BVB-Berater Matthias Sammer über Spielerberater, Schlotterbeck-Ansage, Titelkampf
Matthias Sammer traut der DFB-Elf den WM-Titel zu.
03.02.2026 | 15:56 Uhr
Außerdem reagiert er bei "Sammer & Basile - der Hagedorn-Talk" auf die Titel-Ansage von BVB-Star Nico Schlotterbeck und den Vertragspoker um Bayerns Dayot Upamecano.
BVB-Berater Matthias Sammer …
… über die WM-Chancen der DFB-Elf: "Wenn wir bei diesem Turnier erstmal keine Verletzungen, grob gesehen diese Mannschaft (…) zur Verfügung haben und sie ist in diesem Turnier in dem bestmöglichen physischen, körperlichen Zustand, dann wird sie sehr, sehr schnell spüren, wenn man eine Achse schafft und darüber redet, Außergewöhnliches schaffen zu können, dann wird sie eine Dynamik entwickeln, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Deshalb bin ich sehr, sehr optimistisch, da wir einen jungen Trainer haben. Der hat eine klare Spielidee, der ist ein junger Trainer [mit] Ecken und Kanten, aber er hat eine klare Spielidee. Und in der Verbindung dann diese Grundlagen zu haben, dann wieder daran zu denken, dass wir Deutschland sind - auch mit einem Ehrgefühl, mit Stolz und auch dem Wissen, dass die anderen eigentlich mal Respekt hatten vor uns und von Anfang an in diesem Turnier spüren 'boah, die Deutschen, wow, wow, wow, die sind gut'. Und wenn diese Dynamik aufgrund von Geist, aber vor allen Dingen Körper zueinander trifft, ist Außergewöhnliches möglich. Und ich bleibe dabei, dass wir dieses Turnier gewinnen können - 100 Prozent."
… ob wir in der Bundesliga wieder einen Titelkampf haben und über die Schlotterbeck-Ansage: "Das liegt nur an Bayern München, ob es ein Titelkampf wird, weil ich glaube, sie sind mit Abstand die Besten. Aber ich finde es wohltuend. Auch Nico Schlotterbeck hat sich ja nach dem Spiel ein bisschen geäußert, wo ich dann auch im ersten Moment denke 'hm' (…) auf der einen Seite. Auf der anderen Seite mag ich mutige Spieler und dass man auch in einer Situation, wie sie sich jetzt gerade darstellt, vielleicht nicht damit rechnen könnte oder würde, weil wir eben noch nicht stabil genug sind, den Titel erreichen zu können. Auf der anderen Seite ist es immer so, dass Führungseigenschaften mit mutigen Aussagen einhergehen müssen, es danach zu leben und sich auch so zu verhalten. Das ist immer das Geheimnis, wovor manche Menschen dann auch Schwierigkeiten haben, Dinge benennen zu wollen, weil sie das Gefühl haben, diesen Anforderungen nicht gerecht zu werden. Das ist aber ein Trugschluss. Nenne es, lebe danach und sage hinterher zumindest ehrlich zu dir gegenüber: 'Es war mein Ziel. Ich habe es nicht erreicht oder habe es erreicht.' Wenn du Außergewöhnliches erreichen willst und nur gewöhnlich argumentierst, wird dein Körper und dein Geist dir nicht folgen. Er hat das jetzt geäußert und ich finde das gut. Ich werde aber natürlich wie immer mit Argusaugen darauf achten, ob das auch alle wollen oder nur ein paar."
… ob er es sich wünschen würde, dass beim BVB alle geschlossen sagen: 'Wir wollen es versuchen, wir wollen angreifen': "Warum spielst du Samstag, Mittwoch, Samstag, um Spiele zu gewinnen. Das ist der eine Punkt. Und natürlich dann in deinem eigenen Handeln ein Selbstverständnis zu erreichen, um diesem Maßstab gerecht zu werden. Manchmal ergeben sich Situationen, wo die Aussage getätigt werden muss von Nico Schlotterbeck. Ich kann mich nicht erinnern, dass sich in der jüngsten Vergangenheit, (…) jemand so geäußert hat - so deutlich. Das ist erstmal aller Ehre wert und dementsprechend sollte man jetzt aber mehr wieder auf die inhaltliche Schiene gehen, nicht auf eine allgemeingehaltene Aussage. Dass das grundsätzlich sein Ziel ist, das finde ich gut. Aber ich werde sehr genau darauf achten - und ich bin nicht der Einzige in diesem Klub, das weiß ich - dass das, was er jetzt auch geäußert hat, am Ende immer den Maßstab des Verhaltens braucht - nicht fehlerbehaftet, sondern im Auftreten, in der Art und Weise, wie man es tun will und da muss schon noch der nächste Schritt kommen, um wirklich ganz, ganz oben [landen zu können]. Wir sind Zweiter und das ist in Ordnung punktemäßig. Aber um ganz, ganz oben anzugreifen, müssen sich schon noch ein paar Dinge verbessern."
… über den Upamecano-Poker und mit ihm in das letzte Vertragsjahr gegangen zu sein: "Das ist nicht optimal. Das ist gar keine Frage. Aber manche Situationen passieren. Es kommen Einflüsse. Die reden miteinander. Ich habe ja gehört, mit Upa ist fast schon vor einem Jahr mal gesprochen worden. Dann kamen die Verlängerungen von Davies und Musiala. Das Leben besteht manchmal schon auch aus Ereignissen, die man bedingt kontrollieren kann. Das ist durchaus möglich. Aber ich bin trotzdem immer der Meinung - wenn ich jetzt irgendetwas anfange - ich bin jetzt verliebt in eine Situation und will diesen Spieler haben, dann kämpfe ich um diesen Spieler, wie es schlimmer nicht mehr geht. Und natürlich habe ich nicht zu erwarten, dass es von heute auf morgen eine Entscheidung gibt. Aber ich spüre doch - das sind ja auch menschliche Gesichtspunkte - unabhängig eines Beraters, was ist da? Das ist auch die Qualität von einem Manager oder der das dann verhandelt, der das versucht zu spüren, um dann dem Ganzen nach innen und nach außen auch das Gefühl zu geben, wenn du die Führung aus der Hand gibt's und darauf hoffst, dass der Spieler pokert, dass die anderen noch viel, viel mehr pokern, dann ist das eine Situation, die ich in meinem Leben nie geliebt habe. Ich wollte immer Klarheit und Fakten schaffen. Dafür gibt's ein Zeitfenster und deshalb hätte ich es anders gehandhabt - aber ich hätte vielleicht auch keine Mannschaft mehr, das ist ja auch möglich."
… ob er Spielerberater abschaffen würde: "Ja, ich würde sie abschaffen. (…): Erstens verdienen sie zu viel Geld, zweitens sind sie unnötig und drittens schafft das keine Konstellation, die gut ist zwischen Spieler und Verein."
"Sammer & Basile - der Hagedorn-Talk" läuft am Dienstag um 19 Uhr auf Sky Sport News.
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