Gegner sind egal: Joachim Löw will wieder Weltmeister werden

WM-Auslosung in Russland

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Löw: Keine Nervosität vor der Auslosung

Joachim Löw verfolgt die WM-Auslosung im Kreml sehr gelassen. Auf wen die deutsche Nationalmannschaft treffen wird, spielt für ihn eine untergeordnete Rolle. Denn das Ziel ist es, in jedem Fall wieder Weltmeister zu werden.

Joachim Löw wäre zufrieden gewesen. Zumindest bei der ersten Generalprobe einer artistisch-bunten Zeremonie im eisigen Moskau blieben den deutschen Fußball-Weltmeistern die Giganten Spanien oder England erspart. Dänemark, Uruguay, Nigeria - damit ließe sich hervorragend leben, wenn Diego Maradona, Gordon Banks und andere Legenden am Freitag (ab 15:00 Uhr die WM-Auslosung im Liveblog auf skysport.de) im Prunksaal des russischen Machtzentrums Kreml wirklich die Vorrundengruppen für die WM 2018 auslosen.

"Nervös sind wir nicht"

"Egal, wie es kommt, nervös werden wir nicht. Der Puls geht nicht hoch. Aber wir fahren mit Spannung dahin", sagte der Bundestrainer am Donnerstag in Frankfurt am Main: "Die WM bekommt ein Gesicht für uns. Dann können wir anfangen, zu arbeiten." Dann stieg er für seinen 40-Stunden-Trip in die Lufthansa-Maschine mit der Flugnummer LH 1452, die um 16.50 Uhr nach Moskau abhob.

Sergio Ramos und Isco jubeln nach dem Sieg gegen Italien.
Image: Wenn das DFB-Team auf Spanien trifft? Toni Kroos sagt: "Da müssen wir durch."  © Getty

Der Bundestrainer sieht die folkloristische Ouvertüre am Ufer der Moskwa, der auch Russlands Staatspräsident Wladimir Putin beiwohnen wird, also mit weltmeisterlicher Gelassenheit: Komme doch, wer wolle! Ob es nun Peru und Panama sind oder Mexiko und Saudi-Arabien. Löw wünscht sich zwar "eine sportlich attraktive Gruppe", er sieht die Vorrunde aber vor allem als Startrampe auf dem Weg zu Historischem: "Alles ist unserem Ziel untergeordnet, in Russland erneut Weltmeister zu werden."

Dafür muss zunächst einmal die goldene Trophäe abgeliefert werden. WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose wird sie als Ehrengast ins Auditorium des Kreml-Palastes tragen - geht es nach dem Deutschen Fußball-Bund, nur als freundliche Leihgabe bis zum Moskauer Finale am 15. Juli.

Die DFB-Elf reist als Titelverteidiger nach Russland.
Image: Kann die DFB-Elf den Titel verteidigen?  © DPA pa

Löws Ziel ist der fünfte Weltmeistertitel

Die Oberen sind routiniert genug, weit über die Auslosung hinaus zu blicken. "Sie ist ein Erlebnis. Aber für uns geht es in Russland auch um das Ergebnis", sagt DFB-Präsident Reinhard Grindel: "Egal, wen wir zugelost bekommen, wir werden mit einer hochtalentierten Mannschaft antreten und dem Ziel, zum fünften Mal Weltmeister zu werden." So sieht es auch Thomas Müller: "Bei der EM 2012 sind wir durch eine Hammergruppe marschiert - und doch war im Halbfinale Schluss."

Und sollte es diesmal gleich gegen Spanien gehen? "Dann müssen wir da halt durch", sagt Toni Kroos. Denn: Selbst der "Angstgegner" wäre aufgrund des Auslosungsmodus der einzige von Weltniveau. Es wird keine "Hammergruppe" geben. Spanien und England sind zwar in Topf 2, aber eben auch Peru und die Schweiz. Erhält das als Gruppenkopf gesetzte Deutschland einen der harten europäischen Prüfsteine, kann keine weitere europäische Mannschaft dazukommen.

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Somit wäre das Schlimmstmögliche in etwa: Spanien, Costa Rica, Japan. Die vermeintlich leichteste Konstellation bestünde aus Peru, Ägypten und Panama. "Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir uns früher oder später mit allen messen", sagt Kroos.

Das ist die gängige Plattitüde, aber die Wahrheit. Eine leichte Gruppe für ein gutes Turnier: Das stimmt ohnehin nicht mehr. Seit 2006 ist immer jene Mannschaft Weltmeister geworden, die in Addition der FIFA-Weltranglistenposition die schwierigste Gruppe erwischt hatte. Auch Deutschland 2014 mit Portugal, den USA und Ghana.

Am Freitag werden die Gruppen zur WM 2018 ausgelost.
Image: Auf wen trifft die deutsche Nationalmannschaft?  © DPA pa

Wichtiger ist Löw aber die Gewissheit. Er könne dann einschätzen, "welchen Weg man beim Turnier geht." Das ist eminent wichtig für die Quartierwahl, die schnellstmöglich erfolgen soll. Alternativen sind Sotschi am Schwarzen Meer mit viel Wärme, Sonne und Leichtigkeit - und die Region Moskau, die eher einen herben Charme, aber kürzere Wege zu bieten hat.

Russland wähnt sich bestens vorbereitet. Das mag infrastrukturell so sein. Andere Probleme sind gewaltig. Der riesige Dopingskandal, der auch den Fußball streift, ist keinesfalls ausgestanden, die Hooliganthematik oder die Ausbeutung nordkoreanischer Arbeiter bestimmten zuletzt die Schlagzeilen.

Im Anschluss an die Auslosung gibt es die große WM-Show auf Sky Sport News HD und im Livestream mit Sky Reporter Uli Köhler und Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi.