Julian Nagelsmanns DFB-Dilemma ist die goldene Chance für Angelo Stiller

Julian Nagelsmann muss gegen die Schweiz und Ghana auf mehrere Spieler verzichten. Angelo Stiller könnte der Nutznießer im Mittelfeld sein.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hat Angelo Stiller für die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana nominiert.
Image: Bundestrainer Julian Nagelsmann hat Angelo Stiller (l.) für die Länderspiele in der Schweiz und gegen Ghana nominiert.  © Imago

Der Stuttgarts Angelo Stiller kann sich in den nächsten Länderspielen für Bundestrainer Julian Nagelsmann anbieten - einige Konkurrenten auf seiner Position mussten absagen.

Kerry Hau aus dem Trainingslager in Herzogenaurach

Eigentlich sollte die Zeit der Improvisationen beim DFB-Team vorbei sein. Zumindest dachte und sagte das Julian Nagelsmann noch am vergangenen Donnerstag, als er in Frankfurt am Main seinen Kader für die anstehenden Länderspiele gegen die Schweiz (Freitag, 27. März) und gegen Ghana (Montag, 30. März) bekanntgab.

"Experimentieren werden wir nicht mehr", so die klare Ansage des Bundestrainers. Gerade das Herzstück der deutschen Mannschaft, das Mittelfeld, sollte sich "eingrooven". Rund 72 Stunden später mussten sich zwei Stammelf-Kandidaten jedoch aus gesundheitlichen Gründen beim Trainerteam abmelden: Aleksandar Pavlovic mit Hüftbeschwerden und Felix Nmecha mit einer Knieverletzung. Im Fall von Pavlovic besteht nach Informationen von Sky Sport zwar noch Hoffnung auf eine spätere Anreise. Nmecha hingegen fällt mehrere Wochen aus - und kann sich somit weder empfehlen noch Druck auf Konkurrenten wie Leon Goretzka ausüben.

Nagelsmann muss improvisieren

Nicht zum ersten Mal muss Nagelsmann jetzt also deutlich mehr improvisieren, als ihm lieb ist. Mit Jamal Musiala fehlt bekanntlich auch noch ein potenzieller Schlüsselspieler. Jamie Leweling reiste verletzt aus dem Basecamp in Herzogenaurach ab, Nathaniel Brown ist angeschlagen.

Zudem haben mehrere Vereine mit Nachdruck die Bitte beim Bundestrainer hinterlegt, die Kräfte der Stars zu dosieren. Gerade der FC Bayern möchte in der "Crunchtime", vor allem für die Spiele im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid, alle Stars bei 100 Prozent haben. Kein Risiko mit Musiala, kein Risiko mit Pavlovic. Einspielen mit Blick auf die WM? So eher schwierig! Wenngleich alle Entscheidungen in enger Absprache zwischen dem FCB und dem DFB getroffen wurden: Für Nagelsmann ist die Gesamtsituation alles andere als dankbar.

Große Chance für Stiller

Auf der anderen Seite bietet insbesondere die veränderte Personalsituation im Mittelfeld auch neue Gelegenheiten. Angelo Stiller, der sich nach den jüngsten Aussagen von Nagelsmann eigentlich auf dem Abstellgleis befunden hatte, wurde ebenso wie sein Stuttgarter Teamkollege Chris Führich nachnominiert. Gerade Stiller bietet sich jetzt eine goldene Chance, doch noch den Sprung auf den WM-Zug zu schaffen.

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Nagelsmann will ohnehin keine Tür schließen - und in den nächsten Tagen ganz genau beobachten, wie sich die 26 Nominierten präsentieren. Es geht allen voran um den sportlichen Impact eines jeden Spielers auf dem Rasen, aber eben auch darum, wie sich die unterschiedlichen Charaktere abseits der Trainingseinheiten verhalten und innerhalb der Gruppe funktionieren. Erste Rollengespräche will der Bundestrainer in den kommenden Tagen auch schon führen. "Wir gewinnen gern beide Spielen. Und wollen die Zeit nutzen, um Dinge zu festigen und uns als Gruppe weiter zu finden", so Nagelsmann.

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