Frühform oder Alarmstimmung? Die WM-Favoriten im Check

Deutschland, Frankreich, Brasilien, England, Argentinien

So gut sind die Teams um Neymar, Messi und Co. in Form.
Image: So gut sind die Teams um Neymar, Messi und Co. in Form.

Ab dem 14. Juni geht's bei der WM in Russland ans Eingemachte: 32 Nationen kämpfen um den WM-Pokal. Neben Titelverteidiger Deutschland zählen Frankreich, Brasilien, England, Argentinien, Belgien und Spanien zu den Favoriten. Sky Sport nimmt die Top-Teams unter die Lupe: Wer ist schon gut drauf? Wer sucht noch nach seiner Form?

Deutschland

Ein mühsamer Sieg gegen WM-Teilnehmer Saudi-Arabien (2:1), eine peinliche Pleite gegen Österreich (1:2): Die WM-Vorbereitung startete für Jogis Jungs holprig. In der Offensive als auch im Abwehrverbund muss das DFB-Team für die Mission Titelverteidigung noch eine ordentliche Schippe drauflegen. In den letzten sechs Testspielen (ein Sieg, drei Remis und zwei Pleiten) netzte Deutschland nur sechsmal ein, in der Defensive gibt es noch Abstimmungsprobleme. Zudem sorgt die "Erdogan-Affäre" um Mesut Özil und Ilkay Gündogan für Unruhe.

Das DFB-Team sucht noch nach seiner WM-Form. Bedenken, dass das bis zum WM-Auftakt gegen Mexiko nicht hinhaut, macht sich Joachim Löw nicht. "Ich mache mir keine Sorgen. Ich weiß, dass wir uns steigern müssen. Aber wenn das Turnier beginnt, werden wir da sein", hatte der Bundestrainer nach dem Saudi-Test in der ARD gesagt.

Derweil forderte Mario Gomez nach dem dürftigen 2:1 gegen Saudi-Arabien eine klare Leistungssteigerung. "Wir müssen uns beim Turnier straffen und dürfen dort nicht so eine Leistung bringen. Wir haben in der zweiten Halbzeit viel zu leicht die Bälle verloren", schlug der Stürmer Alarm.

Gegner in der WM-Vorrunde: Mexiko (17.6.), Schweden (23.6.), Südkorea (27.6.)

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DFB-Elf quält sich zu Testsieg gegen Saudi-Arabien

Frankreich

Auch Titelkandidat Frankreich bekleckerte sich im letzten Test vor der WM nicht mit Ruhm: Gegen die USA kam die Equipe Tricolore nur zu einem 1:1 (0:1). Das Team um EM-Torschützenkönig Antoine Griezmann und Paul Pogba zeigte erhebliche Schwächen im Torabschluss und stand auch in der Abwehr auf wackligen Beinen. PSG-Superstar Kylian Mbappe rettete Les Bleus ein Remis. Die Tests gegen Italien (3:1) und Irland (2:0) hingegen dominierten die Franzosen.

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WM-Momente: Kopfstoß, Spuck- und Beiß-Attacke

Der Weltmeister von 1998 zählt mit seinem Star-Kader zu den ganz heißen Favoriten auf den Titel. Der blasse Auftritt gegen die USA bleibt für die Equipe Tricolore hoffentlich ein Ausrutscher.

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Gegner in der WM-Vorrunde: Australien (16.6.), Peru (21.6.), Dänemark (26.6.)

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Brasilien

Bei der Selecao gab es zuletzt nur ein Thema: Wird Superstar Neymar nach seinem im Februar erlittenen Mittelfußbruch rechtzeitig fit für die WM? Vergangene Woche hieß es: Aufatmen bei der Selecao! Im Test gegen Kroatien (2:0) zauberte der Superstar wieder: Bei seinem Comeback dribbelte sich der 26-Jährige in den Strafraum und knallte den Ball unter die Latte zur Führung für Brasilien, Liverpools Angreifer Roberto Firmino setzte mit einem sehenswerten Lupfer den Schlusspunkt. Auch im März hatte der Weltmeister von 2002 seine Testspiele gegen Deutschland (1:0) und WM-Gastgeber Russland (3:0) gewonnen.

Mit Neymar, Firmino, Philipp Coutinho, Marcelo, Gabriel Jesus und Torwart Alisson Becker gehört Brasilien zu den Top-Favoriten. Das unterstrich das Team von Trainer Tite auch im letzten Testspiel vor dem WM - und zwar eindrucksvoll. In Österreich siegte die Selecao locker mit 3:0. Superstar Neymar steuerte einen Treffer bei. Zur Erinnerung: Deutschland hatte das Testspiel gegen Österreich noch vor Wochenfrist mit 1:2 verloren.

Gegner in der WM-Vorrunde: Schweiz (17.6.), Costa Rica (22.6.), Serbien (27.6.)

Der Spielplan der WM 2018
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England

Das Mutterland des Fußballs lechzt nach dem ersten WM-Titel seit 1966. Angeführt von Tottenhams Super-Knipser Harry Kane wollen die Three Lions in Russland auftrumpfen. Die Testspiele gegen Nigeria (2:1) und Costa Rica (2:0) bestritt England zwar erfolgreich, doch Nationaltrainer Gareth Southgate kann dennoch nicht zufrieden sein. Bei beiden Tests hatte England zwei Gesichter gezeigt: Im ersten Durchgang dominierten die Three Lions jeweils das Match, kombinierten sich zu tollen Tor-Aktionen. Nach der Pause nahmen sie allerdings jeweils den Fuß vom Gas.

Kane, Dele Alli, Raheem Sterling und Shootingstar Marcus Rashford sorgen in der Offensive für höchste Torgefahr. Allerdings muss England für seinen Traum vom WM-Titel über die gesamte Spielzeit Gas geben.

Gegner in der WM-Vorrunde: Tunesien (18.6.), Panama (24.6.), Belgien (28.6.)

Argentinien

Im Finale der WM 2014 hatte Mario Götze Argentiniens Titelträume zerstört (0:1 n.V.). In Russland will Argentinien einen neuen Anlauf auf den WM-Triumph nehmen. Während es Ende März gegen Spanien eine bittere 1:6-Pleite hagelte, präsentierte sich die Albiceleste um Barcas Superstar Lionel Messi beim 4:0 gegen Haiti Ende Mai in WM-Form. Messi traf dreifach, Sergio Agüero setzte den Schlusspunkt. Der letzte Test gegen Israel war aufgrund palästinensischer Proteste abgesagt worden.

Besonders bitter: Argentinien muss bei der WM auf Manuel Lanzini verzichten. Der Offensivmann von West Ham United zog sich während der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zu und fällt mindestens sechs Monate aus. Nationaltrainer Jorge Sampaoli nominierte Enzo Perez von River Plate nach.

Mit Messi, Agüero, Angel Di Maria, Paulo Dybala und Gonzalo Higuain stellt der amtierende Vize-Weltmeister eine der gefährlichsten Offensivabteilungen der WM.

Gegner in der WM-Vorrunde: Island (16.6.), Kroatien (21.6.), Nigeria (26.6.)

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Belgien

Belgien gilt bei der WM in Russland als Geheimfavorit. Bei der WM 2014 und der EM 2016 war allerdings jeweils im Viertelfinale Endstation. Die Hoffnungen liegen auch auf Roberto Martinez. Der Spanier übernahm im Sommer 2016 den Trainerposten bei den Roten Teufeln. Neun der zehn Quali-Spiele gewannen die Belgier, lediglich beim 1:1 gegen Griechenland ließ das Martinez-Team Zähler liegen. In der WM-Vorbereitung gab es gegen Portugal zwar eine Nullnummer, aber beim 3:0 gegen Ägypten schoss sich das Team für das Turnier warm.

Mit Kevin de Bruyne, Romelu Lukaku, Eden Hazard und Michy Batshuayi gehen die Belgier mit voller Offensivpower bei der WM an den Start. Torwart Thibaut Courtois und Verteidiger Jan Vertonghen halten die Defensive der Roten Teufel zusammen. Mit Belgien ist in Russland auf jeden Fall zu rechnen.

Gegner in der WM-Vorrunde: Panama (18.6.), Tunesien (23.6.), England (28.6.)

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Spanien

Bei Ex-Weltmeister Spanien ist kurz vor dem WM-Auftakt gegen Portugal noch ordentlich Sand im Getriebe. Im letzten Testspiel vor den Titelkämpfen gegen Tunesien quälte sich La Furia Roja zu einem 1:0-Arbeitssieg. Erst in der 83. Minute gelang Stürmer Iago Aspas der Treffer des Tages. Auch beim 1:1 gegen die Schweiz blieben die Iberer blass. Trotz großer Überlegenheit in Sachen Ballbesitz fand das Team von Julen Lopetegui gegen die Schweiz keine Lücke. Zudem patzte David de Gea: Der Keeper ließ einen Ball von Stephan Lichtsteiner nur abprallen, Ricardo Rodriguez bedankte sich mit dem Ausgleich (62.).

Dennoch besteht kein Zweifel an der Konkurrenzfähigkeit der Spanier. Zahlreiche Weltklassespieler stehen im Kader der Iberer. Andres Iniesta, Sergio Ramos, Gerard Pique und auch Bayerns Thiago stehen für die individuelle Klasse der Spanier. Allerdings haben sie nach den dürftigen Leistungen in der Vorbereitung noch viel Luft nach oben.

Gegner in der WM-Vorrunde: Portugal (15.6.), Iran (20.6.), Marokko (25.6.)