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Frauen-WM 2023: One Love"-Binde: FIFA sucht Lösungen

"One Love"-Binde: FIFA will Lösung für Frauen-WM

Gianni Infantino hat neue Pläne für die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada.
Image: Gianni Infantino will Lösungen in der Diskussion um die "One Love"-Binde präsentieren.  © DPA pa

Die Diskussion um die "One Love"-Binde nimmt mit Blick auf die Frauen-WM in Australien und Neuseeland wieder Fahrt auf. FIFA-Präsident Gianni Infantino kündigt eine "rechtzeitige Lösung" an.

Gianni Infantino schlug fast versöhnliche Töne an - zumindest auf den ersten Blick. "Wir befinden uns in einem Lernprozess", sagte der umstrittene Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA laut BBC am Samstag am Rande der 137. Sitzung der Regelhüterinnen und Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) in London.

Dabei ging es nicht um Änderungen der Fußball-Grundsätze, sondern um das Aufreger-Thema der vergangenen Männer-WM in Katar: die "One Love"-Binde. Die Absicht einiger europäischer Kapitäne, darunter Manuel Neuer, das Stück Stoff in den WM-Spielen zu tragen, wurde von der FIFA torpediert. Der Weltverband setzte sein Verbot unter der für viele vagen Androhung drastischer Strafen durch, die DFB-Stars um Neuer protestierten per "Mund zu"-Geste vor dem Anpfiff des Japan-Spiels (1:2).

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Infantino sucht nach Lösung

Und jetzt? Will Infantino mit Blick auf die Frauen-WM in Australien und Neuseeland (20. Juli bis 20. August) angeblich eine Lösung für das Thema finden. Der 52-Jährige versucht, den Spagat zu schaffen: Einerseits will er "die unterschiedlichen Empfindlichkeiten erfassen" und schauen, "was getan werden kann, um eine Position, einen Wert oder ein Gefühl, das jemand hat, positiv auszudrücken". Dies soll andererseits geschehen, "ohne andere zu verletzen. Wir werden rechtzeitig vor der Frauen-WM eine Lösung haben", betonte der Schweizer. In welche Richtung dies gehen könnte, erklärte er allerdings nicht näher.

Möglich scheint, dass die FIFA zu Zugeständnissen bereit ist. Was jedoch nicht überraschen dürfte, denn der WM-Gastgeber heißt nicht Katar, wo Homosexualität unter Strafe steht. Australien und Neuseeland legen eine offene und freiheitliche Lebensführung an den Tag. Infantino: "Wir wollen es diesmal besser machen und suchen nach einem Dialog mit allen, die beteiligt sind." Gemeint sind die Verbände, die Kapitäninnen und die anderen Spielerinnen.

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DFB musste viel Kritik einstecken

Der Deutsche Fußball-Bund musste viel Kritik für sein Vorgehen in Katar einstecken. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte im Nachgang der WM Fehler eingeräumt. Man hätte "den direkten Draht zu Gianni Infantino suchen und ihn nach der Haltung der FIFA fragen müssen", gab er zu. Dies geschah nicht, der Wirbel überlagerte den Turnierstart. "Ich glaube, dass ich heute deutlich vor einem Turnier für Klarheit sorgen würde", betonte Neuendorf.

Der DFB-Boss hatte zuletzt vor dem Sportausschuss des Deutschen Bundestags dem Eindruck widersprochen, das Scheitern in der WM-Vorrunde auch aufgrund der 1:2-Niederlage gegen Japan im Auftaktspiel sei der Debatte um die "One Love"-Binde anzulasten. "Sportliche" Themen seien vielmehr ausschlaggebend gewesen.

Mehr Fußball

Im Sommer steht in Australien und Neuseeland wieder ein Fußball-Großereignis an - mit dem DFB-Frauen-Team. Möglich, dass der von Infantino angesprochene Dialog tatsächlich zu einer einvernehmlichen Lösung führt. Die nächsten Wochen werden auch in Bezug auf die "One Love"-Binde wieder spannend.

SID

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