Gladbach-Manager Max Eberl kritisiert Transferwahnsinn
Kampf um Spieler
20.07.2017 | 12:06 Uhr
Max Eberl springt Freiburgs Coach Christian Streich exklusiv bei Sky Sport zur Seite und kritisiert die neuesten Entwicklungen auf dem internationalen Transfermarkt. Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach muss mit den "Fohlen" deutlich kleinere Brötchen backen.
"Die Summen sind extrem groß geworden, und das ist es, was auch Christian Streich anspricht - und auch viele andere Kollegen genauso sehen, dass du nur noch über 80, 90, 100 Millionen Euro sprichst", sagt Eberl im exklusiven Interview bei Sky Sport. Ebenso wie Streich, hält der Gladbach-Manager den Markt für völlig überhitzt. "Es gibt viele Spieler, die eine Wertsteigerung haben, die für mich nicht mehr greifbar ist", so Eberl.
Ginter-Transfer als positives Beispiel
Die Borussia kann bei dem neuen Transferwahnsinn natürlich nicht mitmachen. "Wir haben sieben Millionen Euro investiert. Das ist die Differenz für die neue Saison." Man müsse am Niederrhein immer überlegen, welche Transfers man mit dem vorhanden Budget realisieren könne.
"Matthias Ginter ist ein wunderbares Beispiel. Ein Spieler, der für zehn bis zwölf Millionen Euro nach Dortmund gewechselt ist - und jetzt für eine höhere Summe nach Gladbach wechselt. Aber, wenn ich die normale Entwicklung im Fußball nehme, ist die Summe nicht utopisch mehr."
"Dortmund kann Bayern Paroli bieten"
Auch sportlich können die "Fohlen" nicht ganz oben angreifen. An der Liga-Spitze erwartet Eberl einen Dreikampf in der neuen Saison: "Ich zähle Bayern, Dortmund und Leipzig zu den Mannschaften, die um die Meisterschaft mitspielen werden."
Vor allem dem BVB traut er aufgrund der Kader-Qualität im Duell mit den Münchenern einiges zu: "Ich glaube schon, dass Dortmund den Bayern Paroli bieten kann."
"Klassische Absteiger gibt es nicht mehr"
Dahinter rechnet der 43-Jährige mit einem beinharten Kampf um den Klassenerhalt, der schon hinter den Europa-League-Plätzen beginnt. Vor allem, weil mit dem VfB Stuttgart und Hannover 96 zwei eigentlich etablierte Erstligisten wieder in die Liga zurückkehren. "Den klassischen Absteiger gibt es nicht mehr. Deswegen glaube ich, dass die Bundesliga in der kommenden Saison eine unfassbare Dichte haben wird."
Nervöse Vereins-Bosse hält Eberl dabei für den größten Riskofaktor. "Die Vereine, die unruhig werden, weil sie ihre Ziele in weiter Ferne sehen, werden hinten runterfallen."