Bundesliga News: Darum kann der VfB Stuttgart Borussia Dortmund gefährlich werden
Achtung BVB! Fünf Gründe, warum der VfB zur Stolperfalle werden kann
12.12.2020 | 17:09 Uhr
Am Samstag (ab 14 Uhr LIVE und EXKLUSIV auf Sky Sport Bundesliga) gastiert der VfB Stuttgart bei Meisteranwärter Borussia Dortmund. Doch Vorsicht BVB! Die Schwaben sind kein "normaler" Aufsteiger. Sky Sport nennt fünf Gründe, warum Stuttgart dem BVB ein Bein stellen kann.
1. Schwäbische Auswärtsstärke trifft auf Dortmunder Heimkomplex
14 Punkte nach zehn Spielen, Platz acht in der Tabelle (Stand: Freitag, 20:30 Uhr) - der VfB Stuttgart ist für einen Aufsteiger fast schon sensationell aus den Startlöchern gekommen. Noch viel beeindruckender wird diese Statistik bei einem genaueren Blick auf die Details, denn: Der VfB holte elf seiner 14 Zähler in der Fremde und ist damit hinter Branchenprimus FC Bayern München (zwölf) und Bayer Leverkusen (elf) die drittstärkste Auswärtsmannschaft.
Die Schwaben wissen somit die in Corona-Zeiten fehlende Fanunterstützung - vor allem für den Gastgeber - für sich zu nutzen und Kapital in Form von Punkten daraus zu schlagen. Besonders im Signal Iduna Park in Dortmund, dem größten Stadion in Fußball-Deutschland, ist diese fehlende Atmosphäre zu spüren. Und dies scheint den BVB negativ zu beeinflussen. In allen relevanten Bereichen weisen die Schwarz-Gelben in ihrem leeren Stadion schlechtere Werte auf als noch vor dem Restart: Weniger Punkte, weniger Tore, mehr Gegentore, weniger erspielte Tormöglichkeiten, und und und.
Die Chancen der starken "Auswärts-Schwaben" auf einen dreifachen Punktgewinn in Dortmund stehen damit wohl so gut wie schon lange nicht mehr.
2. Beispiele FC Bayern & Leverkusen: VfB kann Big Player ärgern
Zwar gehört der BVB als Tabellenvierter und frischer CL-Achtelfinalist zu den Big Playern in Deutschland, doch dass der VfB auch mit solchen Kalibern mithalten kann, haben die Schwaben in dieser Saison bereits bewiesen. Zwar verlor das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo das Heimspiel gegen den FC Bayern München mit 1:3, doch am Ende darf sich der Rekordmeister auch nicht beschweren, wenn die Partie mit einem Remis endet. Die Gründe hierfür sind hinlänglich bekannt.
Seine Furchtlosigkeit und Qualität hat der VfB auch gegen den Tabellenzweiten, Bayer Leverkusen, aufblitzen lassen.Trotz eines frühen Rückstands durch Patrik Schick holten die Schwaben am Ende noch einen Punkt (1:1) und wurden so für ihr Engagement und ihre Spielweise belohnt.
3. Stuttgart vereint attraktive & mutige Spielweise mit Effizienz
Besonderes letztere hat in der bisherigen Saison einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der VfB agiert unter Coach Matarazzo offensiv, mutig und scheut kein Risiko - ein Fußball, der dem neutralen Fan Spaß und Attraktivität vermittelt. Doch die Spielweise der Schwaben ist nicht nur schön fürs Auge, sondern bringt auch Kapital in Form von Punkten ein.
Dies liegt daran, dass Stuttgart die zahlreich herausgespielten Möglichkeiten auch in Tore ummünzt. Mit 57 Prozent bei der Großchancenverwertung liegt der VfB ligaintern auf Platz drei. Zudem erzielten die Schwaben in jedem der bisherigen zehn Spiele mindestens einen Treffer.
Insgesamt stehen 19 Tore auf der Habenseite - nur der FC Bayern (34), RB Leipzig (21), der BVB und Union Berlin (beide 22) haben häufiger getroffen.
4. Schwaben sind schwer auszurechnen
Mit sieben Toren gehen die meisten auf das Konto von Silas Wamangituka, der jüngst beim 2:1-Sieg bei Bremen einen Doppelpack schnürte und so die drei Punkte für den VfB sicherte. Doch der Kongolese ist nicht der einzige Akteur bei Stuttgart, der Tore schießen kann. Insgesamt trugen sich bereits neun(!) verschiedene Spieler in die Torschützenliste ein.
Dadurch ist der VfB auf eine gewisse Art und Weise unberechenbar für den Gegner, der sich damit nicht nur auf ein oder zwei gefährliche Angreifer konzentrieren kann. Somit kommt besonders auf die Defensive der Dortmunder eine nicht zu unterschätzenden Aufgabe zu.
5. High-Speed-VfB trifft auf überspielten BVB
Ein Blick auf die Voraussetzungen der angesprochenen Mannschaftsteile lässt diese sogar noch schwieriger erscheinen. Mit Wamangituka und Tanguy Coulibaly hat der VfB zwei wahre Sprinter an vorderster Front. Wamangituka ist hinter Kingsley Coman vom FC Bayern sogar der zweitschnellste Spieler der Liga.
Dortmunds Defensivabteilung gehört - abgesehen von Raphael Guerreiro, der jedoch bei der häufig praktizierten Dreierkette eher eine offensivere Rolle einnimmt - nicht zu den schnellsten Verteidigungsreihen. Mit diesem Problem kämpfte bereits der FC Bayern, der gegen den High-Speed-Sturm der Schwaben 15 Torschüsse zulassen musste.
Im Hinblick auf die zuletzt vielen Spiele und Reisen dürften die Dortmunder nicht mit einer hundertprozentigen Frische ins Spiel gehen - keine guten Voraussetzungen für die Schwarz-Gelben.
Wird der VfB zur Stolperfalle für den BVB?
Es wird also deutlich, dass der VfB Stuttgart kein "normaler" Aufsteiger ist, der sich auf das Verteidigen beschränkt und sich besonders gegen große Klubs hinten einigelt und mit einem Remis zufrieden ist. Wie aber jede Mannschaft haben auch die Schwaben selbstverständlich Schwächen - doch eines ist klar:
Der VfB wird für den BVB eine nicht allzu niedrige Hürde darstellen, die leicht zur Stolperfalle werden kann. Am Samstag ab 15:30 Uhr wird sich zeigen, wie hoch Dortmund springen muss.