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Carlo Ancelotti sammelt mit Real Madrid weiter Titel

Don Carlo

Trainer Ancelotti wird seine Trophäen-Sammlung in dieser Saison aufhübschen.
Image: Trainer Ancelotti wird seine Trophäen-Sammlung in dieser Saison aufhübschen.  © DPA pa

Carlo Ancelotti hat noch nicht genug und sammelt auch dieses Jahr wieder Titel. Die Meisterschaft mit Real Madrid ist im Grunde fast schon fix und auch der Triumph in der Champions League ist noch möglich. Dort demonstrierte Ancelotti gegen ManCity erneut, was ihn als Trainer auszeichnet.

Ancelotti oder auch Don Carlo, wie er gerne genannt wird, steht für Erfolg. Das war schon als Spieler so. Er begann seine Karriere als 17-Jähriger beim Zweitligisten AC Parma. Bei der Roma gewann er anschließend 1983 die italienische Meisterschaft, vier Mal den Pokal und stieg zum Kapitän auf, ehe er 1987 zu Milan weiterzog. Bei den Rossoneri erlebte er seine erfolgreichste Zeit unter Arrigo Sacchi.

Zwei Mal gewann er mit den Unsterblichen die Champions League und beendete seine Karriere schließlich 1992. Als Coach machte er sich erst bei der italienischen Nationalmannschaft als Co-Trainer unter Sacchi und später als Cheftrainer bei Reggiana, Parma und Juventus einen Namen, bis er 2001 zu Milan zurückkehrte und auch als Coach alles gewann, was es zu holen gab. Auch bei seinen weiteren Stationen räumte er fleißig Trophäen ab.

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Vier Mal die Champions League als Trainer gewonnen

Er ist der einzige Coach, dem es gelang, die Champions League vier Mal zu gewinnen. 2003 und 2007 eben mit Milan, 2014 und 2022 mit Real Madrid. Der Italiener ist zudem der einzige Trainer überhaupt, der in allen fünf Topligen Meister wurde. Mit Milan holte er 2004 den Scudetto, 2010 gewann er mit dem FC Chelsea den Titel in der Premier League, 2013 folgte die Meisterschaft in Frankreich mit Paris St. Germain, ehe er 2017 die Schale mit dem FC Bayern gewann und schließlich 2022 auch mit Real in LaLiga triumphierte.

Diese gewaltige Trophäensammlung ist zu einem großen Teil auch dem geschuldet, dass seine Teamkollegen und danach seine Spieler ihn liebten. Milan-Legende Paolo Maldini, der fünf Jahre mit ihm zusammenspielte und acht Jahre von ihm gecoacht wurde beschrieb ihn einst als "netten, fetten Bär, der so gut wie nie sauer werden konnte. Das geht nur, wenn er isst, denn sobald er eine Gabel in der Hand hat, braucht man eine Armee, um ihn aufzuhalten!"

CR7, Ibrahimovic & Co. schwärmen

Egal wo er später als Trainer tätig war - die Stars schwärmten über den Mister: "Er ist ein unglaublicher Mensch. Ich wünsche mir, dass jeder Spieler die Möglichkeit hat, mit ihm zu arbeiten, denn er ist ein fantastischer Kerl, ein fantastischer Trainer, und ich vermisse ihn sehr, denn wir haben viele Trophäen zusammen gewonnen", adelte ihn Cristiano Ronaldo einst. CR7 war Ancelotti nicht einmal böse, als er einst seinen patentierten Jubel nachäffte.

Zlatan Ibrahimovic, bei PSG von Ancelotti trainiert schlug ähnliche Töne an: "Er ist der einzige Trainer, den ich kenne, der ein so gutes Verhältnis zu seinen Spielern hat, noch mehr als Mourinho. Er erklärt den Spielern immer seine Entscheidungen, wenn er jemanden auf die Bank setzt. Als wir den Titel gewonnen haben, hat er uns in einem kleinen Raum versammelt, um uns persönlich zu danken, und er hatte eine persönliche Botschaft für uns alle."

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Auch Kaka geriet ins Schwärmen, als er in einem Interview mit Sky Sports 2020 zu seinem ehemaligen Coach, mit dem er erfolgreich in Mailand zusammenarbeitete, befragt wurde: "Die beeindruckendste Eigenschaft, die er hat, ist meiner Meinung nach seine Fähigkeit, Menschen zu führen. Du hast einen Kader von 25 Spielern und nur elf können spielen. Was machst du mit den anderen? Wie kann man sie motivieren? Er wusste, wie man das macht. Überall, wo er hingeht, hinterlässt er dieses gute Gefühl in den Herzen der Spieler."

Selfie mit Zigarre & Sonnenbrille

Dieses gute Gefühl werden auch David Alaba und Vini Jr. bestätigen, denn der Erfolgscoach war sich nach dem CL-Triumph 2022 nicht zu schade, mit dem Duo und weiteren Stars für einen Schnappschuss für Instagram mit Zigarre und Sonnenbrille zu posieren. Als er darauf angesprochen wurde, sagte Ancelotti nur: "Es ist ein Foto mit meinen Freunden. Die Spieler sind meine Freunde."

Mit diesen Freunden will er den Henkelpott auch dieses Jahr wieder in die Luft stemmen. Zuletzt räumten Ancelotti und Real mit Titelverteidiger Manchester City den wohl größten Brocken aus dem Weg. In beiden Duellen mit Pep Guardiola waren die Königlichen sicherlich nicht die bessere Mannschaft, fast alle Statistiken sprachen gegen die Spanier. Exemplarisch sei das Eckenverhältnis von 1:18 (!) aus Real-Sicht genannt. Am Ende setzte sich der Rekordchampion dennoch durch, denn der pragmatische Ansatz von Ancelotti führte wie so oft zum Erfolg.

Kritiker bemängeln, dass Ancelottis Taktik-Kenntnisse nicht so ausgefeilt sind wie bei Guardiola, Jose Mourinho oder Jürgen Klopp. Sein Spielstil sei durchschaubar und einfach, so einige Experten. Ancelotti ist das aber egal:

"Man wird als Manager nach den Ergebnissen beurteilt und nicht nach der Arbeit, die man leistet oder nach der Leistung der Mannschaft. Man stelle sich vor, man zahlt einem Mann eine riesige Summe Geld und beurteilt ihn dann nicht nach den Dingen, die er kontrollieren kann, sondern nach denen, die er nicht kontrollieren kann", erklärte Ancelotti einst über seine Trainerphilosophie. Übersetzt: Es muss nicht immer schön sein, aber erfolgreich.

Nächste Meisterschaft steht bevor

Auf diese Weise wird er in Kürze zum zweiten Mal spanischer Meister werden. Beim dramatischen Last-Minute-Sieg im Clasico gegen den FC Barcelona profitierten Real und Ancelotti unter anderem davon, dass es in Spanien seltsamerweise keine Torlinientechnik gibt und somit ein mögliches Barca-Tor keine Anerkennung fand. Unverdient war der 3:2-Erfolg gegen die Katalanen am Ende dennoch nicht und nun führt der spanische Rekordmeister die Tabelle mit elf Punkten Vorsprung vor dem Erzrivalen an und es sind nur noch 18 Zähler zu vergeben.

Und in der Champions League geht es nun für Ancelotti im Halbfinale gegen den FC Bayern. Also gegen den Klub, der seiner Trainerkarriere die einzige echte Delle verpasste. Das Intermezzo in München bezeichnete er selbst als "einzige bittere Erfahrung". Dies hatte zur Folge, dass Topklubs nicht mehr anklopften, obwohl auch hier Stars wie Thiago, Robert Lewandowski oder Javi Martinez nach dem Ende in München vom Fußballlehrer schwärmten.

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Doch nicht zur Selecao

Über die Stationen Napoli und Everton landete er dann aber doch bei einem großen Kaliber, als Real Madrid Interesse anmeldete. Ancelotti holte nicht nur den 14. CL-Pokal, sondern auch die 35. Meisterschaft, die Copa del Rey zum 20. Mal und jeweils die fünfte Klub-WM und den fünften UEFA Supercup. Im Sommer sollte dann eigentlich Schluss sein, denn Ancelotti wurde schon voreilig als neuer Coach der Selecao angekündigt.

Doch der Italiener mit der markanten Augenbraue blieb und wird auch in der nächsten Spielzeit die Königlichen trainieren. Gut möglich, dass irgendwann danach mal Bayer Leverkusens Meistertrainer Xabi Alonso übernimmt. Bis dahin macht Ancelotti seinen Job. Und gewinnt Titel und Titel, denn:

Don Carlo steht für Erfolg.

Mehr zum Autor Robert Gherda

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