Jhon Duran in der Formkrise und kurz vor dem nächsten Wechsel
Noch in der abgelaufenen Saison sorgte Jhon Duran für reichlich Furore. Der Kolumbianer entwickelte sich zu einem Super-Joker und brachte durch sein goldenes Tor in Diensten von Aston Villa sogar den FC Bayern zu Fall.
06.02.2026 | 12:25 Uhr
Anschließend wechselte der Goalgetter für sage und schreibe 77 Millionen Euro nach Saudi-Arabien. Seitdem scheint der Stecker jedoch gezogen zu sein. Nirgends wurde der junge Weltenbummler so richtig heimisch. Derweil steht er erneut vor einem Wechsel in ein anderes Land.
Von Louis Möldner
Auf den steilen Aufstieg folgte zuletzt ein heftiger Aufprall auf dem harten Boden der Realität. Doch der Reihe nach.
Im Januar 2022 begann das Abenteuer des Jhon Duran. Der damals 19-Jährige verließ sein Heimatland Kolumbien, um in die USA aufzubrechen. Bei Chicago Fire ging der Stern des jungen Stürmers auf. 14 Scorerpunkte in 28 Einsätzen für den MLS-Klub weckten Begehrlichkeiten. Gerade mal ein Jahr nach seinem Start am Lake Michigan bemühte sich Aston Villa um dessen Dienste und war bereit, rund 30 Millionen Euro Ablöse für den Angreifer auf den Tisch zu legen. Ein Deal, der sich für den Premier-League-Klub definitiv auszahlen sollte.
Höhenflug mit Aston Villa
Auch in England machte Duran nämlich dort weiter, wo er auf der anderen Seite des "großen Teichs" aufgehört hatte: mit Toren. 20 Mal traf der 1,85‑Meter‑Mann in 78 Partien für die Villans - in einigen davon als Einwechselspieler. Darunter waren ganz wichtige Treffer wie jener im Herbst 2024, als der Edeljoker den FC Bayern in der Champions-League-Ligaphase spät schockte (1:0). Die Mannschaft von Unai Emery erreichte letztlich die Top 8 - mit einem entscheidenden Punkt Vorsprung vor dem deutschen Rekordmeister. Der Kolumbianer performte damit auf der größtmöglichen Fußballbühne Europas.
Dies blieb auch den Scheichs weiter südlich nicht verborgen. Zudem bemühten sich zahlreiche internationale Topklubs um das Offensivjuwel. Das Rennen machten jedoch nicht die Ligakonkurrenten Chelsea oder West Ham, sondern Al‑Nassr. Für satte 77 Millionen Euro holte der Saudi-Klub im Januar 2025 schließlich Duran, der sogar die vorige Wunschlösung Victor Boniface ausstach. Seite an Seite mit Weltstars wie Cristiano Ronaldo oder Sadio Mane sollte der Knipser das fehlende Puzzleteil einer gefürchteten Sturmreihe sein.
Es begann, Sand ins Getriebe zu kommen
Rasch fügte sich der Sturmtank in der Wüste ein. In der zweiten Hälfte der vergangenen Saison netzte er in wettbewerbsübergreifend 18 Pflichtspielen zwölf Mal. Für die hohen Ansprüche der Verantwortlichen des Spitzenklubs der Saudi Pro League war das jedoch nicht genug.
Dieser "besserte" im Sommer nach und schmückte den bereits hochdekorierten Angriff mit weiteren Superstars. Neben dem 26-jähirgen portugiesischen Nationalspieler Joao Felix wurde auch Bayerns langjähriger Flügelflitzer Kingsley Coman angelockt.
Missverständnis am Bosporus
Doch wohin mit all den Ausnahmekickern? Duran jedenfalls ging als großer Verlierer der Transferoffensive hervor und durfte beziehungsweise musste sich anschließend einen neuen Verein suchen. Schließlich landete der athletische Mittelstürmer in der Türkei bei Fenerbahce. Leihweise sollte er der Mannschaft von Jose Mourinho die benötigten Treffer für die erste Meisterschaft seit 2014 liefern.
Nach Durans Ankunft am Bosporus stellte "The Special One" auch gleich sein System von Einzel- auf Doppelspitze um und beorderte ihn in direkt die Startelf. Die Ausmusterung wenige Wochen zuvor schien der Goalgetter mental jedoch noch nicht gänzlich abgehakt zu haben. In den ersten beiden Partien blieb er ohne Torerfolg, anschließend setzte ihn eine Knöchelentzündung außer Gefecht.
Nach seiner Rückkehr pendelte der glücklose Angreifer ständig zwischen Startelf und Ersatzbank. Durans Bilanz im Fener‑Trikot liest sich dementsprechend mau: fünf Treffer in 21 Einsätzen. Vermutlich wird es auch dabei bleiben.
Neues Kapitel, neues Glück?
Mourinho ist längst Geschichte am Bosporus - und Duran bald wohl auch. Die Gelb‑Blauen wollen ihre Sturmhoffnung nach dem halbjährigen Intermezzo schon wieder loswerden, das Experiment ist gescheitert. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge steht Zenit St. Petersburg kurz vor einer Leihe des Kolumbianers, der bei Al-Nassr noch einen Vertrag bis 2030 besitzt.
Nun wartet wohl der nächste große Umzug auf den Stürmer‑Nomaden - zumindest für einige Monate. Ob Duran doch noch die Kurve bekommt und seine Odyssee bald ein Ende findet? Die kommende Station könnte schon die letzte Ausfahrt sein, bevor der Name des einstigen Supertalents endgültig von der Bildfläche verschwindet.
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