FC Bayern München und Bayer 04 Leverkusen müssen Spieler im Januar abstellen
So könnten Afrika- & Asien-Cup den Titelkampf beeinflussen
25.12.2023 | 16:20 Uhr
Bayer 04 Leverkusen und der FC Bayern München liefern sich bislang einen spannenden und hochklassigen Zweikampf um die deutsche Meisterschaft. Nun könnten allerdings zwei Kontinentalmeisterschaften große Auswirkungen auf das Titelrennen nehmen.
Denn von Mitte Januar bis Mitte Februar steigt sowohl der Afrika-Cup (13.1. bis 11.2.) in der Elfenbeinküste als auch der Asien-Cup (12.1. bis 10.2.) in Katar. Bayer 04 Leverkusen könnte in dieser Zeit gleich auf fünf Spieler verzichten müssen - so viele wie sonst nur der VfB Stuttgart in der Bundesliga. Auch der FC Bayern München könnte drei Spieler abstellen müssen. Denn es herrscht eine Abstellungspflicht.
Acht Spieler von Bayer 04 & Bayern betroffen
Heißt: Sollten die Spieler von den jeweiligen Nationaltrainern nominiert werden, müssen sie zur Kontinentalmeisterschaft reisen. Die Klubs haben keine Wahl. In den Zeitraum dieser beiden Wettbewerbe fallen sechs Partien für Leverkusen und München. Bayer 04 ist dabei in fünf Bundesligapartien und im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Stuttgart (am Dienstag, den 6.2. um 20.45 Uhr LIVE auf Sky) gefordert, die Bayern durch das Nachholspiel gegen Union Berlin (Mittwoch, 24.1. um 20.30 Uhr LIVE auf Sky) ebenfalls sechsmal.
Auch das direkte Duell am 10. Februar (Samstag, 18:30 Uhr LIVE & EXKLUSIV auf Sky) in der BayArena fällt in diesen Zeitraum. Bei Leverkusen könnten Victor Boniface und Nathan Tella (beide Nigeria), Edmond Tapsoba (Burkina Faso), Odilon Kossounou (Elfenbeinküste) und Amine Adli (Marokko) fehlen, bei Bayern Eric Maxim Choupo-Moting (Kamerun), Noussair Mazraoui (Marokko) sowie Min-jae Kim (Südkorea).
Wie ersetzt Tuchel sein Bayern-Trio?
"Bei Nous werden wir abwarten müssen, ob das überhaupt reicht für ihn. Aber wenn er nicht dort ist, wird er uns wahrscheinlich auch fehlen. Entweder wegen Verletzung oder wegen Afrika-Cup", erklärte FCB-Coach Thomas Tuchel zuletzt auf einer Pressekonferenz. Mazraoui fällt derzeit mit einem Muskelbündelriss aus. Der Bayern-Kader ist sowieso schon dünn in der Breite, ohne das Trio in den ersten Spielen im Jahr 2024 wird das noch schwieriger zu kompensieren sein.
Tuchel und Sportdirektor Christoph Freund hatten allerdings bereits angekündigt, in der Winterpause personell nachlegen zu wollen. "In diesen sechs Spielen gibt es 18 Punkte, die wollen wir alle haben. Dafür brauchen wir einen konkurrenzfähigen Kader", betonte Tuchel. Ansonsten wird wohl Konrad Laimer - wie zuletzt auch - weiterhin statt Mazraoui den Rechtsverteidiger geben. Matthijs de Ligt wird Kim ersetzen, der in der Liga bislang immer in der Startelf stand. Choupo-Moting fällt in diesem Zeitraum als Joker von der Bank weg.
Alonso testet schon mal gegen Bochum
Auf noch mehr Spieler muss Bayer-Trainer Xabi Alonso zunächst in 2024 verzichten. Insbesondere die Stammspieler und Leistungsträger Boniface, Tapsoba und Kossounou werden der Werkself fehlen und schwer zu ersetzen sein. Adli und Tella waren bislang zumeist nur Joker in dieser Spielzeit. Alonso simulierte das Fehlen des Quintetts am letzten Bundesligaspieltag vor Weihnachten beim 4:0-Heimsieg gegen den VfL Bochum.
Dort spielten Patrik Schick für Boniface, Piero Hincapie für Tapsoba und Josip Stanisic für Kossounou von Beginn an. "Es war ein Test, aber kein Risiko. Vor allem für Patrik war es wichtig, damit er im Januar mit einem guten Gefühl zurückkommt", erklärte Alonso auf der Pressekonferenz nach der Partie. Schick, der nach vielen Verletzungen nach 14 Monaten sein Startelf-Comeback in der Liga feierte, erzielte gleich einen Hattrick. Das Vertrauen in das Trio Schick, Hincapie, Stanisic ist groß.
Bleiben Kossounou und Tella in Leverkusen?
Beide Trainer verdeutlichten, dass die Abstellungen für die beiden Turnieren mitten in der Saison extrem unglücklich sind. Allerdings wollten beide diese nicht als Ausrede gelten lassen, da bereits vor der Saison klar war, dass es im Januar dazu kommen wird. Bei Leverkusen ist zudem noch nicht fix, ob Kossounou und Tella überhaupt nominiert werden. Während bei Tella die große Konkurrenz in der Offensive von Nigeria der Grund ist, ist es bei Kossounou sein angespanntes Verhältnis zu Elfenbeinküste-Nationalcoach Jean-Louis Gasset.
Bis zum 3. Januar müssen die Verbände ihr endgültiges Aufgebot für den Afrika-Cup bekanntgeben, beim Asien-Cup ist die Deadline spätestens zehn Tage vor dem jeweiligen ersten Turnierspiel einer Mannschaft - bei Südkorea und Kim mit Nationaltrainer Jürgen Klinsmann wäre dies der 5. Januar (erstes Spiel am 15.1. gegen Bahrain).
Danach wird man sehen, wie Leverkusen und Bayern die gezwungenen personellen Abstellungen - bis womöglich zu den Endspielen von Afrika-Cup und Asien-Cup nach dem Topspiel-Wochenende in der Bundesliga am 21. Spieltag - verkraften.
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