Gladbach News: Fans sauer auf Trainer Rose nach Derby-Pleite
Fans rücken von Rose ab: BVB-Gerüchte als Brandbeschleuniger?
09.02.2021 | 19:14 Uhr
Stürmische Zeiten in Mönchengladbach - und das, obwohl es bei dem Champions-League-Teilnehmer in letzter Zeit gut lief. Doch damit ist nun seit der Derby-Pleite Schluss. Von den Fans hagelt es mächtig Kritik, Trainer Marco Rose rotierte im wichtigen Spiel gegen den 1. FC Köln auf vielen Positionen. Doch steckt mehr als nur die Derby-Pleite dahinter?
In der Champions League wartet Manchester City, im DFB-Pokal kommt es zum Kracher-Duell mit Borussia Dortmund - es könnte alles so schön sein in Mönchengladbach. Doch die vermeidbare 1:2-Niederlage im Derby gegen den 1. FC Köln sorgt die Tage für viel Unmut bei den Fans.
Thuram, Hofmann, Plea und Co. auf der Bank
Und die Kritik trifft vor allem einen: Trainer Marco Rose. Er hatte im Heimspiel gegen die Domstädter - im Vergleich zum Pokalsieg gegen den VfB Stuttgart (2:1) drei Tage zuvor - auf sieben Positionen gewechselt, Stammspieler wie Jonas Hofmann, Marcus Thuram, Alassane Plea und Ramy Bensebaini saßen auf der Bank.
Ein Unding für die Gladbacher Fans, die in einer Stellungnahme ihren Ärger Luft machten: "Mit dem Derby spielt man nicht", schrieb FPMG Supporters Club, die einzige von Borussia anerkannte Dachorganisation für alle Gladbach-Fans. "Wer das Derby als idealen Zeitpunkt für ein Rotationsexperiment ansieht, hat Borussia Mönchengladbach nicht verstanden."
Wären Fans im Stadion gewesen, hätte es "ein recht starkes Pfeiffkonzert gegeben", ist sich Michael Weigand, Sprecher des Fan-Klubs, sicher. Mit der Kritik nach dem Spiel habe man "den richtigen Ton und auch den Nerv der Fans getroffen", sagte er gegenüber Sky Sport News.
Rose rechtfertigt sich am Sky Mikro
Doch diesen Vorwurf ließ sich der Coach nicht gefallen: "Wenn man verliert, kommt das Thema natürlich in diese Richtung auf. Aber ich kenne die Jungs und wir haben Vertrauen", begründet Rose seine Rotationen am Sky Mikrofon. "Sie haben im Training einen sehr guten Eindruck gemacht. Tony Jantschke hat zum Beispiel ein sehr gutes Spiel gemacht, er hat seinen Einsatz wirklich mehr als gerechtfertigt. Ich glaube nicht, dass wir deswegen das Spiel verloren haben."
Aber musste er diese Positionswechsel wirklich vor dem so wichtigen Rheinderby vornehmen? Denn nun könnte der Eindruck entstehen, dass Roses Entscheidungen beeinträchtigt sein könnten, weil er sich längst für einen anderen Arbeitgeber entschieden hat. Immerhin wurde der 2019 aus Salzburg geholte Cheftrainer in den letzten Wochen des öfteren mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Roses Vertrag bei den Fohlen hat noch eine Laufzeit bis Ende Juni 2022. Jedoch hat er für den Sommer eine Austiegsklausel, die bei rund fünf Millionen Euro liegen soll.
Sein Statement dazu bei Sky: "Das Wichtigste ist, dass ich bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag stehe und sehr gerne hier bin." Aber auch auf mehrfache Nachfrage vermeidete der Coach auch am Sky Mikro ein klares Bekenntnis zu Gladbach. Das lässt viel Raum für Spekulationen.
Für die Fans ist das aber zu wenig, wie Sky Reporter Christopher Lymberopoulos findet. "Er soll sich positionieren, dann wissen alle woran sie dran sind, egal ob er sich für Dortmund entschieden hat oder in Mönchengladbach bleibt. Er mauert und tut so, als wenn er das nicht nachvollziehen kann, warum die Öffentlichkeit, der Verein und die Fans Klarheit brauchen. Wenn er dann so genervt wirkt, denkt man, er hat irgendwas zu verbergen."
"Kritik hat mit BVB-Gerüchten nichts zu tun"
Fan-Vertreter Weigand sieht es anders, für ihn habe die aktuelle Kritik an Rose nichts mit den Gerüchten um den BVB zu tun: "Wenn man gegen Köln verliert, ist es vollkommen unwichtig, was sonst um den Verein herum passiert - das geht in Mönchengladbach einfach nicht. Die Kritik der Fans war auf das Spiel bezogen und hatte mit den Dortmund-Gerüchten gar nichts zu tun."
Sportdirektor Max Eberl will indes "so schnell wie möglich eine Entscheidung haben, weil es für unsere Planungen wichtig ist". Es werde jedoch niemand "unter Druck" gesetzt.
Rose hingegen will "nicht jeden Tag Wasserstandsmeldungen abgeben." Eine Aussage, mit der er sich derzeit noch alle Türen offenhalten kann. Vielleicht will er auch einfach nur die sportliche Entwicklung beider Borussias abwarten. Oder aber er hat Dortmund längst seine Zusage gegeben und wartet auf den richtigen Moment der Verkündung.