SpVgg Unterhaching würde auf Aufstieg in die 3. Liga verzichten
Der ehemalige Bundesligist SpVgg Unterhaching verzichtet auf einen möglichen Aufstieg in die 3. Liga.
28.04.2026 | 18:29 Uhr
"Wir müssen realistisch sein und feststellen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen Wiederaufstieg nicht gegeben sind. Die wirtschaftliche Stabilität ist aber die Grundvoraussetzung für eine nachhaltige und erfolgreiche Zukunft", sagte SpVgg-Präsident Manfred Schwabl.
Drittliga-Absteiger Haching mit Trainer Sven Bender liegt in der Regionalliga Bayern derzeit auf Rang zwei hinter dem 1. FC Nürnberg II. Der Club hat jedoch ebenfalls keinen Lizenzantrag gestellt. Nutznießer sind nun die Würzburger Kickers auf Rang drei. Die Unterfranken müssen allerdings in die Relegation gegen den Meister aus dem Nordosten.
Noch vor wenigen Tagen hatte Unterhaching nach einem Last-Minute-Sieg in Bayreuth den Aufstieg weiter fest im Blick. Doch die Euphorie ist schnell verflogen. Hauptgrund für die aktuellen Überlegungen ist die angespannte finanzielle Situation des Vereins. Weniger die geforderte Millionen-Bürgschaft für die 3. Liga bereitet Sorgen, sondern vielmehr die Erkenntnis, dass der aktuelle Kader in der Drittklassigkeit kaum konkurrenzfähig wäre.
Aufstieg ist ein finanzielles Risiko
Die Mannschaft besteht derzeit überwiegend aus jungen und unerfahrenen Spielern. Um realistische Chancen auf den Klassenerhalt zu haben, müssten zahlreiche drittligaerprobte Profis verpflichtet werden - ein finanzielles Risiko, das der Verein aktuell kaum stemmen kann. Routiniers mit höherklassiger Erfahrung sind im Kader rar, zudem sind einige der erfahrensten Spieler bereits im fortgeschrittenen Fußballalter und verletzungsanfällig.
Ein weiterer Aspekt ist die sportliche Ausrichtung des Klubs. In den Gremien der SpVgg sitzen laut Schwabl mehrere Befürworter der Hachinger Ausbildungsphilosophie. Diese sehen die Regionalliga eher als geeignete Entwicklungsplattform für junge Talente. In der 3. Liga wären Einsatzzeiten für Nachwuchsspieler deutlich schwerer zu realisieren.
Schwabl ordnet Situation ein
Hinzu kommt die Situation im Unterbau: Die U21 spielt aktuell nur in der sechstklassigen Landesliga. Junge Talente aus der U17 können dort nicht eingesetzt werden, was den Übergang in den Herrenfußball zusätzlich erschwert. Der direkte Sprung in die Profimannschaft ist für viele Spieler derzeit noch zu groß.
"Für die Mannschaft, das Trainerteam und unsere Fans ist das nach der starken Leistung in dieser Saison natürlich eine Enttäuschung", so Schwabl weiter: "Die Perspektive auf einen Aufstieg in Liga drei in den nächsten Jahren werden wir aber nicht aus den Augen verlieren", betonte Schwabl.
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