BVB: Watzke fordert Aufarbeitung: "Das war unter aller Kanone"

"Das war unter aller Kanone": Watzke fordert Aufarbeitung beim BVB

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Die wankelmütige Mannschaft von Trainer Edin Terzic unterlag bei Borussia Mönchengladbach mit 2:4.

Borussia Dortmund steht außerhalb der Champions-League-Plätze eine ungemütliche WM-Pause bevor. Der Vizemeister hinkt seinen Ansprüchen gewaltig hinterher.

Hans-Joachim Watzke schluckte seinen großen Frust anderthalb Tage herunter, dann machte er der sportlichen Führung eine klare Ansage. "Ich erwarte", sagte der sichtlich genervte Boss von Borussia Dortmund am Sonntag bei BildTV, "dass sich unser Sportdirektor und Trainer nächste Woche zusammensetzen und überlegen, was ist schiefgelaufen, was zu verbessern."

Schiefgelaufen ist beim 2:4 (2:3) bei Borussia Mönchengladbach viel, dementsprechend war die Stimmung beim Geschäftsführer. "Bis gestern Abend war ich komplett sauer, das muss man gar nicht kleinreden. Was wir gespielt haben, war unter aller Kanone, wie wir verteidigt haben, das habe ich selten erlebt", schimpfte Watzke.

Dem Vizemeister steht eine ungemütliche WM-Pause außerhalb der sportlich begehrten und finanziell extrem wichtigen Champions-League-Plätze bevor. Spitzenreiter Bayern München ist bei neun Punkten Rückstand derzeit nur mit dem von Uli Hoeneß einst erwähnten Fernglas zu sehen. "Nichtsdestotrotz ist Bayern noch kein Meister. Abgerechnet wird am 34. Spieltag", sagte Watzke trotzig.

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BVB geht auf Asien-Reise

Ergebnisse der Analyse von Trainer Edin Terzic und Sportdirektor Sebastian Kehl erwartet Watzke schon auf der Asienreise (21. November bis 1. Dezember): "Da werden die beiden mir mit Sicherheit sagen, was sie besprochen haben."

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Terzic hatte bereits nach der desaströsen Defensivleistung seines Teams Redebedarf. Der Coach richtete nach der Rückkehr aus Mönchengladbach noch tief in der Nacht eine Ansprache an seine wankelmütige Mannschaft. Erst nach dieser "harten, ehrlichen und direkten Analyse" verabschiedete er sich mit einer deutlichen Ansage bis ins neue Jahr von den Nationalspielern: "Wir haben als gesamte Mannschaft sehr viel Arbeit vor uns, um unsere Ziele zu erreichen."

Kehl beklagte zuvor, dass man "weit von unserem Anspruch entfernt" sei: "Es ist klar, dass uns das ein paar unruhige Wochen bescheren wird." Der Frust war auch bei den BVB-Stars riesig. Gregor Kobel und Mats Hummels stapften wortlos in die Kabine, nur wenige Spieler stellten sich. "Es ist ein beschissenes Gefühl", sagte Julian Brandt mit Blick auf die lange Pause bis zum Heimspiel gegen den FC Augsburg am 22. Januar. Die zweite Pleite innerhalb von vier Tagen sei ein "extrem schweres Gepäck".

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Brandt blickt in die Tierwelt

Die Stimmung wurde noch ein bisschen schlechter, als der Teambus nach Mitternacht auf dem vollen Parkplatz vor dem Borussia-Park im Stau stand. So hatten die Spieler allerdings Zeit, um über ihren bedenklichen Auftritt nachzudenken. Man habe die Gladbacher "eingeladen", monierte Brandt. Sein Wunsch: "Wir müssen wie eine Art Fischschwarm funktionieren. Wenn einer nach rechts geht, müssen alle nach rechts gehen. Es gibt viele Mannschaften, die das hervorragend machen und damit erfolgreich sind."

Aktuell funktioniert im Spiel gegen den Ball wenig. Die Abwehrkette mit Niklas Süle, Hummels und Nico Schlotterbeck ist fehler- und lückenhaft. Gegen die Wucht und Schnelligkeit der Gladbacher kam das Trio nicht an. Davor verließ Jude Bellingham immer wieder seine Position neben Emre Can, der überfordert war.

Mit den vier Gegentoren waren die Dortmunder noch gut bedient. Nach der gnadenlosen Hetzjagd durch die englischen Wochen wirkte das Team körperlich und mental müde.

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Rückendeckung für Terzic

Von der Aufbruchstimmung nach der Rückkehr von Terzic ist nach 25 Punkten aus 15 Spielen nicht mehr viel geblieben. Unter Vorgänger Marco Rose lagen die Schwarz-Gelben zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison mit 31 Zählern auf Rang zwei.

Dennoch erstickte Watzke alle Trainer-Diskussionen im Keim. "Wir sind definitiv 100-prozentig von ihm überzeugt, zu 1000 Prozent. Er ist hier total angesehen. Lass den Jungen mal machen", sagte der BVB-Boss.

SID