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FCB nach Hernandez-Verletzung: Bedingt abwehrbereit

Verletzungssorgen in Münchens Defensive nach Doppel-Ausfall

Daniel Heissenstein / Torben Hoffmann

25.10.2019 | 16:17 Uhr

Die Abwehr des FC Bayern befand sich zuletzt oft nicht auf Augenhöhe mit dem Gegner.
Image: Die Abwehr des FC Bayern befand sich zuletzt oft nicht auf Augenhöhe mit dem Gegner. © 

Nach Niklas Süle jetzt der Hernandez-Schock: Langsam gehen dem FC Bayern die Verteidiger aus. Wie löst Niko Kovac das Defensiv-Dilemma? Sky Sport hat die Verteidungssituation in München analysiert.

Der Ausfall von Niklas Süle wiegt beim FC Bayern besonders schwer. Bis zu seiner Verletzung hat er jedes Spiel gemacht, dazu war er der beste Bayern-Verteidiger. Keiner gewann so viele Zweikämpfe wie er (73 Prozent), Niko Kovac vertraute auf ihn als zentralen Abwehr-Baustein.

Jetzt muss der Trainer basteln. Wie gut die Bayern-Verteidiger in der Innenverteidigung harmonieren, zeigt das Pärchen-Ranking.

Pärchen-Ranking der Innenverteidiger (2018/19 & 2019/20)*

Platz Innenverteidiger-Pärchen Gegentore pro Spiel Gemeinsame Spiele
1 Hummels & Boateng 0,60 10
2 Süle & Hummels 1,09 22
3 Süle & Pavard 1,25 4
4 Boateng & Süle 1,29 21

*mindestens zweimal zusammengespielt

Schnell ersichtliches Problem: Süle war fast immer mit dabei und Hummels trägt mittlerweile Schwarz-Gelb. Kovac muss also experimentieren. Eine neue Variante hat er dafür: Lars Lukas Mai könnte Nutznießer der Verletztenmisere sein und sich neben Benjamin Pavard und Jerome Boateng im Profikader etablieren.

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Nach Hernandez-Verletzung: Ein Routinier und ein Youngster rücken in den Focus

Urteil von Sky Reporter Hoffmann: "Das ist die große Chance für Jerome Boateng und Benjamin Pavard. Sie werden das neue Innenverteidiger-Duo. Die Stärken von Javi Martinez sehe ich eher auf der Sechs", sagt der Sky Reporter.

Hoffmann: "Kovac rotiert zu viel!"

Die Abwehr der Münchner ist in dieser Saison anfälliger als noch im Jahr zuvor: Zum gleichen Zeitpunkt kassierte Manuel Neuer zehn Gegentore, jetzt sind es bereits 17. Nach Rekordmeister-Verständnis legten Kovac und Co. zudem einen Fehlstart hin mit 15 Punkten nach acht Spieltagen. Der Stotterstart hat aber fast schon Tradition: Letzte Saison gab es nur einen Zähler mehr.

Urteil von Sky Reporter Hoffmann: "Die Gegentorflut hat Gründe. Kovac rotiert zu viel! Eine Verteidigung muss eingespielt sein und Vertrauen aufbauen. Bei so vielen verschiedenen Viererreihen kommt keine Konstanz rein", meint Hoffmann.

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Flexibilität als Fluch

Benjamin Pavard kann links, rechts und in der Mitte spielen, Lucas Hernandez links und in der Mitte. Und so setzt Kovac sie auch ein. Was zur Folge hat, dass die einzige gesunde Innenverteidigung so noch nie zusammengespielt hat: Boateng und Pavard müssen sich aneinander gewöhnen. In der bisherigen Saison testeten die Bayern fünf verschiedene Kombinationen an Innenverteidigern aus, jetzt folgt die sechste.

Im Jahr zuvor kamen sie mit drei Varianten aus (bis auf eine Ausnahme). Das führt dazu, dass die Abwehr nicht eingespielt ist. Es fehlt das Vertrauen zum Nebenmann und in die eigenen Aktionen. Auf verschiedenen Positionen spielen zu können, heißt auch, sie nicht alle gleich gut zu beherrschen.

Urteil von Sky Reporter Hoffmann: "Die Innenverteidigung muss eingespielt sein! Das Hauptpaar sollte in der Saison auf bis zu 40 Spiele kommen, nur so bilden sich die nötigen Automatismen. Die Vertrautheit zum Nebenmann kommt nicht von selbst."

Schmerzhafter Hummels-Abgang trotz Doppel-Ersatz

Mats Hummels wechselte bekanntlich zum Rivalen Dortmund. In München war er ein Stabilisator (siehe Pärchen-Ranking). Der doppelte Ersatz Pavard und Hernandez hat noch nicht das Niveau des Abgewanderten. Gerade in der Spieleröffnung haben die Neuzugänge Defizite, Jerome Boateng ist hier der beste Münchner.

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Urteil von Sky Reporter Hoffmann: "Die Bayern haben sich für keinen 1:1-Ersatz entschieden. Pavard und Hernandez sind keine Spezialisten als Innenverteidiger, ihre Flexibilität hat auch Nachteile. Auch deswegen ist die Bayern-Defensive in dieser Saison nicht so stabil", erklärt Hoffmann.

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