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Fussball: Timo Werner exklusiv im Sky Interview

Timo Werner exklusiv: Kann den Unterschied für Chelsea machen

26.12.2020 | 15:32 Uhr

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Im Exklusiv-Interview spricht Timo Werner über die Umstellung von der Bundesliga in die Premier League (Videolänge: 1:42 Minuten).

Im exklusiven Sky Interview spricht Timo Werner über seine neue Heimat in London, wie er sich eingelebt hat und was er mit dem FC Chelsea in dieser Saison erreichen möchte.

Timo, Sie sind jetzt fast ein halbes Jahr in London beim FC Chelsea. Wie haben Sie sich in Ihrer neuen Heimat eingelebt?

Die Stadt ist ja mittlerweile durch Corona ein bisschen leerer als man es sonst gewohnt ist. Es gibt also aktuell kaum Touristen. Dadurch habe ich mich tatsächlich schneller einleben können, weil nicht so viel los war und ich dadurch mehr rausgegangen bin. Die Stadt ist sehr lebenswert, auch wenn sie so groß und das Verkehrsaufkommen enorm ist. Ich habe einen schönen Platz zum Wohnen gefunden, das ist natürlich auch sehr wichtig.

In der Mannschaft haben mir natürlich die deutschsprechenden Kollegen sehr geholfen, mich direkt heimisch zu fühlen. Da hat man immer jemanden, mit dem man sich beim kleinsten Problem auch auf deutsch austauschen kann. Es ist also alles gut!

Die Umstellung von der Bundesliga auf die Premier League ist für viele eine Herausforderung. Kai Havertz hat uns vor einer Woche gesagt, dass es für einen technischen Spieler wie ihn schwieriger sei als für Sie, der den Ball einfach am Gegner vorbeilegt und dann läuft. Wie war es für Sie?

Da hat mich Kai offenbar wieder wie einen Holzfuß beschrieben! Für mich ist die Premier League vielleicht schon ein bisschen einfacher, weil ich dieses sehr geradlinige Spiel schon aus Leipzig kenne. Das hat mir am Anfang definitiv geholfen. Gewöhnen muss ich mich aber noch an den Rhythmus. In Deutschland hatte man am Jahresende immer das Ziel Weihnachten vor Auge, weil es dann ein paar Tage frei gab. Hier spielen wir über die Feiertage einfach weiter. Mit der Häufigkeit der Spiele werde ich ein bisschen müde und ich muss schauen, wie ich mich jedes Mal wieder in ein Spiel reinfuchsen kann.

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Die Bundesliga kannte ich einfach sehr gut, da konnte ich mir auch in einem Spiel mal eine Auszeit nehmen und wusste genau, wann ich wieder zustechen muss. Hier geht es einfach ständig hin und her, weil die Gegner auch einfach brutal stabil und körperlich komplett austrainiert sind. Die laufen 90 Minuten hoch und runter. Und wenn man dann noch gegen eine Mannschaft spielt, die nur am Wochenende ran muss und nicht wie wir alle drei Tage, dann ist es sehr schwer. Insgesamt passt die Liga aber sehr gut zu mir.

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Sie haben alle Spiele in der Premier League bislang von Anfang an gemacht. Oft als Linksaußen in einem 4-3-3-System, ab und zu auch über rechts oder auf der Neun. Wie zufrieden sind Sie persönlich mit Ihren ersten Monaten?

Es war noch nicht das, was ich mir selber vorgestellt habe. Ich bin immer ambitioniert und lege an mich selbst hohe Maßstäbe an. Ich will Tore schießen und Verantwortung übernehmen, so wie ich es in Leipzig gemacht habe. Ich spiele jetzt eine komplett andere Position als bei RB. Da kam ich eher durch die Mitte, aus dem offensiven Mittelfeld. Bei Julian Nagelsmann habe ich sogar manchmal auf der 8 gespielt. Das ist jetzt natürlich etwas ganz anderes, hier muss ich mich neu finden.

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Timo Werner hat in seiner ersten Saison für den FC Chelsea alle Spiele in der Premier League von Anfang an gemacht. Im exklusiven Interview mit Sky schätz er seine Leistung nach den ersten Monaten ein (Videolänge: 1:37 Minuten).

Der linke bzw. auf dem rechten Flügel habe ich hier zwar schon gute Spiele gemacht, aber ich konnte von dort nie die Torgefahr ausstrahlen, die mich noch bei Leipzig aus dem Zentrum heraus ausgezeichnet hat. Die Premier League ist anders. Ich habe natürlich schon gezeigt, dass ich in der Liga den Unterschied machen kann, aber ich hatte auch ein paar Spiele drin, wo ich ehrlich sagen muss: Das war gar nichts! Trotz allem macht es mir hier sehr viel Spaß und ich hoffe, dass jetzt auch langsam die Tore kommen und ich mein Spiel über links ein bisschen variabler gestalten kann.

Kai Havertz hat uns vergangene Woche gesagt, dass Olivier Giroud ihn nachhaltig beeindruckt hat. Wie ist es bei Ihnen: Welcher Spieler hat Sie überrascht?

Wir haben so viele gute Spieler! Aber einer ist besonders, auch wenn viele wissen wie gut er ist: Ngolo Kanté im echten Leben sticht heraus. Was er gegen den Ball alles wegläuft und was er für eine Klette im Training ist - unglaublich. Wenn du denkst, da kann er gar nicht an den Ball kommen, dann stiehlt er ihn dir von hinten wieder. Das ist beeindruckend. Ich weiß, was Kai an Olivier so gut gefällt, das ist auch ein gutes Beispiel. Der macht Sachen, die viele ihm nicht zutrauen würden.

Aber trotzdem: obwohl ich vorher wusste, dass Ngolo wahrscheinlich der beste Sechser auf der Welt ist, hat er mich im Training immer wieder positiv überrascht. Ihn in der eigenen Mannschaft zu haben ist ein Segen. Auch offensiv, der marschiert einfach so viel. Und dazu kommt noch, dass er einfach der liebste Mensch auf dieser Erde ist. Als Beispiel: der wird von hinten umgehauen und lacht sich erstmal einen ab. Das ist wirklich beeindruckend, wie jemand eine solche innere Ruhe haben kann wie Ngolo. Das ist was Besonderes, mit ihm zusammenspielen zu dürfen.

Zuletzt gab es für Chelsea zwei Niederlagen gegen die Wolves und davor beim FC Everton. Was läuft aktuell schief?

Gute Frage. Wir haben die Spiele immer dann für uns entschieden, wenn wir in Führung gegangen sind. Das 1:0 hat uns dann immer gepusht und wir haben direkt kaltschnäuzig nachgelegt. Das war gegen Everton nicht möglich, weil wir ganz schlecht ins Spiel reingekommen sind und dann auch noch einen unnötigen Elfmeter kassiert haben. Gegen Wolverhampton war es genau andersrum. Wir haben geführt und hatten auch unsere Räume, aber haben unsere Situationen dann schlecht ausgespielt, konnten unser schnelles Umschalten gar nicht reinbringen.

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Dann verlierst so ein Spiel in der Premier League. Ich kann auch nicht genau sagen, woran es liegt. Die Beine sind natürlich auch ein bisschen müde, wir haben jetzt schon über 20 Pflichtspiele in den Knochen. Da wir oft mit der selben Aufstellung spielen, macht sich das schon bemerkbar. Wir sind gerade auf den offensiven Flügeln dünn besetzt und können auch aufgrund von Verletzungen wenig rotieren.

Aber das sollen keine Ausreden sein. Wir müssen wieder konstanter, solider spielen und weniger Gegentore zulassen. Wir hatten ja fünf, sechs Spiele gar keins kassiert, zuletzt aber in jeder Partie. Da ist der Hebel anzusetzen. Gut verteidigen und offensiv wieder zielstrebiger werden.

Nach dem spektakulären Transfersommer von Chelsea träumen viele Fans direkt wieder vom Titel. Was ist realistischerweise drin in diesem Jahr?

Ich finde erstmal, dass die Fans zurecht so hohe Ambition haben. Wenn ein Verein so viel Geld ausgibt, so große Namen auf jeder Postion holt, dann ist jeder Fan berechtigt, sich große Hoffnungen zu machen. ich weiß nicht wie es am Ende ausgeht, aber ich glaube definitiv, dass wir eine gute Chance auf die Meisterschaft haben. Viele Mannschaften haben mit dem harten Programm zu kämpfen, auch Manchester City und Liverpool. Beide waren ja in den letzten Jahren weit voraus, haben jetzt aber auch Probleme mit Verletzungen.

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Im exklusiv Interview bei Sky spricht Timo Werner über die Titelchancen des FC Chelsea nach dem spektakulären Transfersommer (Videolänge: 1:50 Minuten).

Jetzt Liverpool Tottenham geschlagen, davor gab es nur ein Unentschieden gegen Fulham. Jeder kann in diesem Jahr stolpern. Wenn wir wieder unsere Form finden, über mehrere Wochen ungeschlagen bleiben, dann haben sicher eine Chance auf den Titel. Auf die nächsten Jahre gesehen ist es ganz schwer etwas vorherzusagen. Sollte nach Corona wieder mehr Normalität einkehren, dann haben viele Vereine auch wieder enorm viel Geld und wollen Meister werden.

Jedes Jahr ist es eine Wundertüte, weil hunderte Millionen wieder für neue Spieler ausgegeben werden. Aber wenn ich nur dieses Jahr anschaue, dann haben wir eine Top-Mannschaft mit großen Namen. Die anderen konnten nur wenig einkaufen, deswegen: Wenn wir unser Spiel auf den Platz bekommen, dann haben wir gute Chancen in allen Wettbewerben. Wir müssen zumindest schauen, dass wir unter die Top vier kommen.

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