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Borussia Dortmund zurück auf der 1: Warum der neue BVB funktioniert - und sogar noch besser werden kann

Sechs Pflichtspielsiege in Serie, der beste Bundesliga-Start seit elf Jahren und erstmals seit Mai 2023 wieder Tabellenführer.

Nico Schlotterbeck (von l.), Alexander Meyer und Gregor Kobel dürfen sich aktuell mit dem BVB freuen.
Image: Nico Schlotterbeck (von l.), Alexander Meyer und Gregor Kobel dürfen sich aktuell mit dem BVB freuen.  © Imago

Borussia Dortmund ist unter Niko Kovac auf Erfolgskurs. Das eigentlich Beeindruckende dabei: Der BVB gewinnt, obwohl die Mannschaft ihr spielerisches Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft hat.

Sechs Pflichtspielsiege in Folge, der beste Bundesliga-Start seit elf Jahren und die Rückkehr an die Tabellenspitze. Beim BVB stimmen aktuell die Ergebnisse. Das Erstaunliche daran: Die Mannschaft hat ihr Limit noch lange nicht erreicht.

Die nackten Zahlen lesen sich für Borussia Dortmund derzeit hervorragend. Erstmals seit elf Jahren ist das Team mit vier Siegen in eine Bundesliga-Saison gestartet und steht damit erstmals seit Mai 2023 wieder auf dem ersten Tabellenplatz. "Das hört sich sehr gut an. Das nehmen wir mit", sagte Maximilian Beier, dessen Tor in der 70. Minute die Borussia an die Spitze schoss. Das Selbstvertrauen im Ruhrgebiet wächst mit jedem der mittlerweile sechs Pflichtspielsiege in Serie. Doch warum funktioniert der BVB in dieser frühen Phase der Saison plötzlich so gut?

Eckdaten der Saison 2026/2027

  • Bundesliga, 1. Spieltag: 28.08.2026
  • Bundesliga, 34. Spieltag: 22.05.2027
  • 2. Bundesliga, 1. Spieltag: 07.08.2026
  • 2. Bundesliga, 34. Spieltag: 23.05.2027
  • DFB-Pokalfinale: 29.05.2027

Die Achse steht: Kobel, Anton, Gadou und Guirassy

Ein genauerer Blick auf die Mannschaft zeigt, dass sich eine funktionierende Achse gebildet hat, die dem Spiel die nötige Stabilität verleiht. Angefangen bei Torhüter Gregor Kobel (28), fungiert in der Defensive Waldemar Anton (30) als absoluter Anker. Er gibt der Abwehr Struktur und strahlt die nötige Ruhe aus.

Daneben hat sich Joane Gadou (19) als kompromissloser Abräumer etabliert, der die Räume schließt und dem Team physische Präsenz verleiht. Nico Schlotterbeck drängt auch nach seinem Comeback direkt in eine Leader-Rolle. Ganz vorne schließlich sorgt Serhou Guirassy (30) für die dringend benötigte Effizienz: Er ist der klassische Knipser, der die Chancen eiskalt verwertet. Diese Linie steht - und sie liefert ab.

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Highlights Kompakt: Nicht-Nominierter Beier schießt BVB zum Auswärtssieg

Intensität bleibt hoch - Defensive steht

Der BVB schafft es zudem, die Intensität aus der vergangenen Saison mit in diese Spielzeit zu nehmen. In drei von vier Spielen (mit Ausnahme von Hoffenheim) liefen die Dortmunder Spieler mehr als ihre Gegner. Insgesamt belegt der BVB in der Kilometertabelle damit Platz fünf - bei den Sprints sogar den zweiten Rang.

Mit Daniel Svensson (24) steht ein echter Dauerläufer in den Top 5 der Bundesliga-Spieler mit den meisten Kilometern auf der Uhr. Und nur zwei Gegentreffer bisher untermauern den Trend aus der Vorsaison, als der BVB die beste Abwehr stellte.

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Kovacs Rotationsprinzip: Kaderbreite gezielt nutzen

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist derzeit aber auch die Personalführung von Trainer Niko Kovac. Er nutzt die gestiegene Qualität und Breite des Kaders aktiv, um dosiert zu rotieren und die Belastung in den englischen Wochen zu steuern.

Gleichzeitig ermöglicht ihm diese Tiefe im Kader, Leistungsträger ohne übermäßigen Druck an ihr Top-Niveau heranzuführen. Ein Beispiel dafür ist Felix Nmecha (25): Kovac gibt ihm die nötige Zeit und die passenden Einsatzzeiten, um Schritt für Schritt zu seiner Bestform zu finden. Diese Herangehensweise hält nicht nur den Konkurrenzkampf hoch, sondern sorgt auch dafür, dass die Frische über die gesamte Saison erhalten bleibt.

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Bei Sky90 diskutiert Lothar Matthäus über die Titelchancen von Borussia Dortmund. Der Sky Sport Experte sieht die Stärke von Niko Kovac Mannschaft im breiten Kader.

Der Tabellenführer hat noch Luft nach oben

Trotz der jüngsten Erfolge und der Tabellenführung wäre es jedoch ein Trugschluss zu glauben, dass in Dortmund bereits alles perfekt läuft. Vielmehr muss die aktuelle Situation für die Konkurrenz fast schon wie eine Warnung klingen, denn: Der BVB kann noch besser werden.

Spielerisch ist noch nicht immer alles Gold, was glänzt. Es fehlt in einigen Phasen noch an der letzten Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit in den Abläufen. Zudem sind wichtige Puzzleteile im Kader noch gar nicht auf ihrem absoluten Leistungshöhepunkt angekommen. Ein Felix Nmecha (25) sucht nach wie vor nach seiner Topform, auch wenn die Kurve deutlich nach oben zeigt. Insgesamt ist das Mittelfeld mit Kreativ-Neuzugang Konstantinos Karetsas (18) und dem neuen Gestalter Joey Veerman (27) noch auf der Suche nach dem Schlüssel, um die Offensive konstant zu einer echten Waffe zu machen. Joane Gadous beeindruckende Physis kaschiert zudem noch große Defizite im Spielaufbau. In Stuttgart lieferte er zwei fast perfekte Vorlagen - für den Gegner.

Auch Nico Schlotterbeck (26) ist gerade erst wieder zurückgekehrt; er muss nach seiner Pause erst wieder seinen Rhythmus finden und die Abstimmung mit Nebenmann Anton weiter perfektionieren.

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Nico Schlotterbeck erlaubt sich bei der Platzwahl vor dem BVB-Spiel beim VfB Stuttgart einen kleinen Spaß und reagiert auf ganz besondere Art und Weise auf die Frage, welche Farbe der Schiedsrichter-Münze er bevorzuge.

Ein großes Manko in dieser Saison ist bisher zudem die fehlende Spielkontrolle. Gegen Hamburg in der zweiten Hälfte, gegen Hoffenheim sogar 60 Minuten lang und auch zu Hause gegen Paderborn gab es zu viele Phasen, in denen der BVB zu passiv agierte und den Gegner einlud, die gefestigte Defensive auf harte Proben zu stellen. Gegen Stuttgart hat das Kovac-Team da aber schon einen Schritt nach vorne gemacht - die Balance hin zu noch besserer Offensive bleibt aber ein Thema.

Fazit:

Die Basis in Dortmund ist gelegt. Die Ergebnisse stimmen und die neue zentrale Achse harmoniert bereits prächtig. Wenn die Mannschaft nun auch spielerisch den nächsten Schritt macht und die Spieler, die aktuell noch Form oder Rhythmus suchen, ihr volles Potenzial abrufen, wird dieser BVB in dieser Saison nur sehr schwer zu schlagen sein - auch vom FC Bayern.

Nach der langen Länderspielpause sind es noch drei Spieltage bis zum "Klassiker" in München. Eine echte Probe, wie gut der neue BVB wirklich ist.

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