Champions League News: So läuft die CL nach der Reform
CL-Reform in der Kritik: "Man darf sich nicht blenden lassen"
23.04.2021 | 14:45 Uhr
Die Reform der Champions League ist im Wirbel um die Super League beinahe untergegangen. Dabei ist die Königsklasse ab der Saison 2024/25 fast eine "Super League Light". Profis wie Ilkay Gündogan sorgen sich wegen zu vieler Spiele um ihre Gesundheit, Fans kritisieren die Aufblähung des Wettbewerbs.
"Das neue UCL-Format ist einfach das kleinere Übel im Vergleich zur Super League", schrieb Gündgan in einem Tweet und beklagte "immer mehr und mehr und mehr Spiele", die es in Zukunft geben werde.
Sky Sport fasst die wichtigsten Fragen, Antworten und Kritikpunkte zur CL-Reform zusammen:
Was sagen die Beteiligten?
Die beinahe Verdoppelung der Anzahl der Spiele stößt auf Gegenwehr. Gündogans Sorgen werden von vielen Profis und Trainern geteilt.
Michael Zorc, Sportdirektor bei Borussia Dortmund und Gündogans ehemaliger Chef meinte am Freitag, er sei "aus sportlicher Sicht kein Fan" der Reform, würde die "Zurückhaltung der Spieler aber auch gerne mal in Vertragsgesprächen mit ihren Beratern sehen."
Beim Bestreben, zusätzliche Einnahmequellen zu generieren, brauche man "eine gesunde Balance", ergänzte Zorc.
Was sagen Fans und Ehemalige?
"Man darf sich nicht blenden lassen, dass diese Champions-League-Reform eine Errungenschaft ist", warnte Helen Breit, Vorsitzende des Fanbündnisses "Unsere Kurve". Anhänger des FC Bayern und von Borussia Dortmund sprachen sich strikt gegen eine "weitere Aufblähung" aus.
Eine große Sorge ist, dass die Schere zwischen Reich und Arm immer weiter auseinander geht. "Die Neuerungen der Champions League seien "Beleg der Tendenz, die zu einer immer größeren finanziellen Differenzierung zwischen den großen und etwas schwächeren Vereinen führt", sagte Sig Zelt, Sprecher des Fan- und Ultragruppen-Bündnisses ProFans, dem SID.
Super League So hoch sind die Schulden der Klubs
Der ehemalige deutsche Nationalspieler Markus Babbel wurde deutlicher und bezeichnete die Reform als "Scheißdreck hoch zehn". Man könne das Ganze "nicht mehr ernst nehmen, weil es nur um noch mehr Spiele und damit noch mehr Geld geht", sagte Babbel bei SPOX und Goal.
Wie viele Teilnehmer und Spiele wird es geben?
Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat am Montag die Reform der Champions League ab der Saison 2024/25 beschlossen. Die Königsklasse wird von derzeit 32 auf 36 Teilnehmer aufgestockt, die Gesamtzahl der Spiele erhöht sich von 125 auf 225!
Wer nimmt an der "neuen" Champions League teil?
Die vier neuen Startplätze verteilen sich wie folgt: Die Nation, die in der UEFA-Fünfjahreswertung auf Rang fünf liegt (aktuell Frankreich), erhält einen dritten Fixplatz,
Zwei weitere Plätze werden über eine Fünf-Jahres-Rangliste an Klubs vergeben, welche die Qualifikation über den nationalen Wettbewerb nicht geschafft haben, sich aber zumindest für die CL-Qualifikation, die Europa League oder die neu geschaffene Europa Conference League qualifiziert haben.
Der letzte neue Startplatz ergibt sich durch eine Aufstockung der bisherigen CL-Quali, aus der nun fünf statt bisher vier Vereine den Sprung in die Königsklasse schaffen.
Wer profitiert von der Reform?
Die Neuerung ist ein Zugeständnis an die Topklubs. Vor allem die großen Nationen und Klubs sind die Gewinner des neuen Formats.
Vereine, die sich über die nationale Liga nicht qualifiziert haben, profitieren also von ihren Erfolgen vergangener Tage. Prominente Ausfälle sind nahezu ausgeschlossen.
Zusätzliche Spiele bringen den Vereinen - und natürlich der UEFA - höhere Einnahmen.
Nach welchem Modus wird gespielt?
Statt im bisherigen Modus mit acht Gruppen mit jeweils vier Teams wird in der Vorrunde künftig im sogenannten "Schweizer Modell" gespielt. Das heißt: Jeder Klub bestreitet zehn Partien (fünf Heimspiele, fünf Auswärtsspiele, ohne Hin- und Rückspiel) gegen zugeloste Gegner. Daraus wird eine Gesamttabelle der 36 Teams ermittelt.
Die acht bestplatzierten Mannschaften ziehen direkt in die K.o.-Runde ein, die Teams auf den Rängen neun bis 24 spielen im Playoff-Modus (also mit Hin- und Rückspiel) die restlichen Achtelfinalisten aus.