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Hamburger SV News: Wieder kein Aufstieg - Neuanfang in Hamburg

Nach erneutem Scheitern: Hrubesch fällt vernichtendes Urteil

Robert Gherda

22.05.2021 | 10:08 Uhr

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HSV-Trainer Horst Hrubesch spricht nach dem verpatzten Aufstieg am Sky Mikro (Videolänge: 34 Sek.).

Der Hamburger SV hat auch im dritten Anlauf die Rückkehr in die Bundesliga verpasst. Nach der verdienten 2:3-Niederlage bei Kellerkind VfL Osnabrück ist ein Spieltag vor Schluss selbst der Relegationsrang nicht mehr zu erreichen. Horst Hrubesch kritisiert sein Team scharf, Sportvorstand Boldt deutet Änderungen an.

Der große Hamburger SV ist bei der Mission Wiederaufstieg gescheitert. Mal wieder. Wie schon in den vergangenen beiden Saisons waren mindestens drei Teams über die gesamte Saison besser oder punkteten zumindest konstanter. Schlimmer noch: Während man 2018/19 am letzten Spieltag zumindest rechnerisch noch nicht die Chance auf Platz drei hatte und vergangene Spielzeit sogar nur einen Zähler hinter Heidenheim lag, dann aber spektakulär mit 1:5 zu Hause gegen Sandhausen unterging, ist dieses Mal bereits nach dem 33. Spieltag auch rechnerisch nach oben nichts mehr möglich.

Hrubesch deutlich: "Wir hatten es ja auch nicht verdient"

Selbst "Messias" Horst Hrubesch, der mit dem begeisternden 5:2-Sieg gegen Nürnberg vergangene Woche nochmal etwas Euphorie rund um den Volkspark entfachte, gelang es nicht, die Rothosen dauerhaft in die Spur zu bekommen. Nach der schwachen Vorstellung bei Kellerkind Osnabrück war der Coach dementsprechend auch komplett enttäuscht von der Mannschaft.

"Natürlich tut es weh, aber eins muss man auch klar sagen: Wir hatten es ja auch nicht verdient. Wenn du so ein Spiel angehst, musst du einfach mehr leisten, das haben wir nicht getan. Ich bleibe dabei: Du musst dir sowas verdienen", so der Interimstrainer exklusiv bei Sky Sport.

Und weiter: "Mir tut es nur leid, weil wir die Möglichkeit gekriegt haben, vielleicht anzugreifen und nutzen unsere Chancen nicht. Am Ende des Tages müssen wir uns hinterfragen, warum das so ist. Ich bin da auch noch nicht ganz schlau mit, aber so reicht es nicht."

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Hrubesch vermisst viel bei seinen Spielern

Dabei zeigte der Ex-Dino an der Bremer Brücke durchaus Moral und kam durch Youngster Robin Meißner (37.) und Kapitän Tim Leibold (82.) zweimal nach Rückstand zurück. Aber Osnabrück siegte letztlich nach Treffern von Christian Santos (34.), Maurice Multhaup (61.) und Joker Marc Heider (84.) letztlich verdient mit 3:2. Sehr zum Unverständnis von Hrubesch:

"Wir sind in der Lage, Fußball zu spielen - das haben wir gegen Nürnberg gezeigt. Wir sind in der Lage kompakt zu spielen, aber wir machen Türen auf und kriegen Gegentore, wo du dich wirklich hinterfragen musst. Wir haben heute ja im Grunde alle Tore selbst geschossen - und dann sind wir endlich wieder dran bei 2:2 und dann musst du dieses Spiel wollen", so der 70-Jährige, um anschließend ein vernichtendes Urteil über die Spieler zu fällen:

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Horst Hrubesch spricht in der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen den VfL Osnabrück über die Leistung seiner Mannschaft (Videolänge: 0:32 Minuten).

"Und das ist das, was mir fehlt, das ist das, was ich mein Leben lang gemacht habe: Ich will dieses Spiel, ich wollte dieses Spiel und ich hatte nicht den Eindruck, dass wir dieses Spiel in der Form von Anfang an so wollten, wie man es bestreiten muss. Wir haben alle gewusst, was auf uns zukommt, aber da muss sich jeder hinterfragen, ob das alles ist, was wir gemacht haben."

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Boldt deutet Änderungen im Kader an

Hrubesch wird das Team nun noch im für die Hamburger bedeutungslosen Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig betreuen, ab der kommenden Saison wird ein neuer Trainer das Sagen haben. Doch nicht nur auf der Bank, sondern auch auf dem Platz könnte sich einiges ändern beim HSV. Der Abgang von Torjäger Simon Terodde zum FC Schalke 04 steht bereits fest, weitere könnten folgen.

Das machte Sportvorstand Jonas Boldt exklusiv am Sky Mikro deutlich: "Man muss jetzt vielleicht auch genauer hinschauen, wer dazu bereit ist, diese Situation anzunehmen. Nicht immer nur von Druck Druck zu reden, sondern auch während der Saison bei sich zu bleiben und zu wissen, nicht abzuheben und von Aufstieg und erster Liga zu träumen, weil der HSV da hingehört, sondern wir müssen uns das erarbeiten."

Und genau das machte die Mannschaft in dieser Spielzeit eben nicht oft genug. Boldt verweist zurecht darauf, dass von den acht Partien gegen Teams, die vor den Hamburgern liegen (Bochum, Kiel, Fürth & Düsseldorf, Anm. d. Red) nur eins verloren (1:3 gegen Bochum am 8. Spieltag, Anm. d. Red.) ging.

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Schalke & Co. als Chance?

Aber gegen die vermeintlich Kleinen patzte der HSV zu oft und präsentierte sich dabei teils lustlos. "Wir haben gegen die Teams von unten zu viele Punkte liegen lassen und uns vielleicht auch nicht richtig dagegen gewehrt, wenn man die Auswärtsspiele in Sandhausen, Würzburg oder auch heute sieht", erklärt Boldt, will nun aber "Luft holen und einen neuen Anlauf nehmen".

Einfacher wird es sicherlich nicht, denn mit Schalke und möglicherweise auch Bremen und Köln könnten bis zu drei Schwergewichte aus der Bundesliga absteigen. Doch das könnte auch eine Chance sein, wie Torsten Mattuschka erklärt: "Dann sind sie vielleicht mal nicht der große Favorit. Vielleicht tut ihnen das auch mal gut, dass nicht von Beginn an gesagt wird, 'wir sind der große HSV'. Vielleicht hast du dann mehr Ruhe und etwas weniger Druck, denn es gibt andere Mannschaften, die unbedingt hochwollen", so der Sky Experte.

Und weiter: "Die werden die Kräfte bündeln und wieder eine gute Mannschaft für die nächste Saison stellen, aber diese Spielzeit war - gerade in der entscheidenden Phase - Enttäuschung pur."

Das war in der Tat, denn schließlich ist der große HSV ja ist bei der Mission Wiederaufstieg gescheitert. Mal wieder...

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