Luis Diaz bei Sky Sport über seinen Wechsel zum FC Bayern, Harry Kane, Michael Olise
Luis Diaz kam im vergangenen Sommer zum FC Bayern. Beim deutschen Rekordmeister geht er mit Leistung voran.
18.02.2026 | 18:34 Uhr
Im exklusiven Interview mit Sky Sport spricht der Offensivstar über seinen Wechsel nach München, die hohe Ablösesumme und seine Mitspieler Harry Kane und Michael Olise.
Luis Diaz über...
... seine Entscheidung, zum FC Bayern zu wechseln:
Als der FC Bayern auf mich zukam, war mir vom ersten Moment an klar, dass ich mich für diesen Transfer entscheiden möchte. Mich hat es mit Stolz erfüllt, weil ich den Verein schon lange kannte und im Grunde wusste, was mich dort erwartet. Es war eine gute Entscheidung - eine Entscheidung für ein unglaubliches und großartiges Team. Und wenn du irgendwo neu hinkommst, willst du natürlich dein Bestes geben und dich dort wohlfühlen, wo du bist. Glücklich zu sein ist das Wichtigste für einen Spieler und auch seine Familie. Es war genau richtig, hierherzukommen. Mir war klar, dass ich hier auf eine unglaublich tolle Gruppe von Fußballern treffe und einen Verein mit einer hervorragenden Infrastruktur, einem großartigen Trainingsgelände vorfinde. Daran hatte ich keine Zweifel. Das Schwierigste für mich und meine Familie war und ist sicherlich die Sprache… aber ich wusste, dass ich hier sehr gut hineinpassen würde, dass ich meinen Teil zum Erfolg des Teams beitragen würde - wie auch vorher schon in Liverpool. Der FC Bayern hat also auf mich gesetzt und ich versuche, dieses Vertrauen auf dem Platz zurückzugeben.
... das Besondere am FC Bayern:
Sicherlich die Infrastruktur, das Trainingsgelände, aber vor allem der Umgang miteinander. Es gefällt mir besonders, wie die Menschen hier im Verein miteinander umgehen. Das sind sehr bescheidende und fleißige Leute. Das hilft wiederum Menschen, die neu zum Verein kommen, sich dann auch schnell einzuleben und wohlzufühlen. Das war bei mir der Fall. Und ich sage immer, dass es nichts Wichtigeres und Besseres gibt, als sich wohlzufühlen und glücklich zu sein. Die Leute hier beim FC Bayern haben mich und meine Familie unglaublich gut aufgenommen und behandelt. Das ist das, was mich am meisten beeindruckt hat. Und das gilt natürlich auch für meine Mitspieler und den Trainerstab. Sie haben mir sofort das Gefühl gegeben, zu Hause zu sein - und das war sehr wichtig.
... seine aktuelle Form und ob er in der Form seines Lebens ist:
Ja, ich denke schon. Ich bin eigentlich in einer sehr guten Verfassung, seit ich Kolumbien verlassen habe (2019, Anm. d. Red.). In Porto habe ich ein paar sehr gute Saisons gespielt. Auch in Liverpool lief es sehr gut für mich, gerade in der zurückliegenden Saison. Aber ich denke, dass ich im Laufe der Zeit einfach noch viel mehr gewachsen bin als Fußballer und auch als Mensch, dass ich noch viel mehr dazugelernt habe. Es hilft dir einfach, wenn du reifer bist. Und heute fühle ich mich bei 100 Prozent - körperlich und geistig. Ich denke, ich mache gerade eine sehr gute Zeit durch, und ich versuche, das auf der einen Seite zu genießen … auf der anderen Seite aber auch die Dinge weiter richtig zu machen und mich damit nicht zufriedenzugeben. Denn darum geht es: mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben und meinem Team weiter zu helfen. Das ist das Wichtigste.
... seine Freude am Fußball und seinen Spielstil:
Ich denke, es liegt an meiner Erziehung und auch an meiner Heimat. Dort, wo ich aufgewachsen bin, sind wir alle ein bisschen so. Wir sind Kämpfer, wir sind Krieger. Mich hat es viel gekostet, dort hinzukommen, wo ich heute bin. Und ich kann gar nicht anders, als 100 Prozent zu geben, als gefühlt mein Leben zu geben… für diese Farben, aber auch für die Menschen, die für mich gekämpft und mich dorthin gebracht haben, wo ich heute bin, wo ich mich wohlfühle. Es ist wie ein Instinkt des Augenblicks. So spiele ich einfach immer. Ich versuche rauszugehen und 100 Prozent zu geben, um mich gut zu fühlen, vor allem mit mir … und auch, damit sich das Team wohl fühlt. Ich denke, es liegt an dieser Erziehung, die wir unserem Dorf genossen haben.
... das Zusammenspiel mit Harry Kane:
Es macht mich sehr stolz, in einer Mannschaft mit Harry und Michael zu spielen. Sie sind technisch wirklich spektakulär. Harry zum Beispiel macht einfach alles gut. Er hat mich sehr überrascht. Ich habe ihn in England spielen sehen, weil wir auch mehrmals gegen Tottenham gespielt haben. Aber es ist eine Sache, ihn auf der Gegenseite zu sehen. Eine andere Sache ist, wirklich mit ihm die Umkleide zu teilen und mit ihm jeden Tag auf dem Trainingsplatz zu stehen… und zu sehen, wie er für uns als Mannschaft arbeitet, wie er sich bewegt, wie er sich immer wieder fallen lässt, den Ball fordert und natürlich, wie er Tore erzielt. Er ist eine Maschine. Er macht wirklich alles gut. Ich bin sehr stolz, Teil dieser Offensive zu sein.
Diaz: "Olise zerstört dich im Eins-gegen-eins"
... Offensiv-Kumpane Michael Olise:
Michael zerstört dich im Eins-gegen-eins, er ist technisch so gut und macht den Unterschied. Er ist ein ruhiger Kerl. Auf dem Platz ist er sehr kommunikativ. Er hilft sehr viel, er achtet auf viele Details und sagt auch mal: 'Hey, lass uns so und so verteidigen.' Das sind Details, die dich als Fußballer wachsen lassen und dazu beitragen, dass du dich wohlfühlst. Nochmal: Es ist unglaublich, mit solchen Spielern zu spielen.
... besondere Rituale:
Nein (lacht). Ich denke, jeder Spieler muss versuchen, auf sich selbst aufzupassen, gut zu schlafen, gut zu essen, sich auszuruhen, was die Priorität ist. Ich habe nicht viele Rituale, aber wenn ich auf den Platz gehe, danke ich Gott und das war's. Ich gehe mit der gleichen Motivation wie immer auf den Platz, nichts Besonderes.
... sein Verhältnis zu Trainer Vincent Kompany:
Kompany war unglaublich, vom ersten Tag an. Und sehr wichtig für mich und dafür, dass ich mich hier so schnell und problemlos integriert habe.
... das Telefonat zwischen Kompany und ihm vor seinem Wechsel:
Ja, das gab es. Er hat mir gesagt, was er von mir hält, was er von mir möchte, in welcher Rolle er mich in der Mannschaft sieht. Das war echt eine große Hilfe. Auch nachdem der Transfer dann offiziell wurde und ich hierherkam. Wir haben uns zusammengesetzt und über viele Dinge gesprochen. Über Fußball, aber auch über private und familiäre Themen. Und das ist ein wichtiger Punkt. Ich fühle mich mit ihm als Trainer sehr wohl. Deshalb denke ich, dass ich mich jetzt auch nochmal mehr entwickeln werde, als ich mich bereits entwickelt habe. Bei ihm lernst du sehr viel über Fußball. Er mag Intensität, er mag Charakter… jeder verteidigt, jeder greift an. All diese Dinge, die wichtig sind, damit ein Team gut funktioniert. Und als Person ist er wirklich unglaublich. Er achtet auf Kleinigkeiten, er kümmert sich um dich. Er stellt auch mal Fragen wie: "Wie geht es deiner Familie? Brauchst du Hilfe? Meld' dich einfach, wenn du irgendetwas brauchst." Er ist unglaublich, mehr gibt es über ihn als Mensch nicht zu sagen. Und ich weiß, dass er noch viel mehr erreichen, als er bereits erreicht hat.
... seinen Umgang mit der 70 Millionen hohe Ablösesumme, die der FC Bayern im Sommer auf das Konto des FC Liverpool überwies:
Ich wurde schon am Tag meiner Verpflichtung von einem Journalisten mit meiner Ablösesumme konfrontiert. Ich sei ja einer der teuersten Spieler und so weiter. Ich habe damals schon gesagt: Wenn dieser Verein auf mich setzt, dann versuche ich nur auf dem Platz die Antwort zu geben. Ich hatte nicht vor, mir deshalb irgendwie Druck zu machen oder mir zu sagen, ich muss jetzt der Beste sein. Nein, es ging und geht immer um die Mannschaft. Ich wollte Schritt für Schritt gehen, um mich zuallererst mit der Mannschaft vertraut zu machen und von da an einfach meinen Job zu machen. Ich hatte einige gute Spiele dabei und ich muss sagen, nach ein paar Monaten fühle ich mich noch viel wohler.
... die Wirtz-Pläne des FC Bayern:
Dass Florian am Ende nicht hierherkommen konnte, wird seine Gründe gehabt haben. Nun bin ich hier und Gott sei Dank ist es so gekommen. Ich bin sehr froh und glücklich darüber.
... das Triple und ob es in dieser Saison möglich ist:
Ja, absolut. Wir sind uns bewusst, worum es geht und was wir wollen. Und es ist unser Ziel, so weit wie möglich in allen Wettbewerben zu kommen und dafür alles zu geben. Wir wollen um jeden Titel kämpfen. Wir haben eine großartige Mannschaft, eine großartige Familie… eine Familie, die sehr geeint, bescheiden und fleißig ist. Ich weiß, dass wir am Ende der Saison sehr stolz und glücklich sein werden.
Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.