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Nach WM: Real Madrid verpflichtet Spaniens Nationaltrainer Lopetegui

51-Jährige folgt auf Zinedine Zidane

26.07.2018 | 12:03 Uhr

Spaniens Nationalcoach Julen Lopetegui wird nach der WM in Russland neuer Trainer von Real Madrid.
Image: Spaniens Nationalcoach Julen Lopetegui wird nach der WM in Russland neuer Trainer von Real Madrid. © Getty

Spaniens Nationaltrainer Julen Lopetegui wird nach der WM in Russland neuer Trainer von Real Madrid. Die Verpflichtung des 51-Jährigen für drei Jahre gab der spanische Champions-League-Sieger am Dienstag bekannt.

Erst die nationale Aufgabe in Russland, dann die königliche Mission in Madrid: Der spanische Nationaltrainer Julen Lopetegui übernimmt nach der Fußball-WM den begehrtesten Trainerjob seines Landes und pfeift dafür auch auf seine Vertragsverlängerung beim Verband. Lopetegui, der beim Weltmeister von 2010 erst Ende Mai einen neuen Kontrakt bis 2020 unterschrieben hatte, folgt bei Real Madrid auf Zinedine Zidane, der nach dem Champions-League-Sieg von Kiew zurückgetreten war.

Die Personalie gab der spanische Rekordmeister überraschend am Dienstag bekannt. Lopetegui bereitete sein Team zu diesem Zeitpunkt in Krasnodar auf den brisanten WM-Auftakt am Freitag (live ab 20 Uhr auf Sky UHD) gegen Portugal vor. Die Sporttageszeitung Marca, Reals Hausblatt, bezeichnete die Verpflichtung des 51-Jährigen als "Coup". Lopetegui kehrt damit zu dem Verein zurück, für den er einst als Ersatztorwart, in der Scouting-Abteilung und als Coach der zweiten Mannschaft tätig war.

Pressekonferenz am Mittwoch

Für den spanischen Fußballverband RFEF ist es ein herber Verlust, der schon vor der WM Unruhe in die Mannschaft bringt.

In einer Stellungnahme forderte der Verband "den allerhöchsten Respekt, um die normale Vorbereitung auf das Auftaktspiel gegen Portugal aufrechtzuerhalten".

Den Wechsel konnte der Verband nicht verhindern. "Die RFEF wird die Zahlung für die Ausstiegsklausel erhalten, damit der derzeitige Nationaltrainer bei Real Madrid unterschreiben wird", teilte der Verband mit. Laut Marca soll die Ablösesumme zwei Millionen Euro betragen. Am Mittwoch (11.30 Uhr) wollen Präsident Luis Rubiales und Lopetegui gemeinsam vor die Presse treten.

In Russland zählt nur der Titel

Sechs Spieler des Kaders laufen für Real auf, die übrigen 17 Akteure dürften verwundert auf die Nachricht aus der Heimat reagiert haben. Immerhin sind sie Lopetegui bisher bedingungslos gefolgt, qualifizierten sich mühelos für die WM und spielten sich vor Russland in eine Favoritenrolle. Im März dominierten sie Weltmeister Deutschland 30 Minuten lang nach Belieben und fertigten wenige Tage später Argentinien mit 6:1 ab.

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In Russland zählt für Lopetegui nur der Titel, in Madrid wird es nicht anders sein. Allerdings warten auf den gebürtigen Basken vor seinem Start einige heikle Aufgaben. Nach drei Titeln in der Königsklasse sprach Zidane von einer Veränderung, die das Team benötige. Die Gerüchte um einen Abschied des Weltfußballers Ronaldo (33) werden immer lauter, auch andere Leistungsträger wie der Brasilianer Marcelo (30) oder Sergio Ramos (32) haben schon jahrelang ihre Knochen für Real hingehalten.

Lopetegui: Weiterentwicklung statt Revolution

Für einen Umbruch beim spanischen Rekordmeister scheint Lopetegui der richtige Mann zu sein. Weltmeister-Coach Vicente del Bosque, einst selbst in Madrid als Spieler und Trainer erfolgreich, lobte seinen Nachfolger: "Er ist ein Mann mit viel Erfahrung. Gut ausgebildet, mit großem Enthusiasmus und enormer Lebensfreude bei der Arbeit."

Zudem kennt Lopetegui die Stärken des spanischen Nachwuchses, der nicht nur in der Real-Akademie in Valdebebas beheimatet ist: 2013 holte er mit der U21 den Europameistertitel. Den Übergang in Madrid wird er behutsam moderieren, so wie er es bereits in der Nationalmannschaft nach der EM-Enttäuschung 2016 getan hatte. "Wir werden keine Revolution in Gang setzen, sondern eher eine Weiterentwicklung mit unseren Ideen", sagte Lopetegui bei seinem Amtsantritt. Diese Einstellung dürfte den Königlichen gefallen.

Die Spielerkarriere von Lopetegui

Der 51-jährige Spanier startete seine Laufbahn als Spieler bei Castilla CF (1985-1988). Danach war er von 1988-1991 bei seinem neuen Arbeitgeber Real Madrid aktiv. Seine weiteren Stationen als Spieler waren UD Las Palmas (1988-1989/Leihe), CD Logroñés (1991-1994), FC Barcelona (1994-1997), Rayo Vallecano (1997-2002). Für die spanische Nationalmannschaft bestritt er ein Länderspiel.

Die größten Erfolge Lopeteguis waren der Sieg im Europapokal der Pokalsieger (1997), die spanische Meisterschaft (1990), die Copa del Rey (1997), sowie der spanische Supercup (1989, 1990, 1994 und 1996).

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Zinedine Zidane trat wenige Tage nach dem dritten Champions-League-Triumph überraschend von seinem Amt als Cheftrainer von Real Madrid zurück. Nun wurde bekannt, mit welchen Worten sich Zizou von seinen Spielern verabschiedete.

Lopetegui seit 2003 als Trainer aktiv

Seine Laufbahn als Trainer startete der ehemalige Torwart bei Rayo Vallecano (2003). Danach folgten Engagements bei Real Madrid Castilla (2008-2009), Spanien U19 (2010-2014), Spanien U20 (2010-2014), Spanien U21 (2012-2014), FC Porto (2014-2016), Spanien (2016-2018), Real Madrid (ab Juli 2018).

Seine gröten Erfolge als Trainer sind der U19-Europameister-Titel (2012), sowie der U21-Europameister-Titel (2013) (sid)

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