Bayern enteilt der Liga - und jetzt lichtet sich das Lazarett

Konkurrenz patzt

Mit einem enormen Kraftakt mühte sich der FC Bayern zu einem 3:1 gegen Hannover 96. Ohne Glanz haut der Titelverteidiger an der Spitze trotzdem ab, weil die Konkurrenz dahinter patzt.

RB Leipzig geht bei Hoffenheim 0:4 unter, Schalke verspielt einen Sieg gegen Schlusslicht Köln (2:2) und auch der BVB kommt in Überzahl bei Bayer Leverkusen (1:1) nicht richtig in Tritt.

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Lazarett lichtet sich

Denn jetzt lichtet sich bei den Münchnern auch das Lazarett. Vor allem Bayern-Trainer Jupp Heynckes ist froh, dass der wiedergenesene Thomas Müller wieder auf dem Platz steht. "Thomas ist ein belebendes Element in unserem Spiel. Ich finde es sehr positiv, dass er großen Einsatzwillen zeigt. Dass er vor dem Tor noch nicht so der kaltschnäuzige Vollstrecker war, wie er das in besten Zeiten gewesen ist, das ist für mich ganz normal", meinte der 72-Jährige nach dem Match und ist zuversichtlich: "Aber da kommt er auch wieder hin."

Am Sky Mikro haderte der Nationalspieler mit seinen vergebenen Chancen: "Was ich mir selbst ankreiden muss, ich muss aufs Tor schießen in der Situation", kommentierte Müller eine Szene und denkt scherzeshalber über einen Jobwechsel nach: "Ich weiß auch nicht, ob ich beim Roten Kreuz oder bei der Mutter-Theresa-Vereinigung anfangen will, aber ich muss auch mal wieder selber draufhalten."

Heynckes optimistisch

Auch die Rückkehr der weiteren angeschlagenen oder verletzten Spieler stimmen Heynckes positiv. Coman in sehr guter Verfassung, Jerome Boateng "fast wieder in Normalform", dazu die Rückkehr von Ribery und übrigens auch David Alaba - "insgesamt ist das erfreulich", sagte Heynckes, und deswegen sei er auch "optimistisch für die restlichen Spiele" zunächst bis zur Winterpause.

Allerdings: Mit einer Leistung wie gegen Hannover, das durch Charlison Benschop in der 35. Minute den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich erzielt hatte, wird es am Dienstagabend (ab 19:00 Uhr live auf Sky) gegen Paris St. Germain nicht reichen.

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Boateng schlägt Alarm

Abwehrchef Jerome Boateng schlug nach dem Spiel Alarm: "Das kannst du gegen Paris nicht machen, sonst schießen die dich ab." Der Weltmeister monierte besonders fehlende Laufbereitschaft und mangelndes Engagement in der Mannschaft.

Die Defensivarbeit war vor allem in der ersten Halbzeit, als Sven Ulreich einen von ihm selbst verschuldeten Elfmeter von Niclas Füllkrug (28.) parierte, bisweilen ungenügend, und vorne ließen die Bayern über die gesamte Spielzeit hinweg "eine Fülle von Chancen" ungenutzt, wie Heynckes bemängelte.