OP wieder ins Training einsteigen. Ein weiterer Rückschlag für die Fohlen.

Eberl will Klarheit schaffen - Ginter & Zakaria im Fokus

Doch bis es überhaupt zum Re-Start nach der kurzen Winterpause kommt, gilt es in Gladbach abseits des Platzes Ungewissheiten zu beseitigen. Dies kündigte Sportdirektor Max Eberl in einem vereinseigenen Video an: "Wir haben auch klipp und klar den Jungs, der Mannschaft gesagt: Alles, was bei den Jungs jetzt im Kopf ist, was nicht mit Borussia oder der Rückrunde zu tun hat, möchte ich jetzt in dieser Woche geklärt wissen", berichtete Eberl über eine Ansage an das Team zum Ende der Hinserie. "Ich möchte, dass alle den Fokus auf diese Situation, auf diesen Verein, auf diese Rückrunde richten."

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Durch die Blume geht diese Ansage besonders in Richtung der beiden Stammspieler Matthias Ginter und Dennis Zakaria. Bei beiden Akteuren läuft der Vertrag zum Saisonende aus. Nur noch im Winter kann Gladbach mit den beiden Transfereinnahmen generieren. Die Zukunftsfrage spitzt sich somit auf zwei mögliche Ausgänge hin: verlängern oder verkaufen. Ein Auslaufen des Vertrages ist besonders in Zeiten von fehlenden Einnahmen durch Corona eher auszuschließen.

Gladbach mit schwerem Auftakt ins Jahr 2022

Außerdem wäre ein klarer Kopf ohne Störfaktoren und Gewissheit bezüglich der Zukunft sicherlich auch förderlich für die sportlichen Leistungen der betroffenen Spieler und auch der gesamten Mannschaft. Dies sollte besonders im Hinblick auf den schwierigen Start ins neue Jahr der Fall sein, immerhin geht es für die Hütter-Truppe gleich zu Beginn gegen den FC Bayern München und danach gegen Bayer Leverkusen. "Das ist sehr, sehr ambitioniert und kompliziert", weiß Eberl die Situation einzuschätzen.

Zwei weitere Niederlagen, die bei diesem Programm nicht auszuschließen sind, würden Gladbach wohl noch wochenlang im Abstiegskampf binden. Doch für Funkel ist trotz der sportlich schwierigen Situation klar, dass sich die Fohlen erholen werden.

Funkel glaubt an Gladbacher Turnaround

"Wenn alle fit sind, werden sie da unten auch wieder schnell wegkommen. Auch mit Adi Hütter und seinem Trainerteam, davon bin ich überzeugt. Wenn da wieder alle fit sind, wird diese Mannschaft ruckzuck aus dem Abstiegskampf wieder in der Tabelle nach oben kommen."

Ein Champions-League-Platz sei zwar schon zu weit weg, doch warum sollte die Borussia "nicht Sechster oder Siebter werden" und am Ende doch noch international spielen? "Ich traue Gladbach zu, dass sie mal vier, fünf Spiele in Folge gewinnen."

Damit dies jedoch gelingt, muss sich bei der Borussia in der kurzen Wintervorbereitung auf und auch neben dem Feld einiges tun. Ansonsten rücken ein Turnaround und eine sorgenfreie Saison in weitere Ferne.

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