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Costa zu Hoeneß' Söldner-Vorwurf: "Jeder darf sagen, was er denkt"

Drei Monate nach dem Wechsel vom FC Bayern zu Juve

Sky Sport

21.11.2017 | 20:03 Uhr

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Sky trifft Douglas Costa zum Interview

Im Sommer wechselte der quirlige Flügelflitzer Douglas Costa vom FC Bayern München zu Juventus Turin. Nach einem unrühmlichen Ende seiner Zeit beim Rekordmeister hat er sich in die Herzen der Tifosi gespielt. Im exklusiven Interview mit Sky spricht er über seine neue Aufgabe und blickt auf München zurück.

Sky Sport: Douglas, seit gut drei Monaten sind Sie mittlerweile bei Juventus. Die Fans waren hier nach Ihrer Ankunft sehr euphorisch. Wie haben Sie sich mittlerweile in Turin eingelebt?

Ich bin hier mit offenen Armen empfangen worden. Mit meinen Kollegen und dem Trainerteam habe ich mich direkt verstanden und auch die Fans behandeln mich mit viel Respekt, das ist schön zu sehen.

Sky Sport: Wie schwierig war die Umstellung?

Ich bin noch mitten in dem Prozess, muss mich noch einleben. Aber ich bin begeistert von dieser neuen Aufgabe hier bei Juventus. Ich war zwar gut vorbereitet, immerhin bin ich von einem europäischen Spitzenklub wie Bayern zu einem anderen gewechselt. Aber die Spielweise hier ist komplett anders als in Deutschland. Bei den Bayern haben wir schnell nach vorne gespielt, viel lief über Gegenangriffe. Hier ist der Fußball ein bisschen konservativer, taktischer würde ich sagen. Letztlich war es für mich trotzdem besser, die neue Herausforderung anzunehmen.

Sky Reporter Maximilian Bielefeld traf Douglas Costa zum Gespräch.
Image: Sky Reporter Maximilian Bielefeld traf Douglas Costa zum Gespräch.  © Sky

Sky Sport: Warum war der Wechsel aus Ihrer Sicht nötig?

Ich hatte viel mit Verletzungen zu kämpfen, es war einfach unglaublich schwierig für mich. Bis dahin hatte ich in meiner Karriere noch nie länger mit Blessuren zu tun gehabt. Dieser Wechsel war auch für meinen Kopf nötig, ich brauchte eine neue Aufgabe in einem neuen Umfeld, einer neuen Liga. Diese Einflüsse tun mir gut. Und ich muss zugeben, dass es momentan fußballerisch noch schwer für mich ist. Vor dem Wechsel habe ich gedacht, dass es mir leicht fallen wird, aber so ist es nicht. Vor allem ohne den Ball muss ich mich umstellen, aber es wird jeden Tag besser. Es ist eine neue Herausforderung für mich, aber genau dafür lebe ich.

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Sky Sport: Wie fällt im Rückblick ihre Bewertung der zwei Jahre beim FC Bayern aus?

Ich bin damit ehrlich gesagt zufrieden. Ich kam 2015 aus der ukrainischen Liga nach München und alle haben damals gesagt, dass ich dafür niemals das Niveau hätte. Ich bin der Meinung, dass ich das Gegenteil bewiesen habe. Ich habe für die Bayern immer alles gegeben und ich habe den Verein erhobenen Hauptes verlassen. Ich habe mir dort keine Feinde gemacht. Natürlich war der Präsident ein bisschen sauer, aber das passiert.

Ich bin ehrlich gesagt zufrieden.
Costa über seine Bayern-Zeit

Sky Sport: Waren Sie enttäuscht, als Uli Hoeneß Sie nachträglich als „Söldner" bezeichnet hat?

Nein. Jeder darf sagen, was er denkt. Ich bin ein sehr entspannter Typ und würde ihm das im Nachhinein niemals vorwerfen, dieses Spiel mache ich nicht mit. Jeder weiß genau, was er sagt und muss dann mit den Konsequenzen leben. Ich habe das einfach nur gehört und danach ging mein Leben weiter. Mit solchen Kritiken werde ich den Rest meines Fußballerlebens umgehen müssen.

Sky Sport: Aber haben Sie ihn verstanden?

Er ist jemand, der nur das Beste für den Verein will. Ich bin der festen Überzeugung, dass meine schwierigeren Momente bei den Bayern nicht so schlecht waren, wie sie gemacht worden sind. Ich war nur nicht auf dem Niveau, was die Leute in den ersten Monaten von mir gesehen hatten. Ich verstehe die Enttäuschung darüber. Wenn ich Präsident gewesen wäre, hätte ich vielleicht auch öffentlich etwas gesagt, auch wenn ich das Wort "Söldner" nicht in den Mund genommen hätte. Aber ich wäre auch sauer gewesen.

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Sky Sport: Sie haben Anfang des Jahres öffentlich mit anderen Angeboten kokettiert und mehr Geld gefordert. War das der Anfang vom Ende?

Jeder hat eine andere Art und Weise, einen Klub zu führen. Ich habe damals nur das gesagt, was mir auf dem Herzen lag. Hoeneß hat das nicht gefallen, genauso wie mir nicht gefällt, was er sagt. Das alles bedeutet aber nicht, dass ich irgendwas gegen den Verein habe. So denke ich nicht. Aber das alles liegt in der Vergangenheit. Mir ist der FC Bayern sehr ans Herz gewachsen, aber jetzt bin ich bei Juventus. Sie glauben zu 100 Prozent an mich und ich schaue nur noch nach vorne.

Teil 2 des Interviews gibt es am Dienstag. Dann spricht Costa über seine ersten Monate bei Juventus Turin und den CL-Kracher gegen den FC Barcelona.

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