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Marco Reus beim DFB-Team: Verletzungsserie setzt sich vor WM 2022 fort

Ewiger Pechvogel Reus: Weitere Rückschläge verboten!

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Nationalspieler Marco Reus bleibt das Pech in der DFB-Auswahl treu. Der Profi von Borussia Dortmund verpasst die beiden kommenden Duelle in der Nations League mit Ungarn und Italien.

Marco Reus erleidet bei der Nationalmannschaft erneut einen Rückschlag. Verletzungen ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Zeit beim DFB-Team. Für die WM in Katar könnte der Dortmunder in einer neuen Rolle wichtig werden.

Marco Reus verpasst Länderspiel. Die Meldung vom Dienstag gehört mittlerweile in die "Und täglich grüßt die Murmeltier"-Kategorie.

Diesmal setzt den 33-Jährigen ein Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel außer Gefecht. Wegen eines Infekts ist er bereits für die Partien der Nations League gegen Italien und England ausgefallen und erst am Samstag ins DFB-Quartier nach Herzogenaurauch gereist.

Es war der x-te Rückschlag in der Nationalmannschaftskarriere von Marco Reus. Nur 48 von 138 möglichen Länderspielen absolvierte der Offensivspieler von Borussia Dortmund seit seinem Debüt im Oktober 2011. Mit der WM 2014, der EM 2016 und der EM 2021 verpasste er auch drei von fünf möglichen Großereignissen.

"Es ist so wahnsinnig viel Pech für ihn. Es tut mir auch für ihn persönlich leid. Man hatte das Gefühl, dass er jetzt wieder auf dem Höhepunkt seines Schaffens angekommen ist. Bitter auch für den deutschen Fußball, denn Marco Reus ist ein herausragender Fußballer", bringt es Sky Nationalmannschaftsreporter Uli Köhler auf den Punkt.

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WM in Gefahr?

Ist nun auch die WM in Katar für den Dortmunder in Gefahr? Der DFB machte zur Ausfallzeit keine weiteren Angaben, aber der Muskelfaserriss wird ihn zu einer mehrwöchigen Pause zwingen.

Das heißt, Reus bleiben nur noch zwei Länderspiele, um sich einen Platz im WM-Kader zu sichern: die Partien in der Nations League am 23. September und 26. September gegen Ungarn und England. (Die Länderspieltermine im Überblick)

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Die Weltmeisterschaft in Katar sollte eigentlich zum Happy End für Marco Reus' fast schon verfluchte Nationalmannschaftskarriere werden.

"Katar ist mein Ziel. Danach werde ich schauen, ob ich überhaupt noch gewünscht bin, ob ich fit bin und dem Team eine Hilfe sein kann. Ich mache mir darüber erst Gedanken, wenn das Turnier vorbei ist. Hoffentlich nach dem Finale am 18. Dezember", sagte er zuletzt bei SPORT1.

Ausfall 2014 bitterster Moment der Karriere

Vor acht Jahren platzte Reus' Traum vom WM-Finale in letzter Minute. Im abschließenden Testspiel gegen Armenien knickte er um und zog sich einen Teilriss des Syndesmosebands zu. Für Reus nach wie vor der bitterste Moment seiner Karriere: "Ich war enttäuscht und traurig. So herausgerissen zu werden ist heftig", blickte er im Vorjahr in der Sky Doku "Meine Geschichte" zurück.

Zu Hause vor dem Fernseher musste er verfolgen, wie seine Kollegen in Brasilien den WM-Titel holten. Dass sie in Gedanken bei ihm waren und danach sein Trikot bei den Feierlichkeiten zeigten, bekam Reus schon gar nicht mehr mit. Er hatte sich schlafen gelegt.

Eine Serie von Verletzungsproblemen folgte. Die EM 2016 verpasste Reus wegen langanhaltender Schambeinprobleme, im Jahr darauf zog er sich einen Teilriss des Kreuzbands zu. 2020 musste er wegen einer langwierigen Oberschenkelverletzung erneut eine siebenmonatige Zwangspause einlegen.

Als Konsequenz sagte er Joachim Löw für die EM 2021 ab. Nach einer komplizierten, kräftezehrenden und am Ende "Gott sei Dank" erfolgreichen Saison habe ich gemeinsam mit dem Bundestrainer beschlossen, nicht mit zur EM zu fahren", teilte er damals mit.

Das DFB-Team gegen England in der Einzelkritik:

  1. MANUEL NEUER:
    Image: MANUEL NEUER: Der Kapitän parierte gut gegen Kane (7., 76.), Saka (45.+1) und Mount (53.). Hatte einmal Glück, dass seine missglückte Abwehr unter Bedrängnis nach einer Ecke von Kane nicht ausgenutzt wurde (26.). NOTE: 1 © Imago
  2. LUKAS KLOSTERMANN:
    Image: LUKAS KLOSTERMANN: Rückte überraschend auf die rechte Seite in die Viererkette. Der Leipziger konzentrierte sich in erster Linie auf die Defensive. Zeigte Licht und Schatten. NOTE: 3 © Imago
  3. ANTONIO RÜDIGER:
    Image: ANTONIO RÜDIGER:Der Abwehrchef blieb als einer von nur vier Spielern aus der Italien-Partie in der Startelf. War sehr präsent und rettete in einigen Situationen stark. Lieferte sich heiße Duelle mit Kane. NOTE: 2 © Imago
  4. NICO SCHLOTTERBECK:
    Image: NICO SCHLOTTERBECK: Der künftige Dortmunder war ein Unsicherheitsfaktor. Leistete sich im Aufbau viele Ballverluste, nach denen es gefährlich wurde. Im Aufbau mit einigen guten Pässen und nach der Pause verbessert. Verursachte den Elfmeter. NOTE: 5 © Imago
  5. DAVID RAUM:
    Image: DAVID RAUM: Beackerte die komplette linke Seite. Hatte schon in der Anfangsphase mehr gelungene Aktionen als Thilo Kehrer in Italien. Defensiv hatte er gegen den starken Saka aber keinen leichten Stand. NOTE: 3 © Imago
  6. JOSHUA KIMMICH:
    Image: JOSHUA KIMMICH: Der Münchner tat sich zunächst schwer. Die Engländer stellten ihn geschickt zu, so hatte er deutlich weniger Ballkontakte als gewohnt. Starker Pass aber auf Hofmann vor dem Führungstor. Danach war er besser eingebunden. NOTE: 3 © Imago
  7. ILKAY GÜNDOGAN:
    Image: ILKAY GÜNDOGAN: Rückte für Goretzka an die Seite von Kimmich. Kurbelte das deutsche Spiel immer wieder an. Empfahl sich für weitere Einsätze von Beginn an. NOTE: 2 © Imago
  8. dfb
    Image: JONAS HOFMANN: Starke Vorstellung des Gladbachers. Hatte Pech, dass er bei seinem Tor in der ersten Halbzeit knapp im Abseits stand (23.). Traf dann unter Mithilfe des englischen Schlussmanns zur Führung. NOTE: 2 © Imago
  9. THOMAS MÜLLER:
    Image: THOMAS MÜLLER: Der Münchner war bei seinem Heimspiel viel unterwegs. Doch wie schon in Bologna agierte er in einigen Aktionen unglücklich. Trotzdem ein engagierter Auftritt, vergab das zweite Tor (70.). NOTE: 3 © Imago
  10. JAMAL MUSIALA:
    Image: JAMAL MUSIALA: Der Youngster wirbelte vor der Pause mit seiner überragenden Technik. Zog von der linken Seite in die Mitte, zeigte den von Flick geforderten Mut. Nach dem Wechsel nicht mehr so auffällig, dennoch starke Partie: NOTE: 2 © Imago
  11. KAI HAVERTZ:
    Image: KAI HAVERTZ: Kam schon in der zweiten Minute zum ersten Abschluss. Hatte gegen die englischen Innenverteidiger aber einen schweren Stand. Setzte aber immer wieder gut seinen Körper ein. NOTE: 3 © Imago
  12. TIMO WERNER:
    Image: TIMO WERNER: Kam nach knapp 65 Minuten für Musiala. Verpasste die Entscheidung (75.). NOTE: 3 © Imago
  13. SERGE GNABRY:
    Image: SERGE GNABRY: Löste Hofmann ab. Nahm keinen großen Einfluss mehr. NOTE: 3 © Imago
  14. Hansi Flick wechselte außerdem noch Leon Goretzka (75., für Thomas Müller), Leroy Sane (83., für Ilkay Gündogan) ein. NOTE: Keine Bewertung
    Image: Hansi Flick wechselte außerdem noch Leon Goretzka (75., für Thomas Müller), Leroy Sane (83., für Ilkay Gündogan) ein. NOTE: Keine Bewertung  © Imago

Zuletzt fit wie lange nicht

Was Reus trotz des nächsten Rückschlags Hoffnung auf die WM in Katar macht: Seit zwei Jahren blieb er von größeren Verletzungen verschont. 61 Bundesligaspiele absolvierte er in den vergangenen beiden Spielzeiten, so viele wie letztmals zwischen 2012 und 2014.

Die zuletzt stabile Fitness des BVB-Stars ist auch ein Grund, warum Hansi Flick auf ihn setzt. Bei seinem Debüt als Bundestrainer im vergangenen Herbst gegen Liechtenstein berief er Reus nach zwei Jahren Pause wieder in die Nationalmannschaft.

An seinen fußballerischen Fähigkeiten bestehen ohnehin keine Zweifel. "Marco ist ein Ausnahmefußballer. Er kann in jedem Moment durch seine Dribbling-Qualität, sein intelligentes Spiel, seine galante Art der Mannschaft helfen", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff auf der Pressekonferenz am Mittwoch.

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DFB-Direktor Oliver Bierhoff über den verletzten Marco Reus von Borussia Dortmund.

Auch Flick schwärmt von dem starken Techniker. Er könne "Sachen machen in der Box, die gegnerische Mannschaften in Schwierigkeiten bringen."

Als Joker zur WM?

Ein Unterschiedspieler, den das DFB-Team in Katar dringend brauchen könnte. Die fehlende Kaltschnäuzigkeit in der Sturmspitze wurde bei den drei 1:1-Unentschieden gegen die Niederlande, Italien und England überdeutlich.

Sky Reporter Uli Köhler hat die Suche nach dem Mister X für den gegnerischen Strafraum bereits ausgerufen: "Bei der WM brauchst du einen Zielspieler. Als Jürgen Klinsmann 2006 David Odonkor nominierte, verstand keiner warum. Aber er hatte nur die Aufgabe zweimal zehn Minuten zu spielen und hat dann auch entscheidende Aktionen gehabt."

Bierhoff kann sich diese Rolle für Reus vorstellen: "Das ist ein Aspekt, der für uns wichtig ist. Er ist ein Spieler, der auch mal eingewechselt werden kann und keinen längeren Spielrhythmus braucht, um seine Stärken hervorzubringen."

Diese Fähigkeit soll er auch bei der WM in Katar zeigen - wenn ihn nicht noch weitere Rückschläge stoppen.

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