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Gewinner, Sorgenkinder, Kimmich-Frage: Die fünf Erkenntnisse aus Klopps DFB-Start

Vier Spiele, ein Sieg, zwei Unentschieden und eine Niederlage: Jürgen Klopp hat in seinen ersten Nations-League-Partien zahlreiche Spieler getestet und wichtige Erkenntnisse für die Zukunft der Nationalmannschaft gewonnen.

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Jürgen Klopp ist auch nach dem Spiel in Thessaloniki sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Der Bundestrainer bemängelt einzig das Fehlen von Toren gegen Griechenland.

Der erste Lehrgang unter Jürgen Klopp ist im Kasten. Aus vier Spielen hat das DFB-Team fünf Punkte geholt - und dem neuen Bundestrainer viele wichtige Erkenntnisse geliefert. Sky Sport fasst zusammen.

Aus Thessaloniki berichten Kerry Hau & Patrick Berger

1. Klopps XXL-Casting geht auf!

Klopp nominierte 44 Spieler. Davon mussten zwei - Jamal Musiala und Brajan Gruda - verletzungsbedingt passen, zumal auch Kai Havertz nach nur wenigen Minuten im ersten Spiel gegen die Niederlande aufgrund einer Muskelverletzung die Heimreise antreten musste. Gar nicht zum Einsatz kamen Ridle Baku, Finn Jeltsch, Felix Keidel, Max Rosenfelder, Noah Atubolu und Finn Dahmen.

Ansonsten wechselte Klopp munter durch und testete 36 verschiedene Profile. Ein sinnvolles Experiment, das einige Überraschungen - zum Beispiel Derry Scherhant oder Tom Bischof - ermöglichte, aber auch aufzeigte, dass der eine oder andere Spieler noch Schwierigkeiten auf diesem Niveau hat. Im November wird der 59-Jährige einen "normalen" Kader mit knapp über 20 Feldspielern und drei Torhütern zusammenstellen.

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Neben Philipp Treu, Derry Scherhant, Tom Bischof, Aleksandar Pavlovic und Jonas Urbig nennt Robin Dutt weitere Spieler, die für ihn zu den Gewinnern unter Jürgen Klopp zählen.

2. Wir haben ja doch einen Rechtsverteidiger!

Allen voran mit der Nominierung von Philipp Treu hat Klopp bewiesen, dass er ein exzellentes Auge für Talent hat. Der 25 Jahre alte Profi des SC Freiburg, den vor und während der WM in Fußball-Deutschland (fast) niemand als potenzielle Lösung für die jahrelang diskutierte Rechtsverteidiger-Baustelle auf dem Schirm hatte, zählte zu den Positiverscheinungen des Lehrgangs und bestritt drei der vier Partien.

Besonders stark: sein Debüt in Amsterdam, das er mit einer direkten Torbeteiligung veredelte. Von Klopp gab's deshalb auch zum Abschluss der Reise ein Extralob. Treu habe es defensiv wie offensiv "überragend" gemacht.

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Obwohl Philipp Treu zum ersten Mal für die Nationalmannschaft nominiert wurde, merke man ihm das nicht an, sagt Jürgen Klopp. Der Bundestrainer lobt die Leistung des Debütanten - auch wegen seiner ungewohnten Position im Spiel.

3. Die Spieler folgen Klopp!

Klopp konnte vor seinen ersten Partien keinen sofortigen Erfolg versprechen. Dafür aber die richtige Einstellung. Und genau die war in allen Spielen zu sehen. Es mangelte nicht an den deutschen Grundtugenden, an Willen, Einsatz und Leidenschaft. Im Gegenteil: Der Lehrgang hat gezeigt, dass die Spieler ihrem neuen Coach folgen. Klopp hat von der Seitenlinie immer wieder eingewirkt und jeden Zweikampf gefeiert - gleichzeitig aber bei misslungenen Aktionen versucht, seine Spieler aufzubauen anstatt zu hadern oder sich aufzuregen. Viel Applaus, viele geballte Fäuste - dieses positive Mindset färbte auch auf die Spieler ab.

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Klopp sei "ein brutaler Trainer", schwärmte Tom Bischof. "Er hat viel Energie und Spaß in die Truppe gebracht", sagte Jonas Urbig. Während Malick Thiaw von einer "Ehre" sprach, unter Klopp zu arbeiten: "Ich habe die kurze Zeit mit ihm wirklich genossen." Kein Wunder also, dass im deutschen Spiel auch schon ein bisschen Klopp-Handschrift zu sehen war - gerade im Spiel gegen den Ball. Besonders beim 2:0 gegen Serbien und beim 0:0 in Griechenland war überfallartiges Gegenpressing zu sehen, auf das sich aufbauen lässt.

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Tom Bischof liefert wie bereits gegen Serbien auch gegen Griechenland eine starke Leistung. Nach dem Remis spricht der Bayern-Star auch über Jürgen Klopp, unter dem er bereits Fortschritte sieht.

4. Die Abschlussqualität bleibt ein großes Problem!

Bei allem Lob für die Einstellung bleibt ein Qualitätsthema, das die Nationalelf schon länger beschäftigt - und zwar die Qualität im eigenen Abschluss. Karim Adeyemi, so bemüht er auch spielte, vergab in den ersten beiden Partien Hochkaräter, die womöglich zu einem deutlich besseren Klopp-Start beigetragen hätten. Nick Woltemade verfehlte gegen Serbien ebenfalls das leere Tor. Und in Thessaloniki mangelte es im und um den Sechzehner herum ebenfalls an der letzten Präzision. Top-Nationen wie Spanien oder Frankreich haben im Gegensatz zu Deutschland Spieler in ihren Reihen, die konstant(er) treffen und technisch - vielleicht bis auf Florian Wirtz - besser ausgebildet sind. Das Problem für Klopp: In diesem Bereich kann er nur bedingt eingreifen. Hier muss vor allem in den Vereinen - gerade auch mit Blick auf die Zukunft - besser gearbeitet werden. Kämpfen, rennen, verteidigen können viele Mannschaften exzellent. Und auch das DFB-Team hat gezeigt, dass die Null stehen kann. Die große Aufgabe wird sein, das Angriffsspiel auf ein höheres Level zu heben - insbesondere, wenn die Gegner so tief stehen wie Griechenland oder (wie bei der WM) Ecuador und Paraguay.

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Sky Sport Experte Dietmar Hamann glaubt, dass DFB-Kapitän Joshua Kimmich trotz seiner Rolle in der Nationalmannschaft in Zukunft Probleme bekommen wird. Andere Spieler wie Bayern-Vereinskollege Pavlovic würden ihm den Rang ablaufen.

5. Die Kimmich-Debatte lässt sich nicht vermeiden!

Die erfrischenden Auftritte von Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof in der DFB-Schaltzentrale haben die Frage aufgeworfen, ob Joshua Kimmich unter Klopp noch der unverzichtbare Spieler bleiben muss, der er jahrelang war. An seiner Qualität als Fußballer und Leader gibt es intern weiterhin keine Zweifel. Trotzdem hat der Lehrgang gezeigt, dass es auch andere Modelle im Mittelfeld gibt. Es waren zwar "nur" Serbien und Griechenland, aber Klopp weiß spätestens jetzt, dass er sich auch auf andere Spieler verlassen kann. Konkurrenz belebt das Geschäft. Und spornt Kapitän Kimmich möglicherweise auch zusätzlich noch an.

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Die Diskussionen um Joshua Kimmich und dessen Rolle im DFB-Team nehmen kein Ende. Vor dem Duell mit Griechenland haben auch Oliver Kahn, Michael Ballack und Roman Weidenfeller über ihn gesprochen.

Denn Klopp hatte in den vergangenen Tagen mehrfach die Gelegenheit, die auch unter Experten rege diskutierte Debatte zuzumachen und zu sagen: "Kimmich ist mein Kapitän, er spielt bei mir immer." Hat er aber nicht. Name und Status sind unter dem neuen Bundestrainer weniger wert als Leistung.

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