Kahn bewertet das Rekord-Spektakel zwischen PSG und Bayern
Oliver Kahn, Shkodran Mustafi und Roman Weidenfeller sprechen bei "Triple – der Hagedorn-Fussballtalk" über Bayerns Rekord-Spektakel in Paris, Arsenals Titelchancen und Jürgen Klopp.
30.04.2026 | 22:48 Uhr
Nach dem Duell mit PSG warnt Kahn die Bayern vor dem Verlust der Balance. Sky Sport hat die wichtigsten Aussagen im Überblick.
Oliver Kahn über…
… den Spielstil des FC Bayern München im Hinspiel gegen Paris Saint-Germain:
"Es ist fast schon ein Berauschen an der Offensive. Sie haben wahrscheinlich die beste Offensive im Moment, mit den Dreien da vorne. Sie haben immer die Überzeugung, zu jedem Zeitpunkt ein Tor machen zu können. Diese Überzeugung - in Mainz noch 4:3 gewinnen zu können, nachdem man 0:3 hinten lag - darf nicht dazu führen, dass man irgendwann die Balance verliert. Das ist in den letzten Spielen passiert, dass man das Gefühl der totalen Übermacht hatte. Die Frage ist, ob du so den ganz großen Titel gewinnst. Da geht es nicht darum, immer ein Tor mehr als der Gegner zu schießen, denn irgendwann wird das nicht mehr gelingen. Bei einem ganz großen Titelgewinn geht es zum Schluss um Dominanz - ja. Aber ich will mein Spiel in einer gewissen Balance wissen und auch immer das Gefühl der Kontrolle haben."
…den SC Freiburg und den aktuellen Erfolg des Klubs:
"Man hat das Gefühl, alles, was Freiburg macht - wenn sie den Trainer wechseln, jetzt Julian Schuster für Christian Streich - das System funktioniert weiter. Das heißt, sie haben im Klub etwas implementiert, das ohne bestimmte Personen tragfähig ist. Das Gleiche gilt auch für den Kader. Dort geht es nicht darum, das Spiel auf ein oder zwei Spieler auszurichten. Sondern auch an dieser Stelle gibt es eine über Jahre klar gewachsene Philosophie. Hier sind wir wieder beim Stichwort: Kontinuität. Wenn man die Möglichkeit hat, kontinuierlich in einem Klub zu arbeiten, dann kommen solche Erfolge dabei heraus."
…den FC Arsenal im Saison-Endspurt:
"Das Vorrunden-Geplänkel ist vorbei. Jetzt geht es um alles. Da habe ich bei Arsenal immer das Gefühl - auch in den Jahren zuvor - dass immer dann, wenn es um etwas geht, auf einmal nicht das passiert, was beim FC Bayern in diesen Phasen sehr häufig passiert. Nämlich, dass alle noch viel besser werden. Man hat eher das Gefühl, sie leiden auf einmal unter dem enormen Anspruch, der entsteht. Als Spieler den Schalter umzulegen und sich zu sagen: "Es gibt doch nichts schöneres, als jetzt um alle drei Titel zu spielen." Das ist etwas, das Zeit braucht. Das ist der Unterschied, zwischen den Top-Top-Spielern und den Top-Top-Top-Spielern, die es dann auch noch gibt und die in der Lage sind, in genau diesen Momenten, Leistung abzurufen. Nur darum geht es auf diesem Niveau, wenn du Titel gewinnen willst."
…ein mögliches Engagement von Kathleen Krüger beim Hamburger SV:
"Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Sie hat jetzt nicht die große Erfahrung im Bereich Kaderplanung und Transfer-Geschäft. Allerdings hat der Hamburger SV mit Claus Costa auch schon wen auf dieser Position. Wenn man beides übereinanderlegt, würde sich das sehr gut ergänzen. (…) Kathleen hat an genau dieser Schnittstelle gearbeitet. Mit den Spielern - sie kennt die Konflikte, die es mit Spielern gibt. Auch die Konflikte, die Spieler untereinander haben. Dementsprechend kennt sie viele Möglichkeiten, diese Konflikte zu lösen. (…) Durch eine klare Rollenverteilung der Dinge, für die Kathleen dann zuständig wäre - gemeinsam mit dem Sportdirektor - kann das sehr gut funktionieren."
…die Risiken eines möglichen Engagement von Kathleen Krüger beim Hamburger SV:
"Es gibt gewisse Bereiche wie das Transfer-Geschäft, die Kaderplanung oder Verhandlungen mit Spielerberatern. Das ist sicherlich nicht das, was sie bisher gemacht hat. So wie ich Kathleen kennengelernt habe, ist sie sehr lernfähig. Allein, dass man jemandem die Möglichkeit gibt, bestimmte Bereiche - da werden sicherlich auch mal Fehler passieren, das gehört dazu - kennenzulernen. Leute können sich weiterentwickeln. Ich habe sie als sehr interessiert kennengelernt - sie wollte immer weiterkommen. Das sind gute Voraussetzungen, um sich in Bereiche reinzudenken, in denen die Erfahrung fehlt. Das ist einer der wesentlichen Punkte."
…Jürgen Klopp und ob er ein passender Trainer für Real Madrid wäre:
"Ich weiß nicht, ob ich das machen würde, wenn ich Jürgen Klopp wäre. Passen Real Madrid und Jürgen Klopp zusammen? Wenn man es tiefer durchdenkt: Jürgen ist ein Typ, der gerne entwickelt - der gerne aufbaut. Auch er kommt über ein gewisses System, das er im Kopf hat. Real Madrid ist etwas ganz anderes. Real Madrid ist eine Ansammlung von Individuen - eine Ansammlung von Superstars, die sich auf keinen Fall in Konzepte pressen lassen wollen. Das haben wir bei Xabi Alonso gesehen. Da geht es darum, ob du als Trainer die Anerkennung hast, zu den Spielern durchdringst, mit den Topstars umgehen und sie von einem System überzeugen kannst, was du vorhast zu spielen."
Shkodran Mustafi über…
…den Spielstil des FC Bayern München im Hinspiel gegen Paris Saint-Germain:
"Es war gut für beide Mannschaften - auch für die Weiterentwicklung. Dass du sagst: Wir spielen dominant, wir haben in der Bundesliga über 100 Tore geschossen, aber: unser System ist anfällig und wir müssen, wenn wir auf Qualität treffen, nochmal ein paar Prozent draufpacken, damit wir mit diesem System erfolgreich sein können."
…das anstehende Rückspiel des FC Bayern gegen Paris Saint-Germain:
"Beide werden sich aus diesem Spiel etwas rausnehmen. Bayern wird die Anfangsphase nutzen, um zu zeigen, dass sie genauso weiterspielen und zurückkommen wollen. Wenn Bayern das erste Tor schießt, werden sie immer mal wieder Situationen haben, in denen Sie aus der Kompaktheit agieren. Ich denke nicht, dass sie nochmal ein so wildes Spiel haben wollen, weil es Kraft kostet, 90 Minuten so zu spielen. Das ist nicht einfach. Wir werden auf beiden Seiten ein anderes Spiel sehen."
…Arsenal-Trainer Mikel Arteta:
"Arsenal war ein Friedhof, als Mikel Arteta übernommen hat. Er hat den Verein dazu gebracht, dass er dreimal Zweiter wird - Halbfinale in der Champions League, letzte Saison schon sehr erfolgreich in der Champions League - diese Saison im Halbfinale. Jetzt kommt der nächste Schritt. Die Gefahr ist, dass du mit der Nervosität, die du jetzt hast, wenn du in der laufenden Saison nichts holst, als der Bottle-Klub giltst und nicht ernst genommen wirst. Das verstärkt die Verunsicherung. Irgendwann musst du den Schritt machen, über die rote Linie zu kommen."
…Schalke 04 und Trainer Miron Muslic:
"Der Trainer ist überragend. Er gibt mir das Gefühl, dass er einen Roten Faden hat. Es gab Phasen, in denen es nicht so gut lief, aber er hat sein Spiel durchgezogen - hat die Mannschaft immer in Schutz genommen, wenn sie es gebraucht hat und was gesagt, wenn etwas nicht gepasst hat. Das ist am Ende die Rechnung, die man bekommt, wenn man so eine Saison spielt."
Roman Weidenfeller über…
…Jürgen Klopp und ob er ein passender Trainer für Real Madrid wäre:
"Ich denke, dass, bevor Jose Mourinho angefragt wurde, des Öfteren auch bei Jürgen Klopp angerufen wurde. Da gehe ich stark von aus."
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