Borussia Dortmund: Bangen ums Weiterkommen in der Champions League
"Hohe Siegprämien in Barcelona" machen BVB Mut
10.12.2019 | 11:37 Uhr
Borussia Dortmund konnte in der Bundesliga mit zwei Siegen in Folge einen Befreiungsschlag landen. In der Champions League ist die Lage jedoch prekär. Vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Slavia Prag bangt der BVB ums Weiterkommen und muss auf Schützenhilfe hoffen.
Nach dem 2:1-Auswärtserfolg bei Hertha BSC legten die Dortmunder am vergangenen Wochenende im heimischen Signal-Iduna-Park nach und fertigten Fortuna Düsseldorf mit 5:0 (1:0) ab.
Favre wieder etwas fester im Sattel
Der Kantersieg war Balsam für die Seele aller BVB-Fans und mit Sicherheit auch für Trainer Lucien Favre. Der zuvor angezählte Schweizer sitzt durch die beiden Siege wieder fester im Sattel.
"Für Trainer Lucien Favre, der unglaublich in der Kritik stand, war es ganz, ganz wichtig. Seine Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch für ihn spielt. Lucien Favre sitzt dadurch auch wieder ein Stück weit sicherer auf seinem Stuhl", sagt Sky Reporter Jesco von Eichmann sagt zur Trainer-Thematik.
Favre stellt System um
Beim Kantersieg gegen Düsseldorf wagte Favre einen Taktik-Kniff und stellte das System um. Favre entschied sich für eine Dreierkette und zog zudem Julian Brandt auf die Achter-Position im zentralen Mittelfeld zurück. Der Nationalspieler konnte in neuer Rolle vollends überzeugen.
Lediglich im physischen Bereich sieht von Eichmann noch Steigerungspotenzial bei Brandt: "Wenn es körperlich zur Sache geht, hat er in den vergangenen Spielen zuvor auf dieser Position ein wenig seine Schwächen gezeigt. Doch wenn er da noch zulegt und in diese Position reinwächst, kann er hier bei Borussia Dortmund auf dieser Position noch eine ganz große Rolle spielen."
Das neue System mit Dreierkette und Brandt auf der Acht könnte ein Zukunftsmodell des BVB sein und wird womöglich auch wieder gegen Slavia Prag (Dienstag, ab 20:55 Uhr live in der Konferenz auf Sky Sport 1 HD) praktiziert. Verzichten muss Favre allerdings auf Axel Witsel, der sich bei einem Sturz im eigenen Heim eine Verletzung zuzog.
Gegen den tschechischen Hauptstadt-Klub peilen die Schwarz-Gelben logischerweise einen Dreier an. Borussia Dortmund hat aber auch keine andere Wahl. Vor dem finalen Gruppenspiel hat der BVB das Weiterkommen nicht mehr selbst in der Hand und muss bangen.
Dortmund muss auf Schützenhilfe hoffen
Die Rechnung ist ganz einfach: Dortmund muss gegen Slavia Prag mehr Punkte holen, als Inter Mailand gegen den FC Barcelona. Ist das nicht der Fall, müssen sich Reus und Co. mit dem dritten Platz in der Gruppe zufriedengeben und können nur noch in der Europa League auf Titeljagd gehen.
Der Gruppensieger aus Barcelona muss also Schützenhilfe leisten und dem BVB-Konkurrenten Inter möglichst viele Punkte abnehmen. Torwart Roman Bürki ist dennoch optimistisch: "Die Hoffnung auf das Achtelfinale ist groß. Auch wenn wir vom anderen Spiel abhängig sind, müssen wir den Fokus auf unser Spiel legen", so der 29-Jährige auf der Pressekonferenz. Auf eine Show von Lionel Messi können die Dortmunder derweil nicht hoffen. Der argentinische Superstar steht für das Duell gegen Inter Mailand nicht im Kader.
Von Eichmann spricht vor dem Fernduell um das Weiterkommen von einem ganz besonderen Anreiz: "Barcelona braucht nichts mehr zu machen. Die sind durch und Gruppenerster. Aber wie ich gehört habe, gibt es in Barcelona sehr hohe Prämien auf gewonnene Spiele. Und Geld könnte durchaus ein Anreiz sein, Spiele zu gewinnen."