Kölns Trainer Rene Wagner hat ungewöhnliche Karriere hingelegt
Nach der Trennung von Lukas Kwasniok übernimmt der bisherige Co-Trainer Rene Wagner. Der 37-Jährige trainierte einst den Sohn von Tiger Woods und war jahrelang Assistent von Steffen Baumgart.
23.03.2026 | 12:59 Uhr
Jetzt soll er den 1. FC Köln vor dem Abstieg retten.
"Ich muss jetzt nicht Cheftrainer werden, denn eines weiß ich: Ich habe keinen Namen, ich habe keine Spielerkarriere. Ich kriege genau eine Chance", sagte Rene Wagner im vergangenen Sommer in einem Interview dem Kölner Stadtanzeiger.
Es könnte sein, dass diese eine Chance genau jetzt vor ihm liegt. Nach der Trennung von Lukas Kwasniok übernimmt dessen bisheriger Assistent den Trainerposten beim 1. FC Köln.
Für den 37-Jährigen ist es der bisher größte Schritt einer außergewöhnlichen Karriere.
Bevor Wagner 2021 als Assistent von Steffen Baumgart erstmals zum Effzeh gekommen war, hatte der gebürtige Dresdner bereits eine lange Reise hinter sich.
Als Amateurfußballer unter anderem beim VfB Oldenburg und Dynamo Dresdens zweiter Mannschaft aktiv, bekam er 2012 ein Stipendium bei den Hawaii Pacific Sharks. Dort hatte er jedoch nur drei Einsätze, bekam keine neue Spielberechtigung und musste zurück nach Deutschland.
Wagner beendete sein Studium, spielte in Plauen, Nordhausen und Bischofswerda, dann ging es 2015 wieder nach Hawaii, dieses Mal als Wissenschaftlicher Mitarbeiter. Als Co-Trainer verdiente er sich etwas Geld dazu, bis ihm eine Agentur in Florida an einer Akademie einen Job als Jugendtrainer anbot.
In Palm Beach spielte der Sohn von Golf-Legende Tiger Woods in Wagners Team. "Der Sohn war gut, aber ich glaube, er spielt mittlerweile nur noch Golf", erzählte Wagner im KSTA-Interview.
Inter Miami hieß seine nächste Station, dort arbeitete er als Co-Trainer der U17 und U19. In Florida lernte Wagner den ehemaligen Nationalspieler Marcel Schäfer (spielte damals in Tampa, heute Sportchef bei RB Leipzig, Anm. d. R.) kennen. Über Schäfer kam der Kontakt zurück nach Deutschland zustande.
Aus Florida nach Paderborn
Vom sonnigen Florida ging es 2020 in die ostwestfälische Provinz nach Paderborn. Dort hatte Wagner ein Vorstellungsgespräch beim SC - aber nicht im Trainerbereich, sondern für einen Job als Assistent der Geschäftsführung mit Schwerpunkt Finanzen.
Doch der damalige Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth erkannte Wagners wahre Fähigkeiten und ließ ihn im Scouting und als Performance-Analyst arbeiten.
Mit Baumgart zum FC, zum HSV und zu Union
Der damalige Chefcoach Steffen Baumgart fragte ihn, ob er ihn als Co-Trainer begleiten wolle, und so ging es 2021 nach Köln.
Zwei Jahre war er Baumgarts Assistent beim Effzeh, 2024 wechselten beide zum Hamburger SV, 2025 folgte noch eine gemeinsame Station bei Union Berlin.
Kessler holt Wagner zum FC zurück
Nach fünf Jahren an Baumgarts Seite wollte Wagner seinen eigenen Weg gehen. Trotz eines Angebots aus der englischen Premier League entschied er sich nach einem Gespräch mit Thomas Kessler für die Rückkehr nach Köln.
"Mein Wunsch war es, mit einem neuen Trainer zu arbeiten und mit Lukas habe ich jemanden gefunden, von dem ich wieder wahnsinnig viel lernen kann", sagte Wagner vor dem Saisonstart. Der als Taktik-Fuchs geltende Sachse, der schon unter Baumgart große Teile des FC-Trainings geleitet hatte, war mit seiner ruhigen Art der Gegenpol zum extrovertierten Kwasniok. Nun hat er dessen Posten übernommen.
"Er hat einen guten Zugang zu den Spielern"
"Rene kennen und schätzen wir seit seinem ersten Engagement bei uns als Co-Trainer als ausgewiesenen Fußballfachmann, sagte Sportvorstand Kessler. "In der Zwischenzeit hat er beim Hamburger SV und Union Berlin, in seiner Rolle seit Saisonbeginn bei uns sowie durch den Erwerb der Uefa Pro Licence in England wertvolle Erfahrungen gesammelt. Er kennt die Mannschaft, hat einen guten Zugang zu den Spielern und wir trauen ihm absolut zu, die vorhandenen guten Leistungen nun auch wieder in positive Ergebnisse zu überführen", ergänzte der Sportchef.
Reutershahn unterstützt Wagner
Unterstützung bekommen der Effzeh und Wagner in der Mission Klassenerhalt von Armin Reutershahn.
Der 66-Jährige, der u.a. bei Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt (dort als Assistent des ehemaligen FC-Trainers Friedhelm Funkel) gearbeitet hat, wir die Kölner mindestens bis zum Saisonende unterstützen.
"Gemeinsam mit der Mannschaft, meinen Trainerkollegen, unserem Staff und mit der Unterstützung des gesamten Vereins werde ich alles daransetzen, um in der Bundesliga zu bleiben", erklärte Wagner.
Es ist seine große Chance, jetzt will er sie nutzen.
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