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Bayern startet gegen Hoffenheim

FC Bayern: Das sind die fünf Kader-Brennpunkte in der Rückrunde

Udo Hutflötz

11.01.2019 | 17:21 Uhr

Bayern-Trainer Niko Kovac ist in der Rückrunde auch als ''Moderator'' gefragt.
Image: Auf Bayern-Trainer Niko Kovac könnten in der Rückrunde einige Brennpunkte zukommen. © Getty

Das Trainingslager in Doha ist passé, der Auftakt in die Rückrunde steht für den FC Bayern kurz bevor. Vor dem Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim wirft Sky Reporter Marc Behrenbeck einen Blick auf den Bayern-Kader und blickt auf die Brennpunkte.

Mit harter Arbeit und reichlich Motivation im Hinblick auf die anstehende Rückrunde hat der FC Bayern sein Trainingslager in Doha/Katar absolviert. Immerhin gilt es, in den verbleibenden 17 Spielen den Sechs-Punkte-Rückstand auf Herbstmeister Borussia Dortmund wettzumachen und den siebten Meistertitel in Serie einzufahren.

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Für dieses Unterfangen stehen dem Rekordmeister zuletzt verletzte Spieler wieder zur Verfügung. So trainierte unter anderem James Rodriguez nach längerer Pause wieder mit. Auch Corentin Tolisso reiste mit ins Trainingslager, um dort bestmöglich nach seinem Kreuzbandriss an seinem Comeback arbeiten zu können. Dieses wird voraussichtlich auf März fallen.

Die Optionen für Trainer Niko Kovac für die Rückrunde werden somit im Verlauf der restlichen Saison deutlich größer werden. Doch genau darin liegt auch ein Problem. "Es wird Härtefälle geben", ist sich Sky Reporter und Bayern-Experte Marc Behrenbeck sicher, wodurch es erneut zu Unruhen im Kader des FC Bayern kommen könnte. "Die Rückkehr der Rekonvaleszenten birgt ein großes Gefahrenpotential."

Brennpunkt 1: James Rodriguez

Seit Mitte November fehlt James dem FC Bayern aufgrund eines Außenbandrisses im Knie. Dieser ist nun aber auskuriert, so dass der Kolumbianer Kovac wieder zur Verfügung steht. Doch bereits vor seiner Verletzung gehörte der Zehner nicht zum absoluten Stammpersonal. Ob sich das zur Rückrunde ändert?

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"James ist der Top-Härtefall im Kader. Er hat den Anspruch zu spielen. Wenn er nicht spielt, wird es schwierig. Momentan und auch die vergangenen Monate hatte er keinen Spaß beim FC Bayern. Für Kovac wird es eine große Herausforderung, James wieder physisch und psychisch hinzubekommen", erklärt Behrenbeck.

Besonders im Februar wird James nämlich sportlich gefordert sein. Im Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Liverpool (live und exklusiv auf Sky Sport) wird Thomas Müller - zumindest auf jeden Fall für das Hinspiel - gesperrt sein. "James muss dort dann Bestleistungen bringen."

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Doch auch im mentalen Bereich gilt es für die Verantwortlichen anzusetzen. "James ist mitteilungsbedürftig, launisch, sehr emotional und hat sehr viel Temperament. Dass muss man in die richtige Bahn lenken. Dort ist wegen des sprachlichen Faktors auch Hasan Salihamidzic gefordert. Er redet viel mit ihm", weiß Behrenbeck die Situation um James einzuordnen.

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Sky Reporter und Bayern-Experte Marc Behrenbeck spricht über die möglichen Brennpunkte beim FC Bayern. Ein Faktor dabei: James Rodriguez.

Brennpunkt 2: Hummels/Boateng

Neben James im offensiven Mittelfeld droht aber auch in der Defensive Knatsch. Mats Hummels und Jerome Boateng hinken dort ihren Bestleistungen hinterher. "Gerade Hummels ist vom Speed her nicht mehr der Alte. Boateng hatte die Aussetzer und weiß selbst, dass er nicht auf der Höhe ist", so Behrenbeck.

"Durch die Verpflichtung von Benjamin Pavard und den Diskussionen um Lucas Hernandez wird da in Zukunft noch mehr passieren", ist sich der Sky Reporter sicher.

Gerade bei Hummels sieht Behrenbeck reichlich Konfliktpotential. "Er ist extrem unzufrieden. Er hat aber seine eigene Meinung und sieht sich weiterhin als Top-Verteidiger, was sein Tweet vor wenigen Tagen gezeigt hat. Er hat zudem das Gefühl, dass seine Leistung in der Öffentlichkeit von den Medien falsch bewertet wird. Sicher ist: Es wird Knatsch geben, wenn Hummels nur Innenverteidiger Nummer drei ist!"

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Sky Reporter und Bayern-Experte Marc Behrenbeck spricht über die möglichen Brennpunkte beim FC Bayern. Ein Faktor dabei: die Innenverteidigung um Mats Hummels und Jerome Boateng (Video-Länge: 1:34 Minuten).

Brennpunkt 3: Sandro Wagner

Gar als "tickende Zeitbombe" bezeichnet Behrenbeck Sandro Wagner. Der 31-Jährige ist hinter Robert Lewandowski ganz klar die Nummer zwei im Sturm - eine Situation, die ihm bereits bei seinem Wechsel zum Rekordmeister klar war. Kam der großgewachsene Angreifer in der vergangenen Rückrunde noch regelmäßig zum Einsatz, sieht dies in der abgelaufenen Hinrunde ganz anders aus.

Lediglich 138 Einsatzminuten stehen zu Buche - zu wenig für Wagners Geschmack. "Damit ist er natürlich unzufrieden. Er hat das Gefühl, der Trainer steht nicht auf ihn. Es ist bekannt, dass Wagner und Kovac nicht die besten Freunde sind. Er hat sich schon bei den Bossen über Kovac beschwert, da ihm wohl bezüglich der Spielzeiten etwas anderes versprochen wurde", so Behrenbeck.

"Er ist ein Typ, der durchaus für Ärger sorgen kann", zieht der Sky Reporter ein Fazit zu dieser Personalie.

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Sky Reporter und Bayern-Experte Marc Behrenbeck spricht über die möglichen Brennpunkte beim FC Bayern. Ein Faktor dabei: Sandro Wagner (Video-Länge: 2:22 Minuten).

Brennpunkt 4: Javi Martinez

Deutlich weniger Konfliktpotential birgt die Situation von Javi Martinez. Der Spanier wurde zuletzt mit seinem Ex-Klub Athletic Bilbao in Verbindung gebracht, da er nicht mehr die Einsatzzeiten erhielt wie noch vor einem Jahr unter Jupp Heynckes.

"Die Entwicklung ist interessant. Ich habe vor längerer Zeit mit Kovac gesprochen und da hieß es, dass Martinez seine Nummer eins auf der Sechs ist. Es scheint aber, als ob seine besten Zeiten vorbei sind. Er kommt nicht mehr an seine Leistungen ran", analysiert Behrenbeck.

Allerdings glaubt er nicht, dass die Bayern Martinez im Winter abgeben werden. Genauso wenig wird es laut Behrenbeck Probleme geben, sollte der Spanier weiterhin häufig auf der Bank sitzen. "Er ist ein ruhiger Typ und muckt nicht auf." Doch sollte die Situation um den Sechser so bleiben, wird er wohl im Sommer gehen.

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Brennpunkt 5: Robben/Ribery

Die Namen Arjen Robben und Franck Ribery assoziiert man mit sportlicher Qualität und technisch feinem Fußball. Allerdings werden sie zuletzt auch immer wieder mit Konflikten und Unruhe in Verbindung gebracht. Passte den beiden Altstars in der Hinrunde etwas nicht, machten sie dies oft genug auch öffentlich deutlich.

In dieser Hinsicht hat laut Behrenbeck aber ein Prozess eingesetzt. "Großes Unruhepotential liegt da nicht, denn beide lernen für ihre Verhältnisse damit umzugehen, dass sie nicht mehr unantastbar sind."

"Sie wollen die Saison schön zu Ende bringen - mit einigen guten Spielen und dem einen oder anderen Titel", ergänzt Behrenbeck abschließend.

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