Bruno Labbadia soll Brände beim VfL Wolfsburg löschen
"Feuerwehrmann" folgt auf Martin Schmidt
23.02.2018 | 14:18 Uhr
In Zeiten großer Abstiegssorgen geht der VfL Wolfsburg auf Nummer sicher und verpflichtet in Bruno Labbadia einen Experten für den Kampf um den Klassenerhalt. Das Strukturproblem des Klubs aber bleibt.
Ein typischer "Feuerwehrmann" soll beim VfL Wolfsburg die vielen Brandherde löschen: Der abstiegskampferprobte Bruno Labbadia ist neuer Trainer des kriselnden Werksklubs, der aufgrund einer Ergebnis- und Führungskrise Richtung Zweitklassigkeit taumelt. Labbadia leitete am Dienstagnachmittag erstmals das Training der Wölfe, beim Abstiegs-Knaller am Freitag in Mainz (ab 20:30 Uhr im Liveblog auf skysport.de) gibt er sein Debüt auf der VfL-Bank. Der Vertrag läuft bis Ende Juni 2019.
Untergangsstimmung beim VfL Wolfsburg
"Ich fühle mich gut und ausgeruht und freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit meiner neuen Mannschaft", sagte Labbadia via Pressemitteilung des Klubs. Auf den 52-Jährigen, der den Hamburger SV vor drei Jahren in einer noch viel aussichtsloseren Situation zum Klassenerhalt geführt hatte, wartet jedoch eine schwierige Mission.
Nach der richtungweisenden Partie in Mainz folgen Duelle gegen die Topteams Bayer Leverkusen, 1899 Hoffenheim und Schalke 04. Und im Verein herrscht eine Untergangsstimmung.
Schmidt-Aus wegen Duell mit Ex-Klub?
Nach Informationen der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung soll der Ausblick auf die zum Abstiegs-"Endspiel" ausgerufene Partie bei seinem Ex-Klub Mainz Schmidt zu diesem Schritt bewogen haben. Möglicherweise habe er einen Spießrutenlauf und fehlende Rückendeckung bei einer Niederlage befürchtet. Wohl nicht zu Unrecht. In 19 Bundesligaspielen unter seiner Regie kamen die Niedersachsen nur auf 20 Zähler - das macht einen katastrophalen Punkteschnitt von 0,95 Zählern. Mit so einer Bilanz steigt man ab.
"Wenn man sich so die sportliche Bilanz ansieht, spricht es gar nicht so für schlechte Leistung. Man hat zwölf Unentschieden, man hat neben Dortmund, München, Leverkusen und Frankfurt die wenigsten Niederlagen, aber es gibt auch ein altes Zitat: Wenn du 34 Mal in der Bundesliga spielst und 34 Mal unentschieden, kannst du auch durchaus ungeschlagen absteigen", sagte Sky Experte Rainer Calmund.
Rebbe mehr denn je unter Druck
Dass Schmidt nur wenige Tage nach den Rücktritts-Gerüchten um Olaf Rebbe seinen Posten niederlegte, lässt zumindest aufhorchen.
Zwar hatte der Klub umgehend einen entsprechenden Medienbericht dementiert und seinem Sportdirektor den Rücken gestärkt, doch Rebbe steht mehr denn je unter Druck. Scheitert Labbadia, scheitert auch der junge Nachfolger von Klaus Allofs.