Wegen Boateng: Hamann kritisiert Bayern scharf
08.10.2023 | 10:46 Uhr
Seit Freitag ist es offiziell. Jerome Boateng kehrt nicht zum FC Bayern zurück. Für Sky Experte Didi Hamann gibt der Rekordmeister in der Angelegenheit ein ganz schlechtes Bild ab.
Es war DAS Thema an der Säbener Straße in der vergangenen Woche. Nachdem Boateng seit Sonntag beim FC Bayern mit trainierte, wuchs der Unmut bei den Fans, denn: Der Weltmeister von 2014 war im November 2022 wegen Angriffen auf seine Ex-Freundin zu einer Geldstrafe von insgesamt 1,2 Millionen Euro verurteilt worden. Das Bayerische Oberste Landesgericht hob die Verurteilung aufgrund eines Verfahrensfehlers zuletzt jedoch auf, weshalb der Prozess nun ein weiteres Mal neu aufgerollt wird.
Am Ende entschieden sich die Bayern, Boateng keinen Vertrag anzubieten und begründeten dies mit der entspannten Personallage. Hamann ist äußerst skeptisch und findet deutliche Worte in Richtung FCB-Vereinsspitze: "Was mich etwas stört beim FC Bayern: Uli Hoeneß war ein Visionär - sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. Er hat Tendenzen erkannt und war immer zwei, drei Schritte voraus und deshalb waren sie so erfolgreich. Im Moment habe ich aber das Gefühl, dass die Bayern nur reagieren und nicht agieren", so der 50-Jährige.
Und weiter: "Sie holen Boateng ins Training, obwohl sie wissen müssten, was es für ein Beben bei den Fans auslöst. Man lässt ihn mit trainieren und sagt am Freitag, dass Upamecano und Kim schon wieder trainieren und auch De Ligt nicht so weit weg ist. Wahrscheinlich haben sie - nur weil Boateng mit trainiert - eine Wundersalbe gefunden...", so der Ex-Bayern-Profi sarkastisch.
Hamann findet, dass die Anhänger "ein Recht haben, die Wahrheit zu erfahren" und fragt: "Was ist denn dabei zu sagen, dass man die Situation unterschätzt hat?"
Weiter führt der Sky Experte aus: "Denn es waren ja Fanproteste geplant und das ist der einzige Grund, warum er nicht kommt. Das dieses Thema eine gewisse Brisanz mit den Fans und Sponsoren mit sich bringt, hätten sie vorher wissen müssen. Stattdessen lässt man ihn mittrainieren und nachdem er zeigt, dass er wohl helfen kann, stellt man sich hin und sagt: 'Die Personallage hat sich entspannt!' - damit kann ich persönlich nichts anfangen. Da versuchen die Bayern auch ein Stück weit, die Öffentlichkeit für dumm zu verkaufen."