FC Bayern: Matthijs de Ligt aktuell kein Stammspieler

Droht de Ligt seinen Nimbus als Abwehrchef zu verlieren?

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Image: Matthijs de Ligt muss aktuell mit einem Bankplatz Vorlieb nehmen.  © Imago

Matthijs de Ligt galt stets als sichere Bank in der Bayern-Defensive. Der Niederländer könnte nun allerdings den Nimbus als unangefochtener Stammspieler und Abwehrchef verlieren.

Der FC Bayern ist mit zwei Siegen in die neue Saison gestartet. Viel beitragen konnte Matthijs de Ligt dazu nicht. Trainer Thomas Tuchel vertraute sowohl in Bremen (4:0) als auch gegen Augsburg (3:1) auf Noussair Mazraoui, Dayot Upamecano, Minjae Kim und Alphonso Davies in der Vierer-Abwehrkette. Die Überraschung: De Ligt saß zunächst auf der Bank.

Nach einem schwachen ersten Durchgang im Supercup, wo de Ligt sich unter anderem vor dem 0:2 von Dani Olmo hatte düpieren lassen, nahm ihn Tuchel schon zur Pause vom Platz - ein Auftritt mit womöglich weitreichenden Folgen.

Denn anschließend kam der Niederländer nur noch zweimal als Joker zum Einsatz. Wurde de Ligt in Bremen noch immerhin beim knappen Spielstand von 1:0 in der 68. Minute für Minjae eingewechselt, setzte Tuchel den 24-Jährigen am vergangenen Sonntag erst nach 81 Minuten - erneut für Kim - ein. Die Münchner führten zu diesem Zeitpunkt bereits komfortabel mit 3:0, die Messe war gelesen.

Bitter für de Ligt: Bei seinem Kurzeinsatz gab er vor dem Gegentreffer zum 1:3 eine unglückliche Figur ab, als er an der eigenen Strafraumkante von Vorlagengeber Ermedin Demirovic getunnelt wurde.

"Ich habe doch gar nicht gespielt"

Dementsprechend unzufrieden war de Ligt auch nach Spielschluss. Anders als gewöhnlich hatte er am Sonntagabend keine Lust, mit den Pressevertretern in der Mixed Zone zu sprechen. "Ich habe doch gar nicht gespielt", sagte de Ligt zu den wartenden Journalisten und schickte stattdessen Joshua Kimmich vor, der sich dann auch Zeit nahm und sich den Fragen stellte.

Aufgrund einer Wadenverletzung verpasste de Ligt die Anfangsphase der Vorbereitung, seinen rechtmäßigen Platz als unumstrittener Abwehrchef eroberte er sich seitdem nicht zurück. "Matthijs kommt aus einer Verletzung, aus einer schwerwiegenden Verletzung. Es war die Wade. Wer Matthijs' Waden kennt, weiß dass das dann auch eine ordentliche Verletzung ist, wenn er sich dort verletzt. Daher fehlt da noch etwas Rhythmus, Form und Vertrauen", erklärte Tuchel.

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Im vergangenen Sommer von Juventus Turin gekommen, hatte sich de Ligt nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten schnell als zweikampf- und kommunikationsstarke Stütze in der Defensive etabliert. Mit einer heldenhaften Rettungstat im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Paris Saint-Germain grätschte er sich in die Herzen der Bayern-Fans.

Auch Tuchel baute nach seinem Amtsantritt Ende März in der vergangenen Saison voll auf de Ligt. Bis auf das 6:0 gegen den FC Schalke 04 (in der 85. Minute ausgewechselt) stand die 1,89 Meter große Abwehrkante jeweils über die komplette Spielzeit für die Münchner auf dem Rasen.

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De Ligt erstmals Herausforderer

Erstmals seit seinem Wechsel muss sich de Ligt nun aber mit der Rolle des Herausforderers begnügen. Kim und Upamecano, bekannt für seine eklatanten Schnitzer und nominell der Außenseiter dieses Trios, bilden momentan die Stamm-Innenverteidigung. "Upa und Minjae haben es sehr gut gemacht. Sie haben es sehr viel besser gemacht als die Wochen zuvor. Da gibt es aktuell keinen Grund zu wechseln", sagte Tuchel vor dem Augsburg-Spiel.

Ohnehin hält Tuchel von Rotation nur wenig, das betonte der 50-Jährige zuletzt regelmäßig. Tuchel wolle "sehr schnell eine gefestigte Elf" aufbieten, vor allem aber eine gefestigte Abwehrformation: "Sobald jemand die Nase vorne hat, ist es unser Wunsch, eine Viererkette zu finden, in der wenig gewechselt wird."

De Ligt, Gewinner des Golden-Boy-Awards von 2018, wird daher wohl auch im heutigen tipico Topspiel bei Borussia Mönchengladbach (ab 17.30 live & exklusiv bei Sky) mit einem Bankplatz Vorlieb nehmen müssen.

Mehr zum Autor Fabian Schreiner

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