BVB-Aufstellung gegen Leipzig: Das sind Favres Optionen
Kein Stürmer, Überangebot im Mittelfeld
25.08.2018 | 13:10 Uhr
Der BVB startet am Sonntag gegen Leipzig in die heiß erwartete Bundesliga-Saison. Welche Startelf schickt Trainer Favre aufs Feld? Wir stellen euch drei Optionen vor.
Lucien Favre hat gegen RB Leipzig (So., ab 17:30 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport Bundesliga 1 HD und im Live-Ticker auf skysport.de) die Qual die Wahl. Bei seiner ersten Bundesliga-Aufstellung wird es vor allem im hochkarätig besetzten Mittelfeld spannend. Mit Thomas Delaney, Axel Witsel, Julian Weigl, Nuri Sahin, Mo Dahoud und Sebastian Rode hat der Schweizer beispielsweise gleich sechs(!) Optionen für die Sechser-Position.
Da der Deal mit Barcelona-Stürmer Alcacer immer noch nicht offiziell eingetütet ist, muss der BVB auf der anderen Seite einmal mehr ohne Top-Stürmer auskommen.
Diallo und Akanji in der Innenverteidigung
Einfacher ist die Situation in der Abwehr: Hier sind die Machtverhältnisse weitestgehend geklärt. Neuzugang Abdou Diallo und Manuel Akanji bilden nach Sokratis' Abgang die neue Innenverteidigung. Routinier Lukasz Piszczek hat seinen Stammplatz - vor Youngster Achraf Hakimi und dem letzte Saison enttäuschenden Jeremy Toljan - auf der rechten Seite sicher. Links dürfte Marcel Schmelzer wie im Pokal den Vorzug vor Portugals Guerreiro bekommen.
Auch die Torwartfrage bei der Borussia hat sich in den letzten Wochen abgekühlt. Marwin Hitz bleibt erstmal nur die Bank, stattdessen wird Roman Bürki wie gehabt zwischen den Pfosten stehen. So weit, so gut. Interessant wird es im Mittelfeld und im Sturm.
Variante A: Doppel-Sechs und Reus in der Spitze
Favre bringt mit den Neuzugängen Delaney und Witsel eine bärenstarke Doppel-Sechs. Durch den Ex-Bremer erhofft sich der BVB endlich wieder einen echten Leader auf dem Platz. Und Witsel? Der hat seine Qualitäten gleich beim ersten Einsatz im Pokal gegen Fürth bewiesen, indem er die Dortmunder mit einem Tor in letzter Minute vor dem Ausscheiden bewahrte.
Schafft es Weigl, seine Top-Form in den Tuchel-Jahren wieder abzurufen, ist auch der 22-Jährige eine Option für Favre. Bis dahin ist es aber noch ein gutes Stück Arbeit. Vorerst führt wohl kein Weg an Delaney und Witsel vorbei.
Offensiv kommt Mario Götze nach seiner blendenden Vorbereitung als Zehner zum Einsatz. Maximilian Philipp und Christian Pulisic wirbeln auf den Flügeln, da Wolf, einer der wenigen Lichtblicke im Pokal gegen Fürth, ausfällt. Die improvisierte Sturmspitze würde in diesem Szenario Marco Reus übernehmen. Heißt: Favre vertraut wie im Pokal seinem Top-Star aus Gladbacher Zeiten und setzt auf dessen Schnelligkeit und Stärken im Abschluss.
Variante B: Philipp darf ganz vorne ran
Immer motiviert, anspielbereit, treffsicher: Philipp hat unter Beweis gestellt, dass auch er die Rolle als vorderste Spitze ausfüllen kann. Beispielsweise mit seinem Doppelpack gegen Benfica in der Vorbereitung. Vorteil dieser Variante: Reus kann sich auf dem linken Flügel voll entfalten und mit seinem Tempo über die Außen für noch mehr Gefahr sorgen.
Variante C: 4-3-3 mit Dahoud und einem Sechser
Ebenfalls denkbar: Favre setzt wie in Nizza auf sein bewährtes 4-3-3-System mit nur einem Sechser. In dieser Variante würde Delaney wohl den Vorzug vor dem gerade erst angekommenen Witsel erhalten. Dafür könnte der Schweizer mit Mahmoud Dahoud seinen Schützling bringen, den er 2015 höchstpersönlich zum Bundesliga-Spieler machte.
Dafür spricht, dass Dahoud und Götze in der Vorbereitung als Duo prächtig harmonierten. Auch in diesem Szenario würden Reus und Pulisic die Außenbahnen übernehmen, Philipp das Loch im Sturmzentrum stopfen.
Sky Prognose
Wir tippen am Sonntag auf ein 4-2-3-1 mit Philipp in der Spitze. Der Auftritt gegen Fürth im Pokal hat gezeigt, dass Reus in der Spitze "verschenkt" ist und auf dem linken Flügel schlichtweg mehr bewirken kann.
Und was passiert, wenn Wolf nach seiner Verletzung zurückkehrt und mit Alcacer tatsächlich noch ein Top-Stürmer kommt? Dann wird es in Dortmunds Offensive richtig eng - und "Lückenfüller" Philipp wahrscheinlich der große Verlierer.