Kölner Hoffnung schwindet - Durchhalteparolen als Mutmacher
Nach 1:1 gegen den FSV Mainz 05
08.04.2018 | 09:53 Uhr
Die Situation im Abstiegskampf spitzt sich für den 1. FC Köln immer weiter zu. Am 29. Spieltag kommen die Rheinländer nicht über ein 1:1 gegen den direkten Konkurrenten FSV Mainz 05 hinaus und taumeln immer mehr in Richtung 2. Bundesliga. Aus Köln hört man die üblichen Durchhalteparolen.
Nachdem im RheinEnergieSTADION Schiedsrichter Benjamin Cortus nach 97 Minuten abpfeift, sinken die Kölner Akteure zu Boden. In den hängenden Köpfen ist das Wissen verankert, gegen einen direkten Konkurrenten den wichtigen Dreier im Abstiegskampf verpasst zu haben.
Der Rückstand auf den FSV Mainz 05 und damit auf den Relegationsrang beträgt fünf Spieltage vor Schluss sechs Punkte - Zahlen, die dem 1. FC Köln wenig Hoffnung machen dürften. Der sechste Bundesliga-Abstieg in der Vereinsgeschichte rückt immer näher.
Heintz:"Es fühlt sich wie eine Niederlage an"
"Es fühlt sich wie eine Niederlage an", gibt Innenverteidiger Dominique Heintz kurz nach dem Spiel am Sky Mikrofon zu. "Wir haben es heute eigentlich ganz gut gemacht, hätten einfach nur das 2:0 machen müssen. Dann wäre der Sack zu gewesen", fährt der 24-Jährige fort.
Chancen dafür waren reichlich vorhanden. Nachdem der Effzeh bereits in der 7. Spielminute durch Kapitän Jonas Hector in Führung gegangen war, hatten die Rheinländer in Person von Yuya Osako (16. Minute) und Simon Terodde (18.) weitere Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Die beiden Angreifer blieben im Abschluss aber glücklos. Es ging mit einem 1:0 in die Kabinen.
Mainz bestraft Kölns schwache Chancenverwertung
Kurz nach dem Seitenwechsel hatte erneut Terodde die Riesenchance auf das 2:0, der Stürmer schaffte es jedoch nicht, den Ball aus fünf Metern Entfernung an Mainz-Keeper Adler vorbeizubringen. "Wie es halt so im Fußball ist, wenn du unten stehst, bekommst du im Gegenzug den Ausgleich", sagt Heintz. Pablo De Blasis traf per Kopf für die Rheinhessen.
Dieses Problem verfolgt die Kölner seit mehreren Wochen. In den Heimspielen gegen Stuttgart, Hannover und Augsburg lag der 1. FC Köln ebenfalls mit 1:0 vorne, brachte die Führung aber nicht über die Zeit.
"Wir sind einfach nicht stabil genug. Da gibt es nichts schönzureden", analysiert Köln-Coach Stefan Ruthenbeck am Sky Mikro. "Heute, beim 1:1 hatten wir sogar Überzahl und der zweitkleinste Mann auf dem Platz macht ein Kopfballtor. Und vorne fehlt uns der Punch! Wir müssen effektiv sein, waren das heute aber nicht", nennt Ruthenbeck Gründe für den ausbleibenden Dreier.
Durchhalteparolen als Mutmacher
Die Situation beim Effzeh wird nun immer prekärer, zumal das Remis gegen Mainz als absoluter Stimmungsdämpfer wirkt. Aufgeben wollen sich die Kölner noch nicht, auch wenn die Hoffnung auf den Klassenerhalt immer weiter schwindet. "Viele haben uns jetzt wohl endgültig abgeschrieben. Wir werden aber weiter alles versuchen, um es bis zum Schluss spannend zu machen. Mal sehen, was dabei noch rauskommt", sagt Heintz.
"Natürlich ist es jetzt schwer, aber die Hoffnung ist noch da. Rechnerisch ist es möglich und daran müssen wir glauben", gibt sich ein sichtlich niedergeschlagener Hector im Sky Interview zumindest verbal kämpferisch.
Und auch Coach Ruthenbeck schlägt in die gleiche Kerbe: "Wir haben es zwar verpasst, ganz nah an Mainz heranzukommen. Das Ergebnis heute tut natürlich weh, es ist aber noch nichts verloren. Klar ist, wir brauchen eine Serie!"
Diese muss aus Kölner Sicht bereits am kommenden Spieltag in Berlin bei der Hertha gestartet werden - ansonsten erlischt auch das letzte Fünkchen Resthoffnung.