Edin Dzeko über Schalke, seinen Wechsel, die Bundesliga, Fitness und WM

Edin Dzeko ist wieder zurück beim FC Schalke 04. Im exklusiven Interview mit Sky Sport spricht der Angreifer über zahlreiche Themen.

Edin Dzeko steigt erstmals in seiner Karriere auf.
Image: Edin Dzeko spielt mit Schalke nun in der Bundesliga.  © Imago

Dzeko äußert sich unter anderem zu seiner Rückkehr, der Rolle als "Superstar" und zu seinem Fitness-Geheimnis.

Edin Dzeko über …

… die turbulenten Monate auf Schalke und bei der FIFA-Weltmeisterschaft: "Ich hatte jetzt einen Monat Urlaub, was zu diesem Zeitpunkt nicht normal ist, weil normalerweise eher drei Wochen angesetzt sind. Manche Trainer geben zwei oder maximal drei Wochen, aber vier Wochen waren richtig, richtig gut. Nach einiger Zeit habe ich gedacht: 'Ich bleibe im Urlaub, das ist so schön.' Aber dann will man irgendwann wieder laufen, man will wieder Fußball spielen und in die Kabine kommen, mit den Jungs reden und Spaß haben. Das wird man immer vermissen, auch nach dem Karriereende. Das ist etwas, was man immer gerne macht."

… den Support der Schalke-Fans bei der FIFA-Weltmeisterschaft: "Das haben wir mitbekommen. Nicht nur bei der WM, sondern auch in den Playoffs gegen Italien und Wales haben wir dieses Gefühl gehabt, dass die ganze Schalke-Family mit uns war und natürlich auch bei der WM. Wir sind froh, dass viele unserer Schalke-Fans auch die Bosnien-Spiele geschaut und uns die Daumen gedrückt haben."

… den Entschluss, zum FC Schalke 04 zurückzukehren: "Ich denke, schon von Anfang an, weil wir mit Miron (Anm. d. Red.: Miron Muslic) gleich nach der WM geredet haben. Er könnte dir auch sagen, dass ich schon zwei Tage nach der WM ganz positiv war. Natürlich war ich auch wegen meiner kleinen Verletzung ganz müde. Ich war bei der WM eigentlich nie 100 Prozent fit, so wie ich es bei der WM-Qualifikation war. Und natürlich brauchte ich so ein bisschen einen Switch-off: kein Fußball mehr, nicht mehr laufen, nicht über Fußball reden. Und dann hat Miron gesagt: Wenn alles klappt, dann kannst du mit Nikola (Anm. d. Red.: Nikola Katic) am 3. August kommen. Dann war das eigentlich auch so."

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… wem er als Erstes von seiner Schalke-Rückkehr erzählt hat: "Also, zu 100 Prozent hat Nikola (Anm. d. Red.: Nikola Katic) ein Foto von uns. Wir waren zusammen in Dubrovnik am Strand und er hat Miron ein Foto geschickt und ich habe ihm geschrieben: 'Cheffe, Boss, der kommt wieder.'"

… die schwierigen Umstände, die ein Wechsel mit sich bringt: "Ich denke, meine Kinder sind schon daran gewöhnt, die Städte und die Schule zu wechseln, neue Freunde zu finden. Vor ein paar Tagen hat meine große Tochter, die zehn Jahre alt ist, gesagt, dass sie in Deutschland leben will. Vielleicht hat sie Angst, dass ich nicht mehr weiterspiele. Deswegen hat sie gesagt, sie möchte wieder zurück zu Schalke. Sie ist schon clever. Sie hat gesagt: 'Ich will in Deutschland leben.' […] Sie kommen in zwei Wochen. Jetzt muss ich erst einmal ein Haus finden, eine Schule für meine Kinder. Am Ende ist das Wichtigste, dass wir alle zusammen sind."

… die Distanz zu seiner Familie im vergangenen halben Jahr: "Normalerweise waren sie immer mit mir und sie werden natürlich auch immer mit mir sein, egal, was ich auch nach meinem Karriereende mache. Für mich ist die Familie immer Nummer eins. Ich habe im Januar mit meiner Frau gesprochen und wir wollten das damals nicht, weil die Kinder schon in der Schule waren. Mein Sohn hat bei der Fiorentina trainiert. Er hat richtig, richtig gut trainiert und Spaß gehabt. Da haben wir gesagt: Für vier Monate ergibt es keinen Sinn, alles zu wechseln. Wenn dann noch ein Jahr passiert, dann vielleicht doch. (lacht)"

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… ein mögliches Engagement seines Sohnes bei Schalke 04: "Erst mal müssen wir schauen, wo wir wohnen. Aber natürlich wäre das die beste Option."

Fakten zum FC Schalke 04

  • Spitzname: Die Königsblauen, Die Knappen
  • Gründung: 4. Mai 1904
  • Vereinsfarben: Blau-Weiß
  • Stadion: Veltins-Arena (Gelsenkirchen)
  • Trainer: Miron Muslić
  • DFB-Pokalsiege: 5 (zuletzt 2011)

… wie ein Edin Dzeko als Papa funktioniert: "Ich bin eigentlich nie da (lacht). Meine Frau ist das gewohnt. Sie ist eine richtig gute Frau. Sie weiß, wenn ich allein schlafen muss, wenn ich ein Spiel habe oder trainiere. Sie sagt: 'Geh einfach, ich bin bei den Kindern.' Wir haben uns an so ein Leben gewöhnt. Auch dank meiner Frau kann ich diese Ruhe haben. Manchmal komme ich nach dem Training nach Hause und gehe erst mal ein bisschen schlafen. Ehrlich, meine Frau macht einfach alles."

… seine Rolle als "Superstar" auf Schalke und wie seine Familie darüber denkt: "Du weißt, wie die Kinder sind, wenn sie Papa sehen. Sie wollen auch, dass ich weiterspiele. Wir sind eine normale Familie. Egal, was auf dem Platz passiert, wie viele Tore du schießt, du musst auf dem Boden bleiben und vor allem Respekt haben. Für uns geht es nur so."

… das Geheimnis für seinen außergewöhnlichen Fitnesszustand mit 40 Jahren: "Schon seit mittlerweile über zehn Jahren mache ich individuelles Training, vor und nach der Einheit, um meinen Körper auf das Mannschaftstraining vorzubereiten. Ich kann jetzt zum Beispiel nicht einfach oben einen Kaffee trinken und dann auf den Platz gehen. Das kann ich nicht mehr, weil ich es gewohnt bin, vor und nach dem Training immer 20 bis 30 Minuten im Kraftraum zu sein, um Prävention zu machen. Das hat mir geholfen, dass ich immer noch hier bin. Aber ja, ich fühle mein Alter jetzt langsam schon ein bisschen."

Eckdaten der Saison 2026/2027

  • Bundesliga, 1. Spieltag: 28.08.2026
  • Bundesliga, 34. Spieltag: 22.05.2027
  • 2. Bundesliga, 1. Spieltag: 07.08.2026
  • 2. Bundesliga, 34. Spieltag: 23.05.2027
  • DFB-Pokalfinale: 29.05.2027
  • Franz Beckenbauer Supercup: 22. August 2026

… worauf er sich in der Bundesliga nicht freut: "Vielleicht auf die Spiele gegen die Bayern. Sie sind so gut unter Trainer Vincent Kompany. Er ist mein Freund, mein Ex-Kapitän. Vielleicht wird das ein schweres Spiel. Nicht nur für uns, sondern auch für die anderen Bundesligisten. Aber Spaß beiseite. Ich freue mich jetzt auf dieses Jahr, weil ich nach 15 Jahren noch mal hier bin, wieder hierher zu Schalke komme und gegen diese Mannschaften spiele. Und ich sehe auch, dass manche Leute, die mit mir gespielt haben, jetzt Trainer, Sportdirektoren oder Geschäftsführer sind. Ich freue mich darauf, sie wiederzusehen. Wie gesagt, ich bin stolz, nach 15 Jahren wieder hier zu sein."

… die Vielzahl an Trikottausch-Anfragen nach dem Abpfiff: "Ich bin keiner, der nach Trikots fragt. Ich bin ein bisschen schüchtern. Aber wenn mich jemand fragt, dann gebe ich immer ein oder zwei ab. Das habe ich auch in den letzten sechs Monaten so gemacht. Wenn es keine Trikots mehr gibt, muss ich sagen: 'Ich habe es schon jemandem versprochen.'"

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