Mario Götze über Jürgen Klopp, Deutschland, Zukunft und Eintracht Frankfurt
Mario Götze hat in seiner Karriere schon einiges erlebt.
07.10.2026 | 13:19 Uhr
Der 34-Jährige fühlt sich bei der Eintracht aktuell sehr wohl - lässt sich aber auch außerhalb des Fußballplatzes immer wieder gerne inspirieren. Im Interview bei RTL & Sky Sport hat er darüber und zu anderen Themen nun ausführlich gesprochen.
Mario Götze über...
... die verschiedenen Rollen im Laufe seiner Karriere von "Super Mario", über den Weltmeister bis zum Investor und Vater und welche er heute übernimmt: "Ich würde sagen, von allen ein bisschen. Manchmal mehr, manchmal weniger. Ja klar, man wächst über die Zeit hinweg und es ist ja auch schön, die Erfahrungen, die ich gesammelt habe, gerade irgendwie mit 17, 18 in der Bundesliga bis jetzt hier hin, da waren super Sachen dabei. Ich glaube, wahrscheinlich ist es ein Mix aus allem und natürlich ist jetzt auch so ein bisschen Fokus, gerade mit Kindern und dem Wissen, dass man nicht für ewig Fußball spielen kann, sind das wahrscheinlich die zwei tragenderen Rollen. "
... seine verschiedenen Investments, wie es dazu kam und von welchen Athleten er sich inspirieren lässt: "Vielleicht durch zwei Sachen. Das eine war, ich habe immer viel geschaut, was machen andere amerikanische Athleten, wie stellen sie sich auf. Was machen die neben dem Sport, den sie betreiben? [...] Dann hatte ich im Moment nach Dortmund, wo ich dann nach Eindhoven gewechselt bin und ich gesagt habe, okay jetzt habe ich meinen Sohn bekommen, was bedeutet das, muss ich mich irgendwie anders aufstellen, ich kann auch nicht für ewig Fußball spielen. Also kamen so viele Dinge zusammen, wo ich dann selber gesagt habe, okay das gucke ich mir mal ein bisschen genauer an und da ist das Interesse eigentlich gekommen, neben quasi Fußball und meiner Familie, sich einfach noch ein paar Dinge daneben anzuschauen und da waren eben andere Asset Klassen ein Thema. [...] Also gerade so von den großen Athleten habe ich logischerweise viel abgeschaut, sei es ein LeBron James, sei es ein Kevin Durant, die da sehr viel gemacht haben. Und auch ein Roger Federer, wenn man sieht, was er aufgebaut hat, auch neben dem Platz. David Beckham irgendwie nach seiner Karriere mit dem Franchise mit Miami. Also da gibt es schon gerade so die Top-Top-Athleten, die haben das schon sensationell gut gemacht."
... seine aktuelle Rolle bei der Eintracht und wie viel Spaß es ihm bereitet: "Ich würde sagen, sehr viel Spaß. Es gibt zwei Dinge. Am Ende ist es, ich fühle mich hier wohl, meine Familie fühlt sich hier wohl. Überragende Bedingungen und das Wissen, ich kann das in zehn Jahren nicht mehr machen. Und wenn das zusammen kommt, dann ist das natürlich irgendwie toll. Das ist ein anderes Gefühl, als wenn ich jetzt 20 oder 22 wäre. Klar weiß man da auch nicht, was passiert und wo die Reise hingeht. Und ob man Verletzungen oder sonstiges hat. Und aus der Kombination macht es das dann nochmal besonders."
Götze über Klopp: "Hat es bis jetzt schon sehr gut gemacht"
... seine Einschätzung zur Länderspielpause und dem neuen Bundestrainer: "Ich glaube, es war viel Gutes dabei, gerade wenn man sieht, wer alles auch dabei war und die Chance bekommen hat, zu spielen und sich zu zeigen. Und klar, mit einem Sieg ist immer alles leichter, deswegen ist es ja im Fußball so, am Ende zählen logischerweise auch die Ergebnisse. Aber nichtsdestotrotz, sind viele gute, junge Spieler dabei, viel gute Energie dabei gewesen und ich glaube das war jetzt für den Moment wichtig. Aber klar, es ist auch noch ein weiter Weg, um wieder dahin zu kommen, wo man hinmöchte. Aber das soll man auch erwarten. Ich glaube, das darf man nicht vergessen. Ich weiß nicht, wie viele Trainingseinheiten sie wahrscheinlich in Summe gemacht haben. Und deshalb, das dauert einfach auch noch. [...] Ich glaube, wenn er (Jürgen Klopp, Anm. d. Red.) was kann, dann ist es genau das. Also mit einer Mannschaft, mit jungen Spielern, mit älteren Spielern richtige Chemie zu finden, richtige Dynamik zu entwickeln, hinzu auch dann interessanten Fußball zu spielen. Und ich glaube, das hat er sowohl in Mainz als auch in Dortmund als auch in Liverpool bewiesen. Und ich glaube dafür ist er eigentlich gemacht und das ist seine Stärke. Aber wie gesagt, das ist nicht von heute auf morgen und das ist ein Prozess und das dauert auch. Ich glaube, er hat es bis jetzt schon sehr gut gemacht."
... die Zeit nach dem Fußball und ob er sich schon Gedanken über ein mögliches Karriereende gemacht hat: "Teilweise, klar, wenn man weiß, ich kann jetzt nicht mit 40 noch spielen, wie sieht dann der Alltag aus, aber am Ende ist das auch noch weit weg und gleichzeitig versucht man, so ein paar Weichen zu stellen für danach, aber jetzt konkret nicht, nein. [...] Also ich weiß, dass ich jetzt nicht noch mal so richtig operativ in den Sport reingehen möchte. Das nicht, also dass ich sage, ich will jetzt Trainer werden, ich will Sportdirektor werden. Das nicht. Sondern möchte ich klar irgendwie dem Sport erhalten bleiben. Ich werde mir das Investment-Thema genauer anschauen und werde da versuchen, viel zu lernen, viel mitzunehmen und dann zu schauen, was mir Spaß macht. Und da dann zu gucken, dass man da die Brücke baut zwischen so ein bisschen Finance, Private Equity hinzu Sport und dem, was so im Hintergrund noch passiert. Das ist das, was mich schon immer die letzten Jahre interessiert hat und da werde ich wahrscheinlich mehr machen."
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