Kolumne von Lothar Matthäus über BVB, Schlotterbeck; Bayern und Laimer
Lothar Matthäus schreibt in seiner Kolumne, wie Dortmund den Ausfall von Nico Schlotterbeck im Champions-League-Playoff gegen Bergamo kompensieren kann. Der Sky Sport Experte erklärt auch, was der Ausfall von Manuel Neuer für den FC Bayern bedeutet.
16.02.2026 | 19:47 Uhr
Konrad Laimers Wunsch nach mehr Geld kann Matthäus verstehen, er glaubt aber nicht an seinen Wechsel.
Borussia Dortmund gegen Bergamo, Leverkusen in Piräus und Stuttgart in Glasgow. Die drei deutschen Vereine stehen in den Playoffs der Champions-League und der Europa League vor anspruchsvollen Aufgaben.
Atalanta ist offensivstark, die Italiener sind in den vergangenen Wochen wieder dahin geklettert, wo sie vor ein paar Jahren schon standen, in die Nähe der Champions-League-Plätze.
Bei Leverkusen hoffe ich, dass Bayer aus der Niederlage in Piräus in der Ligaphase gelernt hat. Stuttgarts Gegner Celtic hat letztes Jahr gegen Bayern München sehr gut performt.
Der BVB hat die schwerste Aufgabe
Keiner der deutschen Klubs hat es leicht, aber am schwersten hat es der BVB. Erstens, weil die Dortmunder das Rückspiel auswärts haben. Zweitens, weil sie gegen eine mit allen Wassern gewaschene italienische Mannschaft spielen, und drittens, weil jetzt auch noch Nico Schlotterbeck verletzt ist.
Schlotterbecks Ausfall ist eine Schwächung. Nicht nur spielerisch, sondern auch von der Persönlichkeit her.
Schlotterbecks Ausfall ist ein herber Verlust
Sein Ausfall ist ein herber Verlust für den BVB und Trainer Niko Kovac, der auch auf Niklas Süle und Emre Can verzichten muss. Kovac musste schon häufiger mehrere Abwehrspieler ersetzen, aber er wird auch dieses Mal eine Lösung finden.
Ich gehe davon aus, dass Luca Reggiani spielen wird. Der Junge hat es nach seiner Einwechslung im Spiel gegen Mainz neben Waldemar Anton und Ramy Bensebaini gut gemacht. Überhaupt sehe ich den BVB sehr positiv, die Entwicklung unter Kovac in den letzten zwölf Monaten war enorm.
Ich hoffe, dass Schlotterbeck bald wieder dabei ist, denn in den kommenden Wochen stehen wichtige Spiele auf dem Programm. Am kommenden Samstag in Leipzig, nächste Woche das Rückspiel in Bergamo, und am 28. Februar gegen die Bayern.
Urbig hat viel von Neuer gelernt
Beim FC Bayern wird Manuel Neuer im Klassiker fehlen. Das ist ein Verlust, obwohl Jonas Urbig seine Sache sehr gut gemacht hat, vor allem in der Champions League. In der Bundesliga hat er, abgesehen von ein, zwei Toren, bei denen er mit in der Verlosung war, seine Sache auch gut gemacht.
Urbig macht das Spiel ähnlich schnell wie Neuer. Er hat auch in den gemeinsamen Trainingseinheiten einiges dazugelernt und ist auf einem sehr guten Weg.
Laimer und Olise - ein Duo wie Lahm und Robben
In der Abwehr hat sich Konrad Laimer zu einem sehr wichtigen Spieler entwickelt. Ich finde, dass die Mannschaft in den drei, vier Spielen ohne ihn am schlechtesten performt hat. Laimer ist überragend als rechter Verteidiger, was eigentlich nicht seine Position ist, und er setzt auch Akzente nach vorne. Er bildet zusammen mit Michael Olise ein Duo, ähnlich wie Philipp Lahm und Arjen Robben.
Laimers Vertrag läuft 2027 aus, natürlich wäre es ein Verlust, wenn er gehen würde, aber er wäre eher zu ersetzen als ein Führungsspieler wie Harry Kane, Joshua Kimmich oder Dayot Upamecano. Alphonso Davies hat vor einiger Zeit auch einen guten neuen Vertrag unterschrieben und ich verstehe, dass Laimer im Gehaltsgefüge etwas nach oben kommen möchte.
Das hat es Bayern nicht leichter gemacht
Vor fünf, sechs Jahren fing es an, dass Summen nach außen getragen wurden. Seitdem weiß jeder vom anderen, was er verdient. Spieler kommen und sagen: "Warum bekommt der mehr als ich?"
Das hat es dem FC Bayern nicht leichter gemacht und das ist die Schwierigkeit, die Max Eberl jetzt hat. Aber ich glaube, dass die Wertschätzung für Konni Laimer genauso ist wie für einen Spieler, der fünf, sechs oder sieben Millionen mehr verdient.
Ich glaube auch, dass Laimer und Christoph Freund, die sich schon aus gemeinsamen Salzburger Zeiten kennen, einen richtig guten Austausch haben.
Warum sollte Laimer wechseln?
Er fühlt sich in München wohl. Warum sollte er sich wegen einer halben oder einer Million mehr für das Ausland entscheiden, wo er sich erst wieder einleben und durchsetzen muss?
In Vincent Kompany hat er einen Trainer, der zu seinen Spielern steht und ihnen vermittelt, Freude und Spaß miteinander zu haben. Ein Profi, bei dem der Fußball im Vordergrund steht, spielt gerne in einem Verein, bei dem man Spaß und Freude miteinander hat, und mit dem man Titel holt.
All das hat man beim FC Bayern, und die Lebensqualität in München ist auch nicht so schlecht.
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