DFB-Kandidaten Ginter, Chabot, Thiaw und Bisseck im Vergleich

Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck, Antonio Rüdiger und Waldemar Anton: Diese vier Innenverteidiger sind für die WM gesetzt. Doch wen wird Julian Nagelsmann als fünften Mann mitnehmen?

Jeff Chabot (l.) und Matthias Ginter im Duell - springt noch einer auf den WM-Zug auf?
Image: Jeff Chabot (l.) und Matthias Ginter im Duell - springt noch einer auf den WM-Zug auf?  © Imago

Robin Koch, im Final4 der Nations League vor einem Jahr noch Stammkraft, wurde für die vier letzten Länderspiele nicht nominiert. Darf nun ein anderer Abwehrspieler auf einen WM-Platz hoffen?

Stuttgarts Jeff Chabot und Freiburgs Matthias Ginter haben in der Bundesliga jeweils herausragende Leistungen gezeigt, doch beide wurden bisher nicht nominiert. Malick Thiaw und Yann Bisseck haben beide schon unter Nagelsmann gespielt, wurden jedoch zuletzt nicht mehr eingeladen.

Sky Sport vergleicht zusammen mit Opta diese vier Kandidaten.

Matthias Ginter: Mister Zuverlässig

Ginter wurde 2014 Weltmeister, auch 2018 stand er im WM-Kader von Jogi Löw, genau wie 2022 bei Hansi Flick, wenn auch jeweils als Ersatzspieler. In 52 Länderspielen hat er zwei Tore erzielt und fünf Treffer vorbereitet. Seinen letzten Einsatz im DFB-Team absolvierte er im Juni 2023, beim 3:3 gegen die Ukraine spielte er 90 Minuten.

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In den Planungen des aktuellen Bundestrainers spielte Ginter dennoch bisher keine Rolle. Dabei ist der 32-Jährige beim SC Freiburg absoluter Leistungsträger. Obwohl er im vergangenen Jahr maßgeblichen Anteil am Erreichen der Europa League und in der aktuellen Spielzeit am Erreichen des EL-Finales hatte, wurde er von Nagelsmann bisher nicht berücksichtigt.

Neben seiner Nationalmannschaftserfahrung bringt Ginter seine abgeklärte und faire Spielweise als großen Trumpf mit. Er foult von den vier Kandidaten am wenigsten (0.52 Fouls pro 90) und hat die beeindruckende Bilanz von null Platzverweisen und nur einer Gelbsperre in 411 Bundesliga-Spielen.

In der laufenden Bundesligasaison überzeugte er zudem als Balltreiber mit den meisten sogenannten Progressive Carries (9.8 pro 90 Minuten, Läufe mit dem Ball über mindestens fünf Meter in Richtung der gegnerischen Torauslinie). Seine Luft-Zweikampfquote (61.4%) und Passquote (87.4%) sind allerdings die schwächsten der vier Kandidaten.

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WM 2026: Fakten zur deutschen Nationalmannschaft

  • Gruppe: E
  • Gruppengegner: Curaçao, die Elfenbeinküste, Ecuador
  • Trainer: Julian Nagelsmann
  • Kapitän: Joshua Kimmich
  • WM-Teilnahmen: 21
  • Weltmeister-Titel: 4 (1954, 1974, 1990, 2014)

Jeff Chabot: Der Zweikampf-Hüne

Der Stuttgarter beeindruckt mit einer Körpergröße von 1,95 Meter. Der ehemalige Kölner ist der beste Zweikämpfer des Quartetts, sowohl allgemein (66.0%) als auch in der Luft (68.8%). Der 28-Jährige spielte auch die meisten Pässe ins Angriffsdrittel pro 90 Minuten (8.4). Er beging aber auch die meisten Fouls pro 90 Minuten (1.43).

In 114 Bundesligaspielen für Stuttgart und Köln erzielte Chabot drei Tore und bereitete vier Treffer vor. Der gebürtige Hanauer durchlief von der U17 bis zur U21 alle DFB-Auswahlteams. Von Nagelsmann wurde er bisher nicht berücksichtigt.

FIFA-Weltmeisterschaft 2026™

  • Datum: 11. Juni - 19. Juli 2026
  • Orte: USA, Mexiko, Kanada (16 Stadien)
  • Eröffnungsspiel: Aztekenstadion (Mexiko, 11. Juni)
  • Finale: New York New Jersey (USA, 19. Juli)
  • Teilnehmer: 48 Nationen
  • Spielmodus: Rundenturnier (12 Gruppen à 4 Teams), K.-o.-System

Malick Thiaw: Torgefährlich, aber auch anfällig

Der gebürtige Düsseldorfer debütierte im Juni 2023 unter Hansi Flick im DFB-Team, sechs Monate später absolvierte er beim 2:2 gegen Mexiko sein erstes Spiel unter Nagelsmann. Doch bis zu seinem nächsten Einsatz unter dem aktuellen Bundestrainer vergingen zwei Jahre. Im November 2025 kam Thiaw in den WM-Qualifikationsspielen in Luxemburg und gegen die Slowakei zu zwei Kurzeinsätzen. In den beiden Testpartien im März in der Schweiz und gegen Ghana stand er nicht im Kader.

Für Thiaw spricht trotz seiner erst 24 Jahre seine internationale Erfahrung. In 52 Pflichtspielen für Newcastle United erzielte er fünf Tore (eine Vorlage), davor hatte er 81 Spiele für die AC Mailand absolviert.

Bezogen auf die Ligaspiele in dieser Saison hat der ehemalige Schalker die meiste Spielpraxis (33 Einsätze) und erzielte die meisten Tore (4). Er verschuldete allerdings auch die meisten Gegentore (2) und gegnerische Abschlüsse durch individuelle Fehler (5) und wurde am häufigsten verwarnt (4 Gelbe Karten).

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Yann Bisseck: Bei Inter unverzichtbar

Sein bisher einziges Länderspiel absolvierte der 25-Jährige im März 2025 beim 3:3 in der Nations League gegen Italien. Seit der Saison 2023/24 spielt der gebürtige Kölner bei Inter Mailand. In 101 Spielen für die Nerazzurri erzielte der 1,96-Meter-Mann acht Tore (sechs Vorlagen). In dieser Saison wurde er mit Inter zum zweiten Mal italienischer Meister, in der vergangenen Saison stand er im Finale der Champions League.

Bisseck, bei Inter zuletzt absolute Stammkraft, hat das sicherste Passspiel der vier Kandidaten und weist die beste Passquote auf (92.6%). Er beging auch die wenigsten individuellen Fehler vor gegnerischen Abschlüssen (1) bzw. Gegentoren (0). Er hat allerdings auch die niedrigste Zweikampfquote (60.7%). Trotz seiner Größe gewann er pro 90 Minuten die wenigsten Luftzweikämpfe der Spieler im Vergleich (1.9).

Wer springt auf den WM-Zug auf?

Ginter, Chabot, Thiaw oder Bisseck: Schafft es einer, auf den WM-Zug aufzuspringen? Die Erfahrung spricht für Ginter, die Zweikampfstärke für Chabot. Beide haben bei Nagelsmann bisher keine Rolle gespielt, aber mit starken Leistungen, national und international, auf sich aufmerksam gemacht.

Mehr zum Autor Thorsten Mesch

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