Jürgen Kohler glaubt nicht an Verbleib von Peter Stöger beim BVB
Haben die Stars ihren Coach schon aufgegeben?
03.04.2018 | 14:46 Uhr
Nach der 0:6-Klatsche steht bei Borussia Dortmund alles auf dem Prüfstand. BVB-Legende Jürgen Kohler macht bei "Sky90 - Die KIA-Fußballdebatte" wenig Hoffnung für eine Zukunft mit Trainer Peter Stöger.
Im Interview nach dem München-Debakel wird schnell deutlich: Stögers Worte wirken seltsam distanziert. Für Jürgen Kohler verdichten sich die Anzeichen: "Wenn man es so hört, dann glaube ich, dass Peter Stöger nächste Saison kein Trainer mehr in Dortmund sein wird", so der frühere Weltmeister bei Sky.
Stöger lässt Fragen offen, spricht von einigen Baustellen im Dortmunder Mannschaftsgefüge. Für den früheren BVB-Spieler Kohler sollte er diese eigentlich in seiner Funktion beantworten können: "Wenn er sagt, man müsste jeden Stein umdrehen, dann sind das alles Fragen, die ein Trainer mit beantworten müsste."
Aber nicht nur Stöger gibt für den 52-Jährigen ein unglückliches Bild ab. Die Mannschaft wirkte in der Allianz Arena überfordert. Eigentliche Unterschiedsspieler wie Mario Götze und Andre Schürrle laufen ihrer Form hinterher.
Über weite Strecken spielten die BVB-Stars nicht den Fußball, den man sich in Dortmund wünscht. Die vorangegangene Punkteserie: Nicht mehr als ein Schleier vor den schwachen spielerischen Auftritten.
Kohler sieht Probleme bei den Spielern
Doch was fehlt Schwarz-Gelb in dieser wichtigen Phase der Saison? Kohlers Ansatz: Die Spieler haben sich mit der Situation abgefunden, glauben nicht weiter an einen Verbleib des Österreichers und distanzieren sich: "Wenn man die Verhaltensweisen der Spieler sieht. Da stimmt irgendwas nicht. Entweder ist es dann die Mannschaft, die Abläufe nicht verinnerlicht hat, oder die Spieler sagen: Wir wissen sowieso nicht, wer Trainer ist und bleibt."
"Dann sagen die Spieler auf einmal: Dann stell ich halt den Spielbetrieb ein. Ich kann mir schon vorstellen, dass der ein oder andere Spieler im Unterbewusstsein den ein oder anderen Schritt dann nicht mehr macht. Dann gibt es eine Kettenreaktion", sagt Kohler exklusiv bei Sky90.
Fest steht: Borussia Dortmund hat in der kommenden Sommerpause Arbeit vor sich. Gemeinsam mit der externen Hilfe von Matthias Sammer müssen die Verantwortlichen den Kader und die Gesamtausrichtung hinterfragen. Mit einem neuen Coach an der Seitenlinie? Nach der Klatsche im Klassiker wahrscheinlicher denn je.